Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
“Neige doch deinen Krug”, daß dies die Unterwerfung des Wißtümlichen bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung von neigen, sofern es ist unterwerfen. <HG 3068>
“Es neigte sich der Mann und beugte sich dem Jehovah”, daß dies Fröhlichkeit und Freude bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sich neigen und sich beugen, sofern es ist fröhlich sein und sich freuen. Neigen und Bücken oder Beugen sind Gebärden der Demütigung, oder Demütigung mit der Tat, sowohl im Zustand des Leids als im Zustand der Freude. Im Zustand des Leides, wann nicht geschieht was man wünscht, im Zustand der Freude, wann es geschieht, wie hier, daß Rebecka dem Wunsch seines Herzens gemäß ihm aus ihrem Krug zu trinken gab, und auch die Kamele tränkte. Fröhlichkeit wird gesagt und Freude aus dem Grund, weil Fröhlichkeit im Wort ausgesagt wird vom Wahren, Freude aber vom Guten. Es ist auch Fröhlichkeit Sache des Angesichts, aber Freude Sache des Herzens, oder was das gleiche, Fröhlichkeit ist Sache der geistigen Neigung oder des Wahren, Freude aber Sache der himmlischen Neigung oder des Guten, somit steht Fröhlichkeit auf einer niedrigeren Stufe als die Freude, wie auch Neigen geringer ist als Bücken; was auch daraus klar wird, daß der Mensch der geistigen Kirche vor dem Herrn sich bloß neigt, und die Gnade anruft, aber der Mensch der himmlischen Kirche vor dem Herrn sich bückt oder beugt, und um Barmherzigkeit fleht. <HG 3118>
“Und sie neigten sich und fielen vor ihm nieder” bedeutet die äußerliche und innerliche Demütigung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich neigen, sofern es eine äußerliche Demütigung ist, und aus der Bedeutung von niederfallen, sofern es eine innerliche Demütigung bezeichnet; denn das Neigen ist ein geringerer Grad des Niederfallens, deshalb ist es auch eine äußerliche Demütigung; und niederfallen ist ein höherer Grad, deshalb ist es innerliche Demütigung. Außerdem bezeichnet das Neigen die Demütigung des Wahren, d.h. derjenigen, die im Wahren sind, somit der Geistigen, und das Niederfallen die Demütigung des Guten, d.h. derjenigen, die im Guten sind, somit der Himmlischen. Auch in dieser Beziehung ist neigen eine mehr auswendige Demütigung, und niederfallen eine mehr inwendige Demütigung; denn die, welche im Guten leben, sind inwendigere Menschen als diejenigen, die im Wahren. <HG 5682>
“Und sie neigten sich und beteten an” bedeutet die Demütigung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich neigen, und von anbeten, sofern es eine Wirkung der Demütigung ist; “sich neigen” bezeichnet eine äußerliche Demütigung, und ist Sache derjenigen, die im Wahren sind, und “sich bücken” bezeichnet eine innere Demütigung, und ist Sache derjenigen, die im Guten sind. Daß es sich so verhält, zeigte sich öfter bei denen, die im Wahren sind, und bei denen, die im Guten: die, welche bloß im Wahren sind, erscheinen gleichsam starr, und stehen aufrecht wie verhärtet, und wenn sie sich vor dem Göttlichen
demütigen müssen, neigen sie bloß ein wenig den Leib; die hingegen, die im Guten sind, erscheinen gleichsam weich, und wenn sie sich vor dem Herrn demütigen, so bücken sie sich bis zur Erde; denn das Wahre ohne das Gute ist ganz starr, wenn es aber das Gute als Zweck im Auge hat, so fängt dieses Starre an, weich zu werden. Aber das Gute ist an sich weich, und das Wahre, das eingeflößt wird, weil es in demselben gut wird, wird auch weich. Die Ursache ist, weil das Wahre in die himmlische Form nur vom Guten geordnet werden kann. Daher ist es an sich hart; denn die himmlische Form ist höchst frei und widerstandslos; daher ist das Gute, bei dem das Wahre gehörig geordnet ist, ebenso und erscheint weich. <HG 7068>
“Da neigte sich das Volk und betete an” bedeutet die Demut des Mundes und des Herzens. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich neigen, insofern es die äußere Demut, also die des Mundes oder der Rede bezeichnet, und aus der Bedeutung von anbeten, insofern es die innere Demut, also die des Herzens bezeichnet. <HG 7943>
“Und neigte sich vor ihm” bedeutet das Einlassen, oder Einführen; Dies erhellt aus der Bedeutung von sich neigen, insofern es Demut und Unterwerfung bezeichnet; hier aber Einlassung, weil es von dem göttlich Wahren in bezug auf das göttlich Gute gesagt wird. <HG 8663>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 207 →
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