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Pferdekopf – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Und die Köpfe der Rosse waren wie Löwenköpfe” bedeutet das Wissen und das Denken daraus als zerstörend für das Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung der Köpfe der Rosse, sofern sie das Wissen und

daher das Denken bezeichnen; und aus der Bedeutung der Köpfe der Löwen, sofern sie die daher kommende Zerstörung des Wahren bezeichnen. Daß die Löwenköpfe die Zerstörung des Wahren hier bedeuten, beruht darauf, daß der Löwe im höchsten Sinn das göttlich Wahre in Ansehung der Macht bedeutet und im entgegengesetzten Sinn das Falsche, welches das Wahre zerstört, mithin die Zerstörung des Wahren, und der Löwenkopf bedeutet die Seelenkräfte, durch die es zerstört, und das sind die Vernunftschlüsse aus Falschem. Daß die Köpfe der Rosse das Wissen und daher das Denken bedeuten, kommt daher, weil das Haupt die Einsicht bedeutet, und das Roß den Verstand. Weil aber vom sinnlichen Menschen, und hier von seiner Vernünftelei aus Falschem gehandelt wird, und der sinnliche Mensch, der aus Falschem vernünftelt, keine Einsicht hat, sondern nur ein Wissen und ein Denken aus demselben, darum wird dieses durch die Köpfe der Rosse bezeichnet. Der Grund, warum das Haupt die Einsicht bedeutet, ist, weil der Verstand und der Wille des Menschen im Inwendigeren seines Hauptes ihren Sitz haben, und daher im vorderen Teil des Hauptes, welcher das Angesicht ist, die Sinne des Gesichts, des Gehörs, des Geruchs und des Geschmacks sich befinden, in die der Verstand und der Wille des Inwendigeren einfließt und sie belebt, und auch macht, daß sie sich ihrer Empfindungen erfreuen. Daher kommt es, daß durch Haupt im Wort die Einsicht (Verständigkeit) bezeichnet wird; weil aber bloß diejenigen verständig sind, die den Einfluß aus dem Himmel aufnehmen, denn aus dem Himmel vom Herrn fließt alle Einsicht und Weisheit ein, so folgt, daß die, welche im Falschen des Bösen sind, keine Einsicht haben; denn das obere und geistige Gemüt ist bei ihnen verschlossen, und nur das untere Gemüt, welches das natürliche Gemüt genannt wird, geöffnet. Dieses Gemüt nimmt, wenn das obere verschlossen ist, nichts Wahres und Gutes, mithin keine Einsicht aus dem Himmel auf, sondern bloß aus der Welt; daher haben diese statt der Einsicht nur ein Wissen und ein Denken aus diesem, von dem die Vernünftelei ausgeht, und durch diese die Begründung des Falschen und Bösen gegen das Wahre und Gute. Daß durch das Haupt im Wort die Einsicht und Weisheit bezeichnet wird, und im entgegengesetzten Sinn das Wissen und daher ein irres Denken, kann aus mehrere Stellen im Wort erhellen. <EKO 577>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 312 →

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