Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
“Vom Strom Ägyptens bis zum großen Strome, dem Strome Phrath”, daß dies die Ausdehnung des Geistigen und Himmlischen bedeutet: zum Strom Ägyptens, daß dies die Ausdehnung des Geistigen ist, zum Strom Phrath, daß dies die Ausdehnung des Himmlischen ist, erhellt aus der Bedeutung des Stromes Ägyptens und aus der Bedeutung des großen Stromes oder des Euphrat. Daß diese Ströme die Ausdehnung des Geistigen und Himmlischen bedeuten, kann erhellen aus der Bedeutung des Landes Kanaan, sofern dieses ist das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden, in dem nichts als Geistiges, das Sache des Glaubens, und Himmlisches ist, das Sache der gegenseitigen Liebe ist, daher nichts anderes, als die Ausdehnung desselben unter den Grenzen des Landes Kanaan verstanden werden kann; denn was das Land Kanaan, was der Strom Ägyptens, und was der große Strom Euphrat sei, davon wissen die, welche in den Himmeln sind, gar nichts, ja nicht einmal, was die Grenzen eines Landes sind, sondern was die Ausdehnung der geistigen und himmlischen Dinge ist, und die Bestimmungen und Begrenzungen der Zustände derselben, das wissen sie; dies haben sie in ihren Gedanken, wenn jene Dinge vom Menschen gelesen werden, indem so der Buchstabe und dessen historischer Sinn verschwindet, der den himmlischen Ideen zum Träger diente. <HG 1866>
“Und siehe, er stand am Fluß” bedeutet, von einer Grenze zur anderen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Flusses, hier des Flusses von Ägypten oder des Nils, sofern er die Grenze ist. Daß der Fluß die Grenze ist, hat den Grund, weil große Flüsse, nämlich der Euphrat, der Jordan und der Nil, und überdies das Meer, die äußersten Grenzen des Landes Kanaan waren, und weil das Land Kanaan selbst das Reich des Herrn vorbildete, und daher alle Orte dort Verschiedenes in jenem Reich vorbildeten, folglich bildeten die Flüsse das Letzte oder die Grenzen daselbst vor. Denn der Nil oder Fluß Ägyptens bildete vor
das der Verstandesseite unterworfene Sinnliche, somit das Wißtümliche, das aus jenem herkommt; denn dieses ist das Letzte der geistigen Dinge des Reiches des Herrn. Daß von einer Grenze zur anderen bezeichnet wird, hat den Grund, weil gesagt wird von Pharao, er sei am Fluß gestanden; denn durch Pharao wird das Natürliche im allgemeinen vorgebildet. Etwas vom Inwendigeren bis zum Äußersten schauen, wird vorgebildet durch stehen am Äußersten; so geschieht es in der geistigen Welt, und weil es alsdann von einer Grenze zur anderen geschaut wird, deswegen wird das durch jene Worte im inneren Sinn bezeichnet. <HG 5196>
Es waren drei Flüsse, welche die Grenzen des Landes Kanaan bildeten, außer dem Meer, nämlich der Fluß Ägyptens, der Fluß Euphrat und der Fluß Jordan. Durch den Fluß Ägyptens wird das Wissen des natürlichen Menschen bezeichnet, durch den Strom Euphrat wurde das Vernünftige bezeichnet, das der Mensch aus den Wissenschaften und Erkenntnissen hat, und durch den Fluß Jordan wurde der Eingang in die inwendige oder geistige Kirche bezeichnet. Denn durch die Gegenden jenseits des Jordans, wo die Stämme Ruben und Gad und der halbe Stamm Manasse ihre Erbteile bekamen, wurde die äußere oder natürliche Kirche bezeichnet, und weil dieser Fluß zwischen jenen Gegenden und dem Lande Kanaan war und den Übergang darbot, darum wurde durch ihn der Eingang von der äußeren Kirche, welche die natürliche ist, in die inwendige Kirche, welche die geistige ist, bezeichnet. Dies war der Grund, warum dort die Taufe eingesetzt wurde, denn die Taufe bildete die Wiedergeburt des Menschen vor, durch die der natürliche Mensch in die Kirche eingeführt und ein geistiger wird. Hieraus kann erhellen, was diese drei Flüsse im Wort bedeuten. Auch bedeutete alles das, was außerhalb des Landes Kanaan war solches, was dem natürlichen Menschen angehört; hingegen das innerhalb des Landes Kanaan Befindliche bedeutete solches, was dem geistigen Menschen, somit was dem Himmel und der Kirche angehört. Die zwei Flüsse, nämlich der Fluß Ägyptens oder der Nil, und der Fluß Assyriens oder der Euphrat, bedeuteten daher die Grenzmarken der Kirche, und auch die Einführung in die Kirche. Die Erkenntnisse und Wissenschaften, die durch den Fluß Ägyptens bezeichnet werden, führen auch wirklich ein, denn ohne Erkenntnisse und Wissenschaften kann niemand in die Kirche eingeführt werden, noch kann man das, was der Kirche angehört, begreifen; denn der geistige Mensch sieht durch den vernünftigen sein Geistiges in den Wissenschaften, wie der Mensch sich selbst im Spiegel, und in ihnen erkennt er sich, das ist sein Wahres und Gutes. Überdies begründet er sein Geistiges durch die Erkenntnisse und die wißtümlichen Dinge, sowohl durch die, welche er aus dem Wort, als die er aus der Welt weiß. <EKO 569>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 219 →
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