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Naphthali – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Naphthali hat seinen Namen von Ringkämpfen; daher wird auch durch Naphthali vorgebildet diese zweite allgemeine Wahrheit der Kirche; denn die Versuchung ist das Mittel der Verbindung des inwendigen Menschen mit dem äußeren. Diese sind nämlich miteinander uneins, aber sie werden zur Übereinstimmung und Entsprechung gebracht durch Versuchungen.

Es ist nämlich der äußere Mensch von der Art, daß er aus sich nichts anderes begehrt als Leibliches und Weltliches, das sind für ihn Lustreize seines Lebens. Aber wenn der inwendige Mensch himmelwärts geöffnet ist, und nach demjenigen verlangt, was des Himmels ist (wie er geartet ist bei denjenigen, die wiedergeboren werden können), dann sind himmlische Dinge seine Lust. Zwischen diesen beiderlei Lustreizen findet ein Kampf statt, wenn der Mensch in den Versuchungen ist. Das weiß der Mensch alsdann nicht, weil er nicht weiß, was himmlische Lust und was höllische Lust ist, weniger noch, daß sie so sehr entgegengesetzt sind. Aber die himmlischen Engel können durchaus nicht beim Menschen in seinem leiblichen und weltlichen Lustreiz sein, ehe dieser zum Gehorsam gebracht ist, nämlich so, daß der leibliche und weltliche Lustreiz nicht mehr Endzweck ist, sondern nur ein Mittel, um dem himmlischen Lustreiz zu dienen, wie HG 3913, gezeigt wurde. Ist dies geschehen, dann können die Engel beim Menschen in beiden sein, aber dann wird der Lustreiz bei ihm eine Wonne, und zuletzt Seligkeit im anderen Leben. Im Wort wird anderwärts, wo Naphthali genannt wird, durch denselben der Zustand des Menschen nach den Versuchungen bezeichnet. <HG 3928>

“Vom Stamme Naphthali zwölftausend Versiegelte” bedeutet die Wiedergeburt und die Versuchung. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung und daher Bezeichnung Naphthalis und seines Stammes, sofern er die Versuchung bezeichnet und den Zustand nach derselben; und weil die Versuchungen um der Wiedergeburt willen geschehen, so wird auch die Wiedergeburt durch Naphthali bezeichnet. Daß Naphthali und daher der nach ihm benannte Stamm die Versuchung und den Zustand nach derselben bedeutet, mithin auch die Wiedergeburt, kann erhellen aus Rachels Worten, als Bilha, ihre Magd, ihn gebar, 1.Mose 30/7,8: “Und es empfing abermals und gebar Bilha, die Magd der Rachel, ihren zweiten Sohn dem Jakob; und Rachel sprach: Mit Kämpfen Gottes habe ich gerungen mit meiner Schwester und obgesiegt; und sie nannte seinen Namen Naphthali”. Kämpfe Gottes sind geistige Versuchungen. Und weil Rachel die innere Kirche vorbildete, die eine geistige, und Leah die äußere Kirche, die eine natürliche ist, so ist klar, was dadurch bezeichnet wird, daß Rachel mit ihrer Schwester rang und obsiegte, daß nämlich der geistige Mensch mit dem natürlichen gekämpft habe; denn eine jede Versuchung ist ein Kampf zwischen dem geistigen Menschen und dem natürlichen; denn der geistige Mensch liebt und will das, was des Himmels ist, denn derselbe ist im Himmel, aber der natürliche Mensch liebt und will das, was der Welt ist, denn derselbe ist in der Welt; daher sind die Wünsche beider einander entgegengesetzt, die Folge davon ist ein Zusammenstoß und ein Kampf, der Versuchung genannt wird. Im höchsten Sinn wird durch Naphthali bezeichnet die eigene Macht des Herrn, aus der Er die Höllen unterjocht und Sein Menschliches verherrlicht hat, im inneren Sinn die Versuchung und der Zustand nach der Versuchung, und im äußeren Sinn der Widerstand von seiten des natürlichen Menschen; daher wird auch durch

Naphthali die Besserung und Wiedergeburt bezeichnet, weil diese die Wirkung der Versuchungen sind. <EKO 439>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 199 →

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