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Mann – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Mann und Weib schuf Er sie”. Was unter Mann und Weib im inneren Sinne verstanden wird, war der Ältesten Kirche sehr wohl bekannt, dagegen aber bei den Nachkommen ging mit dem inwendigeren Sinn des Wortes auch dieses Geheimnis verloren. Ihre höchsten Seligkeiten und Freuden waren die Ehen, und alles, was nur je den Ehen nachgebildet werden konnte, bildeten sie nach, um daraus die Seligkeit der Ehe inne zu werden; und weil sie innerliche Menschen waren, hatten sie nur Freude am Inneren. Das Äußere sahen sie bloß mit den Augen, dachten aber an das, was es vorbildete, so daß das Äußere ihnen nichts war, nur daß sie etwas von demselben zurückbeziehen konnten auf das Innere und vom Inneren auf das Himmlische, und so auf den Herrn, Der ihnen alles war, folglich auf die himmlische Ehe, von der, wie sie inne wurden, die Seligkeit ihrer Ehen herkam; darum nannten sie im geistigen Menschen den Verstand das Männliche und den Willen das Weibliche, die sie, wenn sie übereinwirkten, eine Ehe nannten. <HG 54>

Der Mann bezeichnet den inneren Menschen, oder was dasselbe ist, den Verständigen und Weisen. <HG 158>

Durch den Mann wird das Vernünftige verstanden, dem das Weib (Kirche) gehorchen soll. Auch sollte es über das Weib herrschen. <HG 261>

Durch den Mann wird das Vernünftige bezeichnet, weil nämlich das Weib ihrem Manne gegeben und er gegessen hat, wodurch bezeichnet worden, daß er beigestimmt habe; und aus dem, was in betreff des Mannes gezeigt wurde in HG 158; wo unter demselben verstanden wurde der Weise und Verständige, hier aber, weil die Weisheit und Einsicht durch das Essen vom Baume des Wissens verlorenging, das Vernünftige, weil nichts anderes übrig war; denn das Vernünftige ist der Einsicht Nacheiferung oder gleichsam Ähnlichkeit. <HG 265>

Durch Mann und Weib wird die Ehe zwischen dem Glauben und der Liebe bezeichnet. Der Mann bezeichnet bei der geistigen Kirche, daher auch beim geistigen Menschen, den Verstand und was Sache des Verstandes, somit was Sache des Glaubens ist; und das Weib bezeichnet den Willen oder was Sache des Willens, somit was Sache der Liebe ist. <HG 476, 718>

Daß durch das “Weib Noachs” bezeichnet wird die Kirche selbst, und durch die “drei Weiber seiner Söhne mit ihnen” die aus ihr entstehenden Kirchen selbst, erhellt aus dem, was gesagt worden ist, daß nämlich, wenn der Mensch der Kirche genannt wird, der Kirche alles verstanden ist, oder wie es benannt wird, das Haupt der Kirche; und dann ist das Weib die Kirche. Anders ist es, wenn im Worte Mann und Weib oder Männchen und Weibchen steht, dann wird durch Mann und Männchen bezeichnet das Verständige oder die Glaubenswahrheiten, und durch Weib und Weibchen das Willige oder Glaubensgutes. <HG 770>

Wenn die Kirche im Wort beschrieben wird, so wird sie entweder durch Mann und Weib, oder durch Mensch und Weib, beschrieben; wenn durch Mann und Weib, so wird durch Mann bezeichnet das Verständige oder das Wahre, und durch das Weib das Willige oder das Gute; wenn durch Mensch und Weib, so wird durch den Menschen bezeichnet das Gute der Liebe oder die Liebe, und durch das Weib das Wahre des Glaubens, oder der Glaube; somit durch den Menschen das Wesentliche der Kirche, durch das Weib die Kirche selbst. <HG 915>

Die Verbindung des Wahren mit dem Guten verhält sich nicht anders als wie eine Ehe; wenn der Gatte im Wort genannt wird, dann bedeutet der Gatte das Gute, und das Weib (oder die Gattin) das Wahre, aber wenn nicht der Gatte genannt, sondern gesagt wird der Mann, dann bezeichnet er das Wahre, und das Weib das Gute, und zwar konsequent allenthalben im Wort. <HG 1468>

Der Ehemann bedeutet, wenn er im Worte genannt wird, das Gute, und alsdann die Ehegattin das Wahre; anders wenn der Gatte genannt wird Mann, alsdann bedeutet der Mann das Wahre, und die Gattin das Gute. <HG 2517>

Durch Mann wird das vernünftig Wahre und im entgegengesetzten Sinn das Falsche bezeichnet. <HG 3081>

Der Mann bezeichnet das Wahre im natürlichen Menschen. Im Wort hauptsächlich im prophetischen, wird oft gesagt Mann, nämlich Mann und Weib, Mann und Frau, Mann und Bewohner, dann Mann und Mensch, und es wird durch Mann im inneren Sinn bezeichnet, das was Sache des Verstandes ist, welches ist das Wahre; und durch Weib, Frau, Bewohner und Mensch, das was Sache des Willens ist, welches ist das Gute. <HG 3134>

