Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Von Lot stammen auch zwei götzendienerische Völkerschaften ab. <HG 1359>
“Und mit ihm ging Lot”, daß dies das Sinnliche bedeutet, und daß durch Lot vorgebildet wird der Herr in betreff Seines sinnlichen und körperlichen Menschen, kann erhellen aus der Vorbildung Lots im Folgenden, wo von ihm berichtet wird, daß er sich getrennt habe von Abram, und daß er durch Engel gerettet worden sei: dagegen nahm Lot nachher, nachdem er sich getrennt hatte, eine andere Vorbildung an, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Daß der Herr geboren wurde wie ein anderer Mensch von einem jungfräulichen Weibe, und daß Er Sinnliches und Körperliches hatte, wie ein anderer Mensch, ist bekannt; aber darin, daß Sein Sinnliches und Körperliches nachher mit dem Himmlischen vereinigt und göttlich wurde, war Er nicht wie ein anderer Mensch. Durch Lot wird vorgebildet des Herrn Sinnliches und Körperliches selbst, oder, was dasselbe ist, Sein sinnlicher und körperlicher Mensch, wie Er war im Stande Seiner Kindheit, nicht wie Er wurde, als Er durch Himmlisches mit dem Göttlichen vereinigt wurde. <HG 1428>
“Und Lot, den Sohn seines Bruders”, daß dies bedeute das sinnlich Wahre, somit das erste, das dem Herrn als Knabe beigebracht wurde, erhellt aus der Bedeutung Lots, von der im vorhergehenden Vers die Rede war, daß er nämlich das Sinnliche darstellte; und aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er das Wahre bezeichnet. Dann aus der Bedeutung des Bruders, sofern er ebenfalls das Wahre des Glaubens ist, somit hier das sinnlich Wahre; denn im inneren Sinn wird gar nicht reflektiert auf die Personen und Worte, sondern nur auf ihre Bedeutung: im Himmel weiß man nicht, wer Lot ist, sondern nur die durch ihn vorgebildete Eigenschaft; auch weiß man nicht, was der Sohn ist, sondern den geistigen Zustand, der beziehungsweise ist wie ein Sohn; auch weiß man nicht, was der Bruder ist, außer von der Brüderschaft, wie sie im Himmel ist.
Was das sinnlich Wahre betrifft, so ist es das erste Wahre, das Eingang findet, weil das Urteil im Knabenalter nicht höher reicht. Das sinnlich Wahre ist, daß man alles Irdische und Weltliche ansieht als von Gott geschaffen, und zwar alles und jedes zu einem Zweck, und in allem und jedem ein Bild des Reiches Gottes sieht; dieses sinnlich Wahre wird nur eingeflößt beim himmlischen Menschen; und weil der Herr allein ein himmlischer Mensch war, so wurden diese und ähnliche sinnliche Wahrheiten Ihm eingeflößt in der ersten Kindheit, und so wurde Er vorbereitet zu Aufnahme des Himmlischen. <HG 1434>
“Und Lot mit ihm”, daß dies das Sinnliche bedeutet, ist mit wenigem schon früher, bemerkt worden; weil hier insbesondere von Lot gehandelt wird, so muß man wissen, was derselbe beim Herrn vorbildet: Pharao bildete vor das Wißtümliche, das endlich den Herrn entlassen hat; Lot aber das Sinnliche, unter dem verstanden wird der äußere Mensch und seine Vergnügungen, die dem Sinnlichen angehören, somit was das Äußerste ist, und den Menschen im Knabenalter zu fesseln und vom Guten abzuführen pflegt; denn in dem Maß als der Mensch den aus den Begierden entspringenden Vergnügungen nachhängt, wird er abgezogen vom Himmlischen, das der Liebe und Liebtätigkeit angehört; denn in jenen ist die Liebe aus sich und aus der Welt, mit denen die himmlische Liebe