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Mutter hassen – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Luk.14/26: “Ein jeglicher, der zu Mir kommt und nicht hasset Vater und Mutter, Weib und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar seine eigene Seele, der ist nicht Mein Jünger”.

Wer könnte nicht sehen, daß hier nicht Vater, Mutter, Gattin, Kinder, Brüder und Schwestern, und auch nicht Häuser und Äcker zu verstehen sind, sondern solche Dinge, die dem Menschen selbst angehören und sein Eigenes genannt werden; denn dieses muß der Mensch verlassen und hassen, wenn er den Herrn verehren, sein Schüler sein, Hundertfältiges erhalten und das Erbe des ewigen Lebens erlangen will. Das Eigene des Menschen gehört seiner Liebe und daher seinem Leben an, in das er geboren wurde, und daher ist es Böses und Falsches aller Art. Und weil es seiner Liebe und seinem Leben angehört, deshalb wird gesagt, er müsse seine eigene Seele hassen. Dieses Böse und Falsche wird durch Vater und Mutter, Weib und Kinder, Brüder und Schwestern bezeichnet, denn alles, was der Liebe und dem Leben des Menschen angehört, oder was seiner Neigung und daher auch seinem Denken, seinem Willen und daher auch seinem Verstand angehört, ist gestaltet und unter sich verbunden, wie die von einem Vater und einer Mutter abstammenden Generationen, und sind auch in Familien und Häuser eingeteilt; die Selbstliebe und Weltliebe sind Vater und Mutter derselben, und die daraus hervorgehenden Begierden samt ihrem Bösen und Falschen sind die Kinder, welche Brüder und Schwestern sind. Daß solches zu verstehen ist, kann man klar daraus erkennen, daß der Herr nicht will, daß jemand seinen Vater und seine Mutter hasse, noch sein Weib und seine Kinder, seine Brüder und seine Schwestern; denn dies wäre gegen die geistige Liebe, die einem jeden vom Himmel eingepflanzt ist, und welche die Eltern gegen die Kinder und die Kinder gegen die Eltern haben, wie auch gegen die eheliche Liebe zwischen Mann und Weib, zwischen Gattin und Gatten, und auch gegen die gegenseitige Liebe der Brüder und Schwestern. Der Herr lehrt im Gegenteil, daß man nicht einmal seine Feinde hassen dürfe, sondern sie lieben müsse. Hieraus erhellt, daß unter den Namen der Blutsverwandten, Verschwägerten und Angehörigen dieselben im geistigen Sinn verstanden werden. <EKO 724>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 156 →

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