Säuglinge und Säugammen werden einigemal im Wort erwähnt, und es wird durch sie der erste Zustand der kleinen Kinder bezeichnet, und daß dieser Zustand ist der Stand der Unschuld, leuchtet ein. Denn sobald der Mensch geboren wird, wird er in den Stand der Unschuld eingeführt, auf daß er die Grundlage der übrigen Zustände und der inwendigste in ihnen sei, und dieser Zustand wird im Wort bezeichnet durch den Säugling. Hernach in den Zustand der Neigung zum

himmlisch Guten, d.h. der Liebe zu den Eltern, die bei ihnen anstatt der Liebe zum Herrn ist, dieser Zustand wird bezeichnet durch das Kind. Nachher in den Zustand der Neigung zum geistig Guten oder zur gegenseitigen Liebe, d.h. zur Liebtätigkeit gegen ihresgleichen, und dieser Zustand wird bezeichnet durch Knaben. Wenn er noch mehr heranwächst, in den Zustand der Neigung zum Wahren und dieser Zustand wird bezeichnet durch Jünglinge; die folgenden Zustände aber durch Männer, und zuletzt durch Greise. Dieser letzte Zustand, der durch Greise bezeichnet wird, ist der Zustand der Weisheit, in dem die Unschuld der Kindheit. So werden der erste Zustand und der letzte vereinigt, und der Mensch, wenn er ein Greis wird, als wieder ein Kind, aber ein weises eingeführt in das Reich des Herrn. <HG 3183>

Im Wort wird mehrmals gesagt Mann und Weib, dann auch Gatte und Weib, und wenn gesagt wird Mann und Weib, so wird das Wahre bezeichnet durch den Mann, und das Gute durch das Weib, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche durch den Mann und das Böse durch das Weib. Hingegen wenn gesagt wird Gatte und Weib, so wird das Gute bezeichnet durch den Gatten, und das Wahre durch das Weib, und im entgegengesetzten Sinn das Böse durch den Gatten, und das Falsche durch das Weib. Die Ursache dieses Geheimnisses ist diese: In der himmlischen Kirche war der Gatte im Guten, und das Weib im Wahren dieses Guten; hingegen in der geistigen Kirche ist der Mann im Wahren und das Weib im Guten dieses Wahren, und sie sind auch wirklich so und waren es einst, denn das Inwendigere beim Menschen hat diese Umwandlung erfahren; daher kommt es, daß, wo im Wort vom himmlisch Guten und daher himmlisch Wahren die Rede ist, gesagt wird Gatte und Weib, hingegen wo vom geistig Guten und daher geistig Wahren daselbst gesagt wird Mann und Weib oder vielmehr Mann und Frau. Hieraus, wie auch aus den Worten selbst wird erkannt, von welchem Guten und von welchem Wahren im Wort in dessen innerem Sinn die Rede ist. <HG 4823>

Die im Wissen des Wahren und Guten sind, und im vorbildlichen Sinn Knechte oder Männer sind, werden vom Wahren und Guten nicht angeregt, sondern nur vom Wissen desselben, demnach haben sie Freude an den Wahrheiten wegen der Erkenntnis derselben. Diejenigen aber, die in der Neigung zum Wahren und Guten sind, und im vorbildlichen Sinn die Mägde oder Weiber sind, werden nicht vom Wissen angeregt, sondern von dem Wahren und Guten selbst, wenn sie dasselbe bei anderen hören und wahrnehmen. Diese Art der Anregung oder Neigung ist bei guten Frauen gewöhnlich; aber die Neigung zur Erkenntnis des Wahren ist bei den Männern gewöhnlich. Daher kommt es, daß diejenigen, die in einem geistigen Innewerden sind, die Frauen lieben, die von den Wahrheiten angeregt werden, die Frauen dagegen, die nur in dem Wissen derselben sind, nicht lieben. Es ist nämlich der göttlichen Ordnung gemäß, daß die Männer in den Kenntnissen, die Frauen aber nur in den Neigungen dazu sind, damit sie sich nicht selber wegen ihrer Kenntnisse lieben, sondern die Männer, woraus das eheliche Verhältnis

sich bildet. Daher kommt es auch, daß von den Alten gesagt wurde, die Frauen sollten schweigen in der Kirche oder Gemeinde. Weil es sich nun so verhält, deshalb werden die Kenntnisse und die Erkenntnisse durch Männer, und die Neigungen durch Frauen vorgebildet, hier durch die Mägde die Neigungen zum Wahren, die aus den Lustreizen der natürlichen Liebesarten hervorgehen. Weil solche ganz anderer Natur sind als die, welche von den Kenntnissen angeregt werden, darum verhält es sich ganz anders mit den Mägden als mit den Knechten. Das ist es nun, was dadurch bezeichnet wird, daß die Magd nicht ausgehen sollte, wie die Knechte ausgehen. Man merke jedoch, daß dies sich so verhält bei denen, die dem geistigen Reich des Herrn angehören, umgekehrt aber bei denen, die dem himmlischen Reich angehören: in diesem sind die Männer in der Neigung, die Frauen aber in den Erkenntnissen das Guten und Wahren; dadurch bildet sich bei ihnen das eheliche Verhältnis. <HG 8994>

Daß der Mann das Glaubenswahre bezeichnet, kommt aber daher, daß man im Himmel nicht auf die Person achtet, noch auf etwas zur Person Gehörendes, sondern auf die von der Person abstrahierten Dinge. Daher werden sie dort keinen Mann inne wo er im Worte genannt wird, denn der Mann ist eine Person, sondern statt dessen seine Beschaffenheit, zufolge der er Mann ist, nämlich seine Geistesfähigkeit; und mit dieser werden sie das Glaubenswahre inne, denn dasselbe gehört zu dieser Fähigkeit und erleuchtet dieselbe nicht nur, sondern bildet sie auch. Wie unter “Mann” im Himmel das Verstandesvermögen des Menschen verstanden wird, so wird unter “Mensch” sein Willensvermögen begriffen, weil der Mensch ein Mensch ist vermöge seines Willens, ein Mann aber vermöge seines Verstandes. Und weil der Wille der eigentliche Mensch ist, daher bezeichnet Mensch das Gute der Liebe, denn dieses gehört zum Willen, vervollkommnet und bildet ihn. <HG 9007>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 23 →

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