Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Moses bildete den Herrn in Ansehung des göttlichen Gesetztes und des Wortes vor. <HG 6719>
Weil vorgesehen wurde, daß Moses den Herrn in Ansehung des göttlichen Gesetzes oder des Wortes, insbesondere in Ansehung des historischen Wortes vorbilden sollte, deswegen geschah es, daß er als Kind in ein Kästchen oder Lädchen gelegt wurde, aber in ein Geringes, weil im ersten Entstehen, und weil das darin Enthaltene nur vorbildlich war. <HG 6723>
“Und sie nannte seinen Namen Moscheh (d.i. Moses)” bedeutet die Beschaffenheit des Zustandes alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und der Benennung mit dem Namen, sofern es die Beschaffenheit ausdrückt, hier die Beschaffenheit des Zustandes, weil, wenn jemand genannt wird, alsdann der Name selbst den Zustand bezeichnet. Die Beschaffenheit des Zustandes, die bezeichnet wird, ist die Beschaffenheit des Zustandes des göttlichen Gesetzes im Anfang beim Herrn, und die Beschaffenheit des Zustandes des göttlich Wahren im Anfang beim Menschen, der wiedergeboren wird. Zwei Männer sind es hauptsächlich, die den Herrn in Ansehung des Wortes vorbilden, nämlich Moses und Elias; Moses den Herrn in Ansehung der historischen Bücher, Elias in Ansehung der Propheten. Außerdem sind es auch Elisa, und zuletzt Johannes der Täufer, daher ist es dieser, der unter dem Elias, der kommen sollte, verstanden wird. Aber ehe gezeigt werden kann, daß Moses das göttliche Gesetz vorbildet, muß gezeigt werden, was das göttliche Gesetz ist. Das göttliche Gesetz im weiten Sinn bedeutet das ganze Wort; im weniger weiten Sinn bedeutet es das historische Wort; im engen das, welches durch Mose geschrieben ist; und im engsten die Zehn Gebote, die auf steinerne Tafeln auf
dem Berge Sinai geschrieben wurden. Moses bildet das Gesetz im weniger weiten Sinn, ferner im engen und auch im engsten vor. <HG 6752, 9372>
“Und sprach: Denn aus den Wassern habe ich ihn gezogen” bedeutet die Befreiung vom Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wasser, hier der Wasser des Stroms Ägyptens, sofern sie das Falsche bezeichnen; und aus der Bedeutung von herausziehen, sofern es die Befreiung ausdrückt. In diesen Worten ist die Beschaffenheit des Zustands enthalten, die durch den Namen Mose bezeichnet wird. Diese Beschaffenheit schließt im höchsten Sinn in sich, daß der Herr, um das göttliche Gesetz in Ansehung des Menschlichen zu werden, Sich von allem Falschen befreite, was Seinem Menschlichen von der Mutter her anklebte, und zwar bis dahin, daß Er das göttliche Gesetz, d.h. das göttlich Wahre selbst wurde, und hernach, als Er verherrlicht worden, wurde Er das göttlich Gute, welches das Sein des göttlich Wahren ist, oder Jehovah. <HG 6753>
Daß Mose hier ein ägyptischer Mann genannt wird, hat den Grund, weil durch Mose hier ein solches Wahre vorgebildet wird, wie es diejenigen haben, die im Wahren des einfältig Guten stehen, das durch die Töchter des Priesters von Midian bezeichnet wird. Diese sind in einem solchen Wahren, denn sie sind Menschen der äußeren Kirche, darum heißt es auch das wißtümlich Wahre, das der Kirche beigesellt worden. <HG 6784, 6789>
“Und hernach kamen Mose und Aharon” bedeutet das göttliche Gesetz und die Lehre daher. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er den Herrn in Ansehung des göttlichen Gesetzes bezeichnet, und aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, sofern er die Lehre des Guten und Wahren bezeichnet. Durch das göttliche Gesetz, das Mose vorbildet, wird das Wort verstanden, wie es in seinem inneren Sinn beschaffen ist, somit wie es in den Himmeln ist; durch die Lehre aber wird das Wort verstanden, wie es in seinem buchstäblichen Sinn beschaffen ist, somit wie es auf Erden ist. Wie sehr beide voneinander verschieden sind, kann aus dem erhellen, was bisher nach dem inneren Sinn des Wortes erklärt wurde. Zur Erläuterung mögen die Zehn Gebote dienen, die vorzugsweise das Gesetz genannt werden: der buchstäbliche Sinn derselben ist: man soll die Eltern ehren, man soll nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen usw.; aber der innere Sinn ist, man soll den Herrn verehren, man soll keinen Haß haben, man soll das Wahre nicht verfälschen, man soll sich nicht anmaßen, was des Herrn ist. So werden diese vier Gebote des Dekalogs im Himmel verstanden; und so auch die übrigen in ihrer Weise. <HG 7089>
