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Odem – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Odem der Leben in die Nase hauchen heißt, das Leben des Glaubens und der Liebe geben. <HG 94>

Damit, daß es heißt, Jehovah Gott habe durch die Nase eingehaucht, verhält es sich so: vor Alters und im Worte wurde unter der Nase verstanden alles, was angenehm war vom Geruch, der das Innewerden bedeutet; daher wird hin und wieder von Jehovah gelesen, daß er den Geruch der Ruhe gerochen habe, von den Brandopfern, und von dem, was Ihn und Sein Reich vorbildete; und weil Ihm am wohlgefälligsten ist, was Sache der Liebe und des Glaubens ist: so heißt

es, daß Er den Odem der Leben eingehaucht habe durch die Nase. <HG 96>

Daß das Leben durch das Einhauchen und durch den Odem beschrieben wird, davon ist auch der Grund, daß die Menschen der Ältesten Kirche die Zustände der Liebe und des Glaubens inne wurden durch die Zustände des Atmens, welche Zustände sich nach und nach in ihren Nachkommen veränderten; von diesem Atmen kann noch nichts gesagt werden, weil es heutzutage ganz verborgene Dinge sind, die Uralten wußten dies wohl, und die im anderen Leben sind, wissen es auch; aber auf diesem Erdkreis noch keiner; ebendaher vergleichen sie den Geist oder das Leben mit dem Wind; auch der Herr, wenn Er bei Joh.3/8 von der Wiedergeburt der Menschen spricht. <HG 97>

“Alles, was einen Odem des Geistes der Leben in seiner Nase hatte”, daß dies diejenigen bedeutet, die von der Ältesten Kirche waren, die einen Odem des Geistes der Leben in der Nase, d.h. ein Leben der Liebe und des Glaubens aus ihr gehabt hatten. Das Leben ist von den Uralten bezeichnet worden durch den Odem in der Nase oder durch das Atmen, welches das Leben des Leibes ist, das Geistigem entspricht, so wie die Bewegung des Herzens das Leben des Leibes ist, das Himmlischem entspricht. <HG 805>

“Auf daß kein Wind blies” bedeutet, auf daß die Guten nicht verletzt und die Bösen nicht vor der Zeit verworfen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Windes, sofern er das ausgehende Göttliche bezeichnet, welches das göttlich Gute ist, vereinigt mit dem göttlich Wahren. Auf daß kein Wind blies bedeutet daher, es soll schwach und sanft einfließen. Es sollte kein Wind blasen über das Land bedeutet, es sollten die Guten nicht verletzt und die Bösen nicht vor der Zeit verworfen werden, weil die Trennungen der Guten von den Bösen und die Verwerfungen der Bösen in der geistigen Welt durch verschiedene Grade der schwächeren und der stärkeren Einwirkung des göttlich Wahren, das vom Herrn, als der Sonne, ausgeht, bewirkt werden. Wenn dieses schwach einfließt, alsdann werden die Guten von den Bösen getrennt und wenn kräftig, dann werden die Bösen verworfen. Die Ursachen sind: wenn das Göttliche vom Herrn schwach einfließt, so ist es überall ruhig und heiter, wobei alle erscheinen, wie sie beschaffen sind in Ansehung des Zustandes ihres Guten, denn alsdann stellen sich alle im Licht dar, daher werden die, welche im Guten aus geistigem Ursprung sind, von denen getrennt, die im Guten aus natürlichem Ursprung sind, denn der Herr blickt die, welche im geistig Guten sind, an, und führt sie herbei und trennt sie so. Im Guten aus geistigem Ursprung sind aber die, von denen im Folgenden gesagt wird: “sie seien versiegelt auf ihren Stirnen”, denn sie sind geistig und Engel des Himmels. Die aber, die im Guten sind bloß aus natürlichem Ursprung, sind nicht gut, weil nicht geistig, denn das bei ihnen erscheinende Gute ist böse, weil es nur sich selbst und die Welt als Zweck im Auge hat, denn sie tun das Gute in der äußeren Form um eigenen Ruhms, Ehre und Gewinns willen, und nicht um des Besten

