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Mauer – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Daß durch die erbaute Stadt bezeichnet werde alles zur Lehre Gehörige oder Ketzerische, erhellt aus dem Wort, überall wo nur der Name einer Stadt vorkommt; es wird daselbst nirgends eine Stadt bezeichnet, sondern eine gewisse Lehre oder Irrlehre; denn was die Stadt und was irgendein Stadtname sei, wissen die Engel gar nicht; sie haben durchaus keine Vorstellung von einer Stadt, noch können sie eine solche haben, da sie in geistigen und himmlischen Ideen sind, sondern sie werden nur inne, was dieselben bedeuten; wie denn unter der heiligen Stadt, die auch das heilige Jerusalem genannt wird, nichts anderes verstanden wird als das Reich des Herrn im ganzen oder in einem jeden, in dem das Reich des Herrn ist, im besonderen; unter der Stadt oder dem Berge Zions ebenso, unter diesem das Himmlische des Glaubens, unter jenem das Geistige des Glaubens; und das Himmlische und Geistige selbst wird auch beschrieben durch Städte, Paläste, Häuser, Mauern, Gründe der Mauern, Außenwerke, Tore, Riegel, und den Tempel in der Mitte. <HG 402>

Die geistige Kirche wird beständig bekämpft und der Herr beschützt sie jedoch beständig. Daher werden im Worte die Dinge, die Angehör der Kirche sind, mit einer Stadt verglichen, die Mauern, Verschanzungen, Tore und Riegel hat; so werden durch die Kämpfe gegen diese Stadt die Bekämpfungen des Wahren durch

das Falsche beschrieben. Deswegen bezeichnet die Stadt auch die Lehrbestimmungen, und die Mauer die Glaubenswahrheiten, die sie verteidigen: auch im entgegengesetzten Sinn das Falsche, das zerstört wird. Die Mauer der Stadt, das hl. Jerusalem, bezeichnen das göttlich Wahre des Glaubens aus dem Guten der Liebtätigkeit. <HG 6419>

Jerusalem hatte ein große und hohe Mauer” bedeutet das Wort im Sinne des Buchstabens, woraus die Lehre der neuen Kirche geschöpft ist. Wenn unter der heiligen Stadt Jerusalem die neue Kirche des Herrn in Ansehung der Lehre verstanden wird, so ist unter ihrer Mauer nichts anderes zu verstehen, als das Wort im Sinne des Buchstabens, aus dem die Lehre ist; denn dieser Sinn beschützt den geistigen Sinn, der inwendig verborgen liegt, wie eine Mauer die Stadt und deren Bewohner. Es wird gesagt: eine große und hohe Mauer, weil das Wort in Ansehung des göttlich Guten und des göttlich Wahren verstanden wird, denn das Große wird als Prädikat des Guten und das Hohe als Prädikat des Wahren gebraucht. Durch die Mauer wird das, was beschützt bezeichnet, und wo von der Kirche die Rede ist, wird das Wort im Sinne des Buchstabens auch in mehreren Stellen im Wort bezeichnet. <EKO 1307>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 49 →

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