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mitteilen – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Ansagen, sofern es heißt denken und reflektieren, denn was einem angesagt wird, das wird durch Reflexion gedacht. <HG 5508>

Mitternacht (Norden) Bedeutet das Sinnliche und Natürliche, denn das Natürliche in Vergleich mit dem Geistigen und Himmlischen, ist wie das Dunkel oder die Mitternacht in Vergleich mit dem Licht oder Mittag. <HG 426>

“Und Gen Mitternacht und gen Mittag, und gen Aufgang, und gen Niedergang”, daß dies bedeutet, alle so viel ihrer immer sind im Weltall, erhellt aus der Bedeutung von diesen. Mitternacht, Mittag, Aufgang und Niedergang bedeuten im Wort jegliches etwas für sich: Mitternacht für diejenigen, die außerhalb der Kirche sind, welche nämlich in Finsternis in Rücksicht der Glaubenswahrheiten sind; dann auch bedeutet es die Finsternis bei dem Menschen; der Mittag aber bedeutet die, welche innerhalb der Kirche sind, die nämlich im Lichte sind in Rücksicht der Kenntnisse, ebenso auch das Licht selbst; der Aufgang bedeutet diejenigen, die vorher gewesen sind, sodann auch die himmlische Liebe, wie früher gezeigt worden; der Niedergang aber bedeutet diejenigen, die kommen werden, ebenso die nicht in der Liebe sind; was sie bedeuten, erhellt aus dem Zusammenhang im inneren Sinn. Wenn aber alle genannt werden, wie hier “Mitternacht, Mittag, Aufgang und Niedergang”, so bedeuten sie alle die auf dem gesamten Erdkreis, die leben, sodann auch die, welche gewesen sind und welche kommen werden; sie bedeuten auch die Zustände des menschlichen Geschlechts in betreff der Liebe und des Glaubens. <HG 1605>

In vielen Stellen des Wortes wird das Meer oder der Niedergang der Aufgang, die Mitternacht und der Mittag genannt. Weil aber noch niemand bekannt war, daß dies wie alles und jedes einen inneren Sinn gehabt hat, worin es nichts Weltliches nach dem Buchstabensinn, sondern Geistiges und Himmlisches und im höchsten Sinn Göttliches des Herrn selbst bezeichnete, darum konnte man nicht anders wissen, als daß unter Niedergang, Aufgang, Mitternacht und Mittag eben nur Weltgegenden im Wort verstanden würden, und unter ausbrechen zu jenen Gegenden Vermehrung. Daß aber durch jenes nicht Weltgegenden bezeichnet werden, auch nicht Vermehrung eines Volkes, sondern Zustände des Guten und Wahren und deren Ausdehnung kann erhellen aus allen Stellen im Wort, hauptsächlich bei den Propheten, wo sie genannt werden; denn was Niedergang, Aufgang, Mitternacht und Mittag ist, weiß man im Himmel gar nicht; denn die dortige Sonne, welche ist der Herr, ist nicht wie die Weltsonne, die aufgeht und untergeht, und durch ihren höchsten Stand den Mittag und durch den niedersten die Nacht macht, sondern sie scheint