des Nächsten willen, mithin tun sie das Gute nur, um von den Leuten gesehen zu werden. Diese, als durchaus natürlich, sind nicht Versiegelte und werden nachher verworfen. Wenn aber das Göttliche vom Herrn kräftig einfließt, alsdann wird das Gute, das bei den Bösen sich findet, zerstoben, weil es an sich nicht gut, sondern böse ist; das Böse aber hält den Einfluß des Göttlichen nicht aus. Die Folge davon ist, daß das Äußere bei ihnen verschlossen wird, und wenn dieses verschlossen ist, wird das Inwendigere geöffnet, in dem eben nur Böses und daher Falsches ist, und dies bewirkt bei ihnen Schmerzen, Ängste und Qualen, wegen derer sie sich in die Höllen werfen, wo gleiches Böses und Falsches ist. Wenn der Einfluß des Göttlichen verstärkt wird, was geschieht, wenn die Bösen verworfen werden sollen, alsdann entsteht unten in der geistigen Welt ein stark gehender Wind, wie ein Wetter und Sturm. Dieser Wind ist es, der im Wort “der Ostwind” genannt wird. Daher wird auch das Hinabwerfen der Bösen im Wort durch heftige und ungestüme Winde, durch Wetter und Stürme beschrieben. Durch den “Wind Jehovahs” wird das gleiche bezeichnet, was durch den “Geist Jehovahs”, denn es wird verstanden der Wind des Atems, der auch Geist (Hauch) genannt wird. Dies ist der Grund, warum in der hebräischen Sprache und vielen anderen Sprachen der Geist mit demselben Wort, mit dem der Wind, benannt wird; daher kommt es auch, daß die meisten Menschen vom Geist und von Geistern keine andere Vorstellung gefaßt haben, als wie von einem Wind, wie er der Wind des Atems ist, daher schreiben sich auch die Meinungen in der wissenschaftlich gebildeten Welt, daß die Geister und Engel wie Winde seien, in denen bloß ein Gedankenleben sei. Dies ist der Grund, warum wenige von ihnen sich überzeugen lassen, daß die Geister und Engel Menschen seien und zwar mit einem Körper mit Angesichtern und Sinneswerkzeugen begabt, wie die Menschen auf Erden. Daß durch den Wind und Geist, wo sie vom Menschen gesagt werden, das Leben des Wahren bezeichnet wird, oder das Leben nach den Wahrheiten oder Geboten des Herrn, beruht darauf, daß der Atem, der den Lungen angehört, jenem Leben entspricht; das Herz aber und seine Bewegung entspricht dem Leben des Guten; denn es sind zweierlei Leben, die beim Menschen eins ausmachen sollen: das Leben des Wahren und das Leben des Guten. Das Leben des Wahren ist das Leben des Verstandes des Menschen, das Leben aber des Guten ist das Leben seines Willens; denn im Verstand hat das Wahre seinen Wohnsitz, weil dieses den Verstand bildet, im Willen aber hat das Gute seinen Wohnsitz, weil dieses den Willen bildet. Das gleiche wird auch im Wort bezeichnet durch Seele und Herz, wenn beide zusammen genannt werden. Aus diesem kann erhellen, was unter dem Wind und unter dem Geist Jehovahs verstanden wird, nämlich das göttlich Wahre, und durch die vier Winde das göttlich Wahre, das vereinigt ist mit dem göttlich Guten. Weil unter dem Wind das Wehen oder der Hauch des Atems verstanden, und durch ihn das göttlich Wahre bezeichnet wird, und das geistige Leben bei denen, die es aufnehmen, darum wird dieser Wind auch der “Hauch der Nüstern Jehovahs” genannt und auch der “Hauch des Mundes” und der “Odem”, wie aus mehreren

Stellen im Wort erhellen kann. Wie alles im Wort auch einen entgegengesetzten Sinn hat, so auch der Wind, und in diesem Sinn bedeutet er das Falsche. Außerdem scheinen die Winde, die in der geistigen Welt entstehen, aus verschiedenen Himmelsgegenden dort herzukommen, einige von Mittag her, andere von Mitternacht her, und andere von Aufgang her: die von Mittag her, zerstreuen das Wahre bei denen, die im Falschen sind, und die vom Aufgang her, zerstreuen des Gute bei denen, die im Bösen sind. Der Grund, warum die Winde dieses zerstreuen, ist, weil sie aus dem mächtigen und starken Einfluß des Göttlichen durch die Himmel in die unteren Regionen entstehen, wo es aber einfließt, erfüllt es das Wahre und Gute, d.h. die Gemüter und Seelen derer, die im Wahren und Guten sind, mit dem Göttlichen. Diejenigen, bei denen das Inwendigere, das dem Gemüt und der Gesinnung angehört, lediglich Falsches und Böses ist, und äußerlich Wahres gemischt ist mit Falschem, und Gutes gemischt mit Bösem, halten daher einen solchen Einfluß vom Göttlichen nicht aus, deshalb ziehen sie sich in ihr Falsches und Böses, das sie lieben, zurück und verwerfen das Wahre und Gute, das sie nicht lieben, außer um ihrer selbst und um des Scheines willen. Hieraus ist klar, was für eine Wirkung der vom Aufgang kommende Wind hervorbringt, welcher der Ostwind genannt wird, daß er nämlich bei den Bösen alles Gute und Wahre zerstreut, das sie in äußerer Form vor der Welt dargestellt und geredet hatten, um zu scheinen. Daher kommt es, daß diesem Wind Verdorrung und Vertrocknung zugeschrieben wird. Das Verdorrte bedeutet, wo nichts Gutes und das Vertrocknete, wo nichts Wahres ist, wie aus den Stellen im Wort erhellen kann, wo dieser Wind erwähnt wird. <EKO 419>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 241 →

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