Moses bildet das Inwendige der geistigen Kirche vor. Das Inwendige der Kirche wird das Gesetz vom Göttlichen her genannt. <HG 7231>
Moses bezeichnet das göttliche Gesetz, d.h. das inwendige Gesetz. Das inwendige Gesetz ist das göttlich Wahre selbst, wie es im Himmel ist, und das äußere Gesetz ist das göttlich Wahre, wie es auf Erden ist. Somit ist das inwendige Gesetz das den Engeln angemessene Wahre, und das äußere Gesetz das den Menschen angemessene Wahre. Weil das inwendige Gesetz, das Mose vorbildet, das den Engeln angemessene Wahre ist, und das äußere Gesetz, das Aharon vorbildet, das den Menschen angemessene Wahre, so darf hier darüber etwas gesagt werden: Das den Engeln angemessene Wahre ist den Menschen meistens unbegreiflich; dies ergibt sich daraus, daß im Himmel solche Dinge gesehen und gesprochen werden, die noch kein Auge gesehen und noch kein Ohr gehört hat. Die Ursache ist, weil das, was bei den Engeln gesprochen wird, geistige Dinge sind, die von natürlichen Dingen abgezogen sind, folglich den Vorstellungen und Worten menschlicher Rede fern liegen; denn der Mensch hat seine Vorstellungen gebildet aus dem, was in der Natur ist, und zwar in der gröberen Natur, d.h. von dem, was er in der Welt und auf der Erde gesehen und sinnlich empfunden hat, und was materielle Dinge sind. Die Vorstellungen des inwendigeren Denkens beim Menschen, obwohl sie über den materiellen Dingen sind, endigen sich dennoch im Materiellen, und wo sie sich endigen, da scheinen sie zu sein. Von daher wird er inne, was er denkt. <HG 7381>
“Da sang Moses und die Söhne Israels dieses Lied dem Jehovah” bedeutet die Verherrlichung des Herrn, von denen, die der geistigen Kirche des Herrn angehörten, wegen der Befreiung. Dies erhellt aus der Bedeutung von “ein Lied singen”, insofern es eine Verherrlichung bezeichnet, worüber folgen wird. Eine Verherrlichung des Herrn bedeutet es, weil unter Jehovah im Worte der Herr verstanden wird; und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses und der Söhne Israels, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen, denn Mose bildet vereint mit dem Volke diese Kirche vor: Mose ist ihr Haupt, weil er auch das göttlich Wahre vorbildet, und das Volk oder die Söhne Israels die Kirche selbst. <HG 8261>
Moses bildete den Religionszustand des Volkes vor, dessen Führer und Haupt er mit Aharon zusammen war. Weil der religiöse Sinn so beschaffen war, darum wurde ihnen auch angekündigt, daß sie das Volk nicht in das Land Kanaan einführen sollten. <HG 8588>
Mose bildet zugleich mit dem Volk dieses Reich vor: Mose als das Haupt und das Volk als das, was dem Haupt unterworfen ist; somit bildet Mose auch den Herrn vor in Ansehung des göttlich Wahren; denn aus diesem ist das geistige Reich. <HG 8645>
“Und Mose stieg hinauf zu Gott” bedeutet das Wahre vom Göttlichen, das unterhalb des Himmels ist und mit dem göttlich Wahren, das im Himmel ist, sich verbindet. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das Wahre vom Göttlichen darstellt; hier das Wahre vom Göttlichen, das unterhalb des Himmels ist, und dies darum, weil er nun die Söhne Israels als ihr Haupt vorbildet, somit diejenigen, die der geistigen Kirche angehören und noch nicht im Himmel sind, weil noch nicht in dem von den Wahrheiten gebildeten Guten. <HG 8760, 8787>
Es ist wichtig zu wissen, was insonderheit durch den Berg Sinai bezeichnet wird, ferner, was durch das Volk Israel vorgebildet wird, und auch, was durch Mose in diesem Kapitel und in den folgenden Büchern des zweiten Buches Mose vorgebildet wird: Durch Mose wird in diesem Kapitel, sowie in den folgenden, das Wahre vom Göttlichen unterhalb des Himmels vorgebildet, das verbunden ist mit dem göttlich Wahren im Himmel, und daher das Vermittelnde zwischen dem Göttlichen im Himmel und zwischen dem Guten, in das die Wahrheiten eingepflanzt werden müssen und welches das der geistigen Kirche ist, somit das Vermittelnde zwischen dem Herrn und dem Volke. Dies zu wissen ist wichtig wegen des Verständnisses dessen, was im zweiten Buch Mose folgt. Hieraus kann auch erhellen, daß durch “Mose stieg hinab vom Berge zum Volk”, das Hinzuwenden und die Vorbereitung durch das Wahre vom Göttlichen zur Aufnahme des Wahren im Guten bezeichnet wird. <HG 8805, 8928>