immerfort, aber gemäß den Zuständen derjenigen, die das Licht von ihr aufnehmen; denn das Licht aus ihr hat in sich Weisheit und Einsicht; daher erscheint sie gemäß dem Zustand der Weisheit und Einsicht eines jeden. Bei denen, die im Guten und Wahren sind, in Wärme und Licht, aber in einem himmlischen und geistigen, wie die Sonne, wenn sie in ihrem Aufgang und im Mittag ist, hingegen bei denen, die nicht im Guten und Wahren, wie die Sonne, wenn sie ist im Niedergang und in der Nacht. Hieraus wird klar, daß durch Aufgang, Mittag, Niedergang und Mitternacht Zustände des Guten und Wahren im inneren Sinn des Wortes bezeichnet werden. Man muß wissen, daß die Zustände des Guten und Wahren im Wort nicht bloß durch die Weltgegenden, von denen die Rede war, bezeichnet werden, sondern auch durch die Zeiten oder Zustände des Jahres, nämlich durch den Frühling, Sommer, Herbst und Winter, wie auch durch die Zeiten oder Zustände des Tages, nämlich durch den Morgen, Mittag, Abend und Nacht, und zwar aus dem gleichen Grunde. Wenn aber von der Ausdehnung des Guten und Wahren gehandelt wird, so wird sie durch Weltgegenden beschrieben. Mitternacht bezeichnet diejenigen, die in der Unwissenheit oder im Dunkeln des Wahren sind. Land der Mitternacht für diejenigen, die in der Unwissenheit des Guten und Wahren, aber im Leben des Guten, in dem brave Heiden sind. Im entgegengesetzten Sinn bezeichnet die Mitternacht das Falsche, aus dem das Böse ist, und das Falsche, das aus dem Bösen hervorgeht. Aus dem Dunkel, das dem natürlichen Menschen eigen ist, geht sowohl hervor das Wahre, als auch das Falsche; wenn der Mensch sich durch das Wort vom Herrn erleuchten läßt, dann wird sein Dunkel helle, denn es wird der inwendige Weg eröffnet, somit findet ein Einfluß und eine Gemeinschaft durch den Himmel vom Herrn statt. Dagegen wenn er sich durch das Wort vom Herrn nicht erleuchten läßt, sondern durch eigene Einsicht, dann wird sein Dunkel finster, somit falsch; denn es wird dann der inwendige Weg verschlossen, und es findet kein Einfluß und Gemeinschaft durch den Himmel vom Herrn statt als nur ein solcher, daß er wie ein Mensch in äußerer Gestalt erscheinen kann, wobei er aus dem Bösen und Falschen denkt und auch redet; daher kommt es, daß die Mitternacht bei jenen das Wahre und bei diesen das Falsche bedeutet, denn jene steigen vom Dunkel auf, d.h. sie erheben sich zum Licht; diese aber steigen vom Dunkel nieder, d.h. sie entfernen sich vom Licht; somit fahren jene dem Mittag zu, diese aber zur Unterwelt hin. <HG 3708>

Matth.25/6: “Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei”: bedeutet die Zeit, welche die letzte der alten Kirche und die erste der neuen ist. Diese Zeit ist es, die im Wort Nacht genannt wird, wenn vom Zustand der Kirche die Rede ist. Geschrei bedeutet Veränderung. <HG 4638>

“Um Mitternacht” bedeutet nach völliger Verwüstung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Mitternacht, insofern sie die Zeit bezeichnet, wo die dichteste Finsternis, d.h. lauter Falsches ist; denn die Nacht bedeutet den Zustand des Falschen. Die Mitte derselben bezeichnet den höchsten Grad, somit bedeutet Mitternacht die völlige Verwüstung. <HG 7776>

