Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
“Gomer, Magog, Madai, Javan, Thubal, Meschech und Thiras”, daß diese ebenso viele Völkerschaften waren, bei denen ein solcher Gottesdienst war, und daß durch sie im inneren Sinn ebenso viele Lehren bezeichnet werden, die eben das waren, was die Religionsgebräuche, die sie heilig hielten, erhellt offenbar aus dem Wort, in dem diese Völkerschaften hin und wieder genannt werden; denn durch sie wird überall bezeichnet der äußere Gottesdienst, bald der dem inneren entsprechende äußere Dienst, bald der entgegengesetzte; daß der entgegensetzte, kommt daher, daß alle Kirchen, wo immer sie auch waren, mit der Zeit sich veränderten, und zwar ins Entgegengesetzte. <HG 1149-1151>
Durch Gog und Magog werden diejenigen bezeichnet, die in einem äußerlichen, vom inneren geistigen Gottesdienst getrennten, natürlichen Gottesdienst leben. <EKO 1268>
Es soll aber auch noch etwas von denen gesagt werden, die in einem äußeren Gottesdienst ohne den inneren geistigen Dienst sind: es sind die, welche an Sonnund Festtagen in die Kirche gehen, daselbst singen und beten, die Predigt anhören und dabei auf den Vortrag, wenig aber auf die Sache merken, auch von dem Gebet, wenn es mit Gefühl gesprochen wird, einigermaßen gerührt werden, z.B. daß sie Sünder seien, dabei aber über sich und ihr Leben nicht nachdenken. Sie gehen auch alljährlich zum heiligen Abendmahl, verrichten Morgens und Abends ihr Gebet, beten auch Mittags und Abends zu Tische, reden zuweilen auch wohl von Gott, vom Himmel und vom ewigen Leben, und wissen denn auch einige Stellen aus dem Wort anzuführen, und können sich als Christen hinstellen, obwohl sie es nicht sind. Denn wenn sie dieses und jenes getan haben, so machen sie sich nichts aus Ehebrüchen und unzüchtigen Handlungen, aus Rache und Haß, aus heimlichen Diebstählen und Beraubungen, aus Lügen und Verleumdungen, und aus bösen Begierden und Absichten aller Art. Diejenigen, die so beschaffen sind, glauben an keinen Gott, noch weniger an den Herrn, und wenn man sie fragt, worin das Gute und Wahre der Religion bestehe, so wissen sie nichts, und denken auch, es sei nicht der Mühe wert, es zu wissen. Mit einem Wort: sie leben sich und der Welt, somit ihren Neigungen und dem Körper, aber nicht Gott und dem Nächsten, also auch nicht für den Geist und die Seele. Hieraus erhellt, daß ihr Gottesdienst ein äußerlicher ist ohne inneren Dienst. Solche sind auch sehr geneigt, die Ketzerei vom bloßen Glauben anzunehmen, besonders wenn sie hören, daß der Mensch nichts Gutes aus sich tun könne, und daß sie nicht unter dem Joch des Gesetzes stehen. Daher kommt es, daß gesagt wird: der Drache wird ausgehen zu verführen die Völkerschaften, den Gog und Magog. Durch Gog und Magog wird auch in der hebräischen Sprache das Dach und die Bretterdecke (Getäfel) bezeichnet, die etwas Äußeres sind. <EKO 1269>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 16 →
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