Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Im Jenseits stellen sich die Vorbildungen dar ja nach den Zuständen des Inneren bei den Geistern, denn es sind Entsprechungen. Um die Geister her, die in den Wahrheiten sind aus dem Guten, erscheinen äußerst schöne Vorbilder, nämlich Häuser und Paläste, die von Gold und Edelsteinen strahlen, wie auch Gärten
und Paradiese von unaussprechlicher Schönheit; dies alles vermöge der Entsprechung. Dagegen um die her, die in den Wahrheiten sind, aber nicht aus dem Guten, erscheinen nur steinige Orte, Klippen und Seen, und zuweilen Baumpflanzungen, aber reizlose und unfruchtbare; auch diese kraft der Entsprechung. Aber um diejenigen her, die im Falschen sind aus dem Bösen, erscheinen Sümpfe, Kloaken und viele ungeheuerliche Dinge. Der Grund hiervon ist, weil alle Vorbilder dort äußere Dinge sind, in denen sich die Zustände des Inneren bildlich gestalten, denn nur in solcher Weise kann sich die geistige Welt dort sichtbar darstellen. Hieraus kann erhellen, was es heißt, auf das Gute gegründet werden. <HG 10194>
Osten (Aufgang) In den HG steht Aufgang, doch in den verschiedenen Bibelübersetzungen wird Osten verwendet, daher wird es auch mit Osten erklärt. Durch Osten (Aufgang) wird der Herr verstanden. <HG 98>
Weil der Herr der Aufgang oder Osten ist, darum war es in der vorbildlichen jüdischen Kirche, ehe der Tempel erbaut war, ein heiliger Brauch, das Angesicht gegen Aufgang oder Osten zu wenden, wenn man betete. <HG 101>
Es gibt vier Zustände, denen die vier Himmelsgegenden in der Welt entsprechen; diese sind: Osten, Westen, Süden und Norden. Der Osten entspricht dem Zustand des Guten bei seiner Entstehung, der Westen dem Zustand des Guten bei dessen Untergang; der Süden entspricht dem Zustand des Wahren in seinem Licht, der Norden aber dem Zustand des Wahren im Schatten. Der Zustand des Guten, dem der Osten entspricht, und der Zustand des Wahren, dem der Süden entspricht, sind innere Zustände, und der Zustand des Guten, dem der Westen, und der Zustand des Wahren, dem der Norden entspricht, sind äußere; denn alle Zustände sind umso vollkommener, je innerlicher sie sind, und umso unvollkommener und somit dunkler, je äußerlicher sie sind. Daher kommt es, daß der Mensch, je höher er gegen das Innere erhoben werden kann, umso mehr zum Innewerden des Guten und in das Licht des Wahren gelangt. <HG 9648>
Der Osten bedeutet den Herrn in Ansehung des Guten der Liebe, weil der Herr die Sonne des Himmels ist. Im Himmel aber verhält es sich auf folgende Weise: Osten ist, wo der Herr als Sonne erscheint, das nach vorne ist gegenüber dem rechten Auge, von da gegen Westen hin, also in gerader Linie von Osten nach Westen, sind diejenigen, die im Guten der Liebe sind. Gegen Süden aber sind diejenigen, die im Licht des Wahren, und gegen Norden, die im Schatten des Wahren sind. Alle, die im Himmel sind, sehen auf den Herrn hin, denn vorwärts sehen heißt hier, auf Ihn sehen. Niemand kann dort rückwärts von Ihm absehen, wie er sich auch wenden mag, aber dies ist ein Geheimnis, das der natürliche Mensch nicht begreifen kann. <HG 9668>
Diejenigen, die in einem klarem Innewerden des Guten sind, befinden sich im Osten. <HG 10179>
Im Himmel verhält es sich auf folgende Weise: Zur Rechten sind dort diejenigen, die im Lichte des Wahren sind, somit die, welche im Süden, zur Linken aber die, welche im Schatten des Wahren sind, somit die im Norden. Vor dem Angesicht sind die, welche im klaren Innewerden des Guten, somit die im Osten sind; rückwärts aber die, welche im dunklen Innewerden des Guten, somit die im Westen sind. Diese, die im Guten sind, bilden das himmlische Reich des Herrn; jene aber, die im Wahren sind, bilden das geistige Reich des Herrn. Diese Erscheinung haben die Engel dort, wohin sie sich auch wenden mögen, denn die Engel haben vor dem Angesicht immerfort den Herrn, Welcher der Osten (Aufgang) selbst ist. Das Gegenteil aber findet statt bei denen, die in der Hölle sind, denn diese haben den Herrn immerfort im Rücken. Im anderen Leben gibt es keine Himmelsgegenden, wie in der Welt, die sich nach feststehenden Regionen hinwenden, sondern sie richten sich nach den feststehenden und herrschenden Liebestrieben; denn der Engel und Geist ist wesentlich seine Liebe, und wo diese ist, dahin wendet er sich. Die, welche in der Liebe zum Herrn sind, und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und daher im Glauben, erblicken vor sich den Herrn bei jeder Wendung ihres Leibes mit ihrem Angesicht; denn der Herr wendet sie zu Sich; Er geht nämlich durch den Weg des Aufgangs in sie ein, und hält sie fortwährend in der Richtung auf Ihn. Daher kommt es, daß ihr äußeres Gesicht, das bestimmt wird von ihrem inneren Gesicht, das dem Verstand angehört, wie dieser von der Liebe, die dem Willen angehört, dahin gewendet ist, wohin die Liebe zieht. Ebenso verhält es sich mit den Menschen in der Welt in betreff ihres Inneren, das ihrem Geiste angehört. Aus der Wendung (Richtung) eines jeden werden auch wirklich alle im anderen Leben erkannt. <HG 10189>