Moses, sofern er der Mittler zwischen dem Herrn und dem Volk ist, bildete vor das Wort in Ansehung seines heiligen Äußeren, denn dieses ist das Vermittelnde. Das Mose jetzt dieses vorzubilden anfängt, erhellt aus dem Zusammenhang des Folgenden, denn jenes Volk war im Äußeren des Wortes, und daher in dem vom Inneren getrennten Äußeren des Gottesdienstes; und die, welche so beschaffen sind, können durchaus keine heilige Gemeinschaft haben mit dem Herrn, geschweige eine Verbindung außer durch eine Vermittlung. Daß Mose früher das Wort im allgemeinen, d.h. sowohl in Ansehung seines inneren als seines äußeren Sinnes vorbildete, hatte den Grund, weil damals von der Verkündigung des Gesetzes die Rede war, welche die Offenbarung des göttlich Wahren im allgemeinen bezeichnete, das war nämlich der Anfang der Offenbarung, denn das übrige im Wort wurde später geschrieben. <HG 9414>
Als Moses auf den Berg Sinai stieg, bildete er das äußere Heilige des Wortes vor, welches das Vermittelnde oder Mittlere ist zwischen dem inneren Heiligen desselben und zwischen dem vorbildlichen, das dem äußeren Sinn angehört. <HG 9421>
“Und Mose war auf dem Berg vierzig Tage und vierzig Nächte” bedeutet das Völlige in Ansehung der Unterweisung und des Einflusses. Daß es auch das Völlige in Ansehung des Einflusses bedeutet, beruht darauf,
daß von dieser Zeit an Mose anfing, das äußere Heilige des Wortes vorzubilden, welches das Vermittelnde ist zwischen dem Herrn und zwischen dem Volk, und daß die Vermittlung geschieht durch den Einfluß durch jenes Heilige in das Vorbildliche, in dem das Volk war. <HG 9437>
“Und er kehrte zurück zum Lager” bedeutet zum Äußeren, worin jene Völkerschaft war. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lagers, sofern es das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes bezeichnet, worin die israelitische Völkerschaft war. Insofern nun Mose zum Lager zurückgekehrt ist, bildet er nicht mehr das Wort vor, sondern das Haupt der israelitischen Völkerschaft; denn im Lager sein bei denen, die in dem vom Inneren getrennten Äußeren waren heißt, im gleichen Zustand sein; anders, wenn er außerhalb jenes Lagers war, und dort sein Zelt aufschlug, fern vom Lager. Wie Mose das Haupt jener Völkerschaft vorbildet, kann daher aus dem Folgenden dieses Kapitels bis zum Ende im inneren Sinn erhellen. Weil Mose diese vorbildliche Bedeutung annimmt, darum wird gesagt, sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der Jüngling, habe sich nicht aus der Mitte des Zeltes wegbegeben, wodurch bezeichnet wird, daß das Vorbildliche sich dennoch fortsetzte im Zelt, das außerhalb des Lagers war. <HG 10556>
Moses bildete vor das Äußere des Wortes, der Kirche und des Gottesdienstes, welches das göttlich Wahre aufnimmt. Daß Mose dieses Äußere, und nicht das Innere vorbildet, erhellt auch aus dem einzelnen in diesem Kapitel, nämlich daß Jehovah in einer Wolke herabkam und zu ihm Sich stellte; denn durch die Wolke wird das Äußere des Wortes bezeichnet; und nachher, da Jehovah ihm das Äußere der Kirche und des Gottesdienstes gebot, das beobachtet werden sollte, und nicht das Innere. Das gleiche Äußere wurde durch Mose im vorhergehenden Kapitel vorgebildet, wie erhellt 2.Mose 33/7-11,17-23; hingegen das Äußere, welches das Innere nicht aufnahm, war bei der israelitischen Völkerschaft. <HG 10607>
Daß Moses das Wort des Alten Testamentes bedeutet, kann man aus einigen Stellen im Wort erkennen, wo er genannt wird; an einigen Stellen wird jedoch unter Moses das Gesetz im engsten Sinn verstanden, nämlich das Gesetz, das vom Berg Sinai herab gegeben wurde, in anderen dagegen wird unter ihm das Gesetz im weiteren Sinn verstanden, nämlich das historische Wort. Hier aber sowohl das historische, als das prophetische Wort des Alten Testamentes. Moses bedeutet aber das Wort, weil die Zehn Gebote und auch die fünf Bücher, die den ersten Teil des Wortes bildeten, zwar nicht von ihm, wohl aber durch ihn vom Herrn gegeben wurden. <EKO 937>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 136 →
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