“Und ich sah einen anderen Engel von Sonnenaufgang emporsteigen” bedeutet die göttliche Liebe, die vom Herrn ausgeht. Daß der Sonnenaufgang die göttliche Liebe des Herrn bedeutet, beruht darauf, daß der Herr im Engelshimmel die Sonne ist, und der Herr vermöge Seiner göttlichen Liebe als Sonne erscheint. Wo der Herr als Sonne erscheint, da ist im Himmel der Aufgang, und weil sie dort beständig ist, so ist sie auch beständig im Aufgang. Es sind in der geistigen Welt vier Hauptgegenden, nämlich der Aufgang, der Niedergang, der Mittag und die Mitternacht; alle diese Gegenden werden von der Sonne bestimmt, die der Herr ist, und wo die Sonne, da ist der Aufgang, gegenüber ist der Niedergang, zur Rechten ist der Mittag und zur Linken ist die Mitternacht. In der Gegend des Aufgangs wohnen die Engel, die in der Liebe zum Herrn sind, aus dem Grund, weil sie unter der nächsten Aufsicht des Herrn sind, denn in sie fließt der Herr zunächst und direkt aus der göttlichen Liebe ein; daher kommt es, daß durch den Aufgang der Sonne und durch den Osten im Wort die göttliche Liebe des Herrn bezeichnet wird. Im Wort werden die Himmelsgegenden oft genannt, nämlich der Aufgang, der Niedergang, der Mittag und die Mitternacht, und wer nichts vom geistigen Sinn des Wortes weiß, der glaubt, daß dadurch die Himmelsgegenden in unserer Sonnenwelt verstanden werden, und wähnt daher, daß sie kein Geheimnis des Himmels und der Kirche in sich schließen, während doch durch die Himmelsgegenden, die im Wort genannt sind, Himmelsgegenden in der geistigen Welt gemeint werden, die von den Himmelsgegenden unserer Welt ganz verschieden sind; denn alle Engel und Geister wohnen dort in Himmelsgegenden der Beschaffenheit ihres Guten und Wahren gemäß: die, welche im Guten der Liebe zum Herrn sind, wohnen im Aufgang und Niedergang daselbst, und die, welche in den Wahrheiten aus diesem Guten sind, wohnen im Mittag und Mitternacht. Der Grund, warum sie so wohnen ist, weil der Herr dort die Sonne ist, und von Ihm als der Sonne dort kommt alle Wärme und alles Licht, oder alles Gute und Wahre. Die Wärme dort, welche ist geistige Wärme oder das Gute der Liebe, fließt in gerader Richtung ein vom Aufgang in den Niedergang, und nimmt der Aufnahme durch die Engel gemäß ab, mithin den Entfernungen gemäß; denn alle Entfernung vom Herrn in der geistigen Welt verhält sich der Aufnahme des Guten und Wahren von Ihm gemäß. Dies ist der Grund, warum im Aufgang diejenigen wohnen, die im inwendigeren und daher klaren Guten der Liebe sind, und im Niedergang die, welche im auswendigeren und daher dunklen Guten der Liebe sind. Das Licht aber, welches das geistige Licht oder das göttlich Wahre ist, fließt ebenfalls in gerader Richtung vom Aufgang in den Niedergang ein und fließt

auch in die beiden Seiten ein, jedoch mit dem Unterschied, daß das göttlich Wahre, das vom Aufgang in den Niedergang einfließt, in seinem Wesen das Gute der Liebe ist, dasjenige aber, das in die beiden Seiten einfließt, in seinem Wesen das Wahre aus jenem Guten ist. Daher sind die, welche im Mittag und in der Mitternacht wohnen, welche Himmelsgegenden auf den beiden Seiten sind, im Licht des Wahren, die im Mittag im klaren Licht des Wahren, und die in der Mitternacht im dunklen Licht des Wahren, das Licht des Wahren ist die Einsicht und Weisheit. Diese Himmelsgegenden werden daher im Wort verstanden, wo sie genannt werden; deshalb bedeuten sie auch Göttliches, wie es in jenen Himmelsgegenden beschaffen ist, nämlich der Aufgang das Gute der Liebe im Klaren, der Niedergang das Gute der Liebe im Dunkeln, der Mittag das Wahre aus diesem Guten im Klaren und die Mitternacht das Wahre aus jenem Guten im Dunkeln. Außerdem gibt es in der geistigen Welt Himmelsgegenden, die von den soeben erwähnten verschieden sind und von ihnen ungefähr dreißig Grade abstehen: dieselben sind unter der Aufsicht des Herrn als Mond, denn der Herr erscheint als Sonne denen, die in der Liebe zu Ihm sind, dagegen als Mond denen, die in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und daher im Glauben sind. In der Morgenund Abendgegend wohnen dort die, welche im Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, und in der Mittags- und Mitternachtsgegend die, welche in den Wahrheiten aus jenem Guten sind, die Glaubenswahrheiten genannt werden; diese Himmelsgegenden werden auch hie und da im Wort verstanden, wo von jenen Wahrheiten und von jenem Guten gehandelt wird. <EKO 422>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 107 →

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