“Und ich sah einen anderen Engel von Sonnenaufgang emporsteigen” bedeutet die göttliche Liebe, die vom Herrn ausgeht. Daß der Sonnenaufgang die göttliche Liebe des Herrn bedeutet, beruht darauf, daß der Herr im Engelshimmel die Sonne ist, und der Herr vermöge Seiner göttlichen Liebe als Sonne erscheint. Wo der Herr als Sonne erscheint, da ist im Himmel der Aufgang, und weil sie dort beständig ist, so ist sie auch beständig im Aufgang. Es sind in der geistigen Welt vier Hauptgegenden, nämlich der Aufgang, der Niedergang, der Mittag und die Mitternacht; alle diese Gegenden werden von der Sonne bestimmt, die der Herr ist, und wo die Sonne, da ist der Aufgang, gegenüber ist der Niedergang, zur Rechten ist der Mittag und zur Linken ist die Mitternacht. In der Gegend des Aufgangs wohnen die Engel, die in der Liebe zum Herrn sind, aus dem Grund, weil sie unter der nächsten Aufsicht des Herrn sind, denn in sie fließt der Herr zunächst und direkt aus der göttlichen Liebe ein; daher kommt es, daß durch den Aufgang der Sonne und durch den Osten im Wort die göttliche Liebe des Herrn bezeichnet wird.
Im Wort werden die Himmelsgegenden oft genannt, nämlich der Aufgang, der Niedergang, der Mittag und die Mitternacht, und wer nichts vom geistigen Sinn des Wortes weiß, der glaubt, daß dadurch die Himmelsgegenden in unserer Sonnenwelt verstanden werden, und wähnt daher, daß sie kein Geheimnis des Himmels und der Kirche in sich schließen, während doch durch die Himmelsgegenden, die im Wort genannt sind, Himmelsgegenden in der geistigen Welt gemeint werden, die von den Himmelsgegenden unserer Welt ganz verschieden sind; denn alle Engel und Geister wohnen dort in Himmelsgegenden der Beschaffenheit ihres Guten und Wahren gemäß: die, welche im Guten der Liebe zum Herrn sind, wohnen im Aufgang und Niedergang daselbst, und die, welche in den Wahrheiten aus diesem Guten sind, wohnen im Mittag und Mitternacht. Der Grund, warum sie so wohnen ist, weil der Herr dort die Sonne ist, und von Ihm als der Sonne dort kommt alle Wärme und alles Licht, oder alles Gute und Wahre. Die Wärme dort, welche ist geistige Wärme oder das Gute der Liebe, fließt in gerader Richtung ein vom Aufgang in den Niedergang, und nimmt der Aufnahme durch die Engel gemäß ab, mithin den Entfernungen gemäß; denn alle Entfernung vom Herrn in der geistigen Welt verhält sich der Aufnahme des Guten und Wahren von Ihm gemäß. Dies ist der Grund, warum im Aufgang diejenigen wohnen, die im inwendigeren und daher klaren Guten der Liebe sind, und im Niedergang die, welche im auswendigeren und daher dunklen Guten der Liebe sind. Das Licht aber, welches das geistige Licht oder das göttlich Wahre ist, fließt ebenfalls in gerader Richtung vom Aufgang in den Niedergang ein und fließt auch in die beiden Seiten ein, jedoch mit dem Unterschied, daß das göttlich Wahre, das vom Aufgang in den Niedergang einfließt, in seinem Wesen das Gute der Liebe ist, dasjenige aber, das in die beiden Seiten einfließt, in seinem Wesen das Wahre aus jenem Guten ist. Daher sind die, welche im Mittag und in der Mitternacht wohnen, welche Himmelsgegenden auf den beiden Seiten sind, im Licht des Wahren, die im Mittag im klaren Licht des Wahren, und die in der Mitternacht im dunklen Licht des Wahren, das Licht des Wahren ist die Einsicht und Weisheit. Diese Himmelsgegenden werden daher im Wort verstanden, wo sie genannt werden; deshalb bedeuten sie auch Göttliches, wie es in jenen Himmelsgegenden beschaffen ist, nämlich der Aufgang das Gute der Liebe im Klaren, der Niedergang das Gute der Liebe im Dunkeln, der Mittag das Wahre aus diesem Guten im Klaren und die Mitternacht das Wahre aus jenem Guten im Dunkeln. Außerdem gibt es in der geistigen Welt Himmelsgegenden, die von den soeben erwähnten verschieden sind und von ihnen ungefähr dreißig Grade abstehen: dieselben sind unter der Aufsicht des Herrn als Mond, denn der Herr erscheint als Sonne denen, die in der Liebe zu Ihm sind, dagegen als Mond denen, die in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und daher im Glauben sind. In der Morgenund Abendgegend wohnen dort die, welche im Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, und in der Mittags- und Mitternachtsgegend die, welche in den Wahrheiten aus jenem Guten sind, die Glaubenswahrheiten genannt werden;
diese Himmelsgegenden werden auch hie und da im Wort verstanden, wo von jenen Wahrheiten und von jenem Guten gehandelt wird. <EKO 422>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 271 →
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