nicht übereinstimmen kann. Es gibt jedoch auch Vergnügungen, die mit dem Himmlischen ganz übereinstimmen, und in der äußeren Gestalt auch als die gleichen erscheinen; aber die aus den Begierden entspringenden Vergnügen sind zu bezähmen und abzustreifen, weil sie den Zugang zum Himmlischen verschließen; von diesen Vergnügungen, nicht von jenen, handelt es sich in 1.Mose Kapitel 13 bei Lot, sofern er sich von Abram getrennt habe: und hier, daß solche da gewesen seien, die bezeichnet werden durch “Lot mit ihm”. Im allgemeinen aber wird durch Lot bezeichnet der äußere Mensch, wie dies aus dem Folgenden erhellen wird. <HG 1547>
“Und auch Lot, der mit Abram ging”, daß dies bedeutet den äußeren Menschen, der beim Herrn war, erhellt aus der Vorbildung Lots, sofern er der sinnliche Mensch ist, oder was dasselbe ist, der äußere. Daß ein Inneres und ein Äußeres bei jedem Menschen ist, oder was dasselbe ist, daß es einen inneren und einen äußeren Menschen gibt, ist jedem innerhalb der Kirche bekannt. Der äußere Mensch empfängt sein Leben hauptsächlich vom inneren, d.h. von seinem Geist oder seiner Seele; daher kommt sein eigentliches Leben im allgemeinen, und dieses Leben kann nicht für sich besonders oder deutlich vom äußeren Mensch angenommen werden, wenn nicht dessen organische Gefäße geöffnet werden, die Aufnehmende des Besonderen und Einzelnen des inneren Menschen sein müssen. Diese organischen Gefäße, die das Aufnehmende sein sollen, werden nur mittels der Sinne geöffnet, welche vornehmlich sind das Gehör und das Gesicht, und je wie diese geöffnet werden, kann auch der innere Mensch mit dem Besonderen und Einzelnen einfließen. Jene Gefäße werden aber mittelst der Sinne geöffnet durch Wißtümliches und durch Erkenntnisse, sodann durch Vergnügungen
und Lustreize, durch erstere, die dem Verstande, durch letztere, die dem Willen angehören: hieraus kann erhellen, daß gar nicht anders geschehen kann, als daß bei dem äußeren Menschen sich auch einschleichen Wissensdinge und Erkenntnisse, die nicht übereinstimmen können mit den geistigen Wahrheiten, und daß sich einschleichen Vergnügungen und Lustreize, die nicht übereinstimmen können mit dem himmlisch Guten, als da ist alles das, was auf leibliche, weltliche und irdische Dinge als Endzwecke abzielt; und wenn diese als Endzweck bezielt werden, dann ziehen sie den äußeren Menschen auswärts und abwärts, und entfernen ihn vom inneren; daher denn, wenn dergleichen nicht zerstreut wird, der innere Mensch durchaus nicht mit dem äußeren übereinstimmen kann: darum ist, ehe der innere Mensch mit dem äußeren übereinstimmen kann, solches zu entfernen. Daß nun dieses entfernt und ausgeschieden worden ist beim Herrn, wird vorgebildet und bezeichnet durch die Trennung Lots von Abram. <HG 1563>
“Und es trug sie das Land nicht zu wohnen beieinander” bedeutet, daß das, was zum himmlischen Inneren gehört, nicht zusammen sein konnte mit jenem, nämlich mit dem, was durch Lot hier bezeichnet wird. Abram bildet, wie gesagt, den Herrn vor, hier Seinen inneren Menschen, Lot aber den äußeren, hier das, was vom äußeren Menschen getrennt werden sollte, mit dem nämlich das Innere nicht zusammenwohnen konnte. <HG 1568>
Lot bezeichnet den äußeren Menschen, wenn er nicht mit dem inneren Menschen vereinigt ist. So groß die Schönheit des äußeren Menschen ist, wenn er vereinigt ist mit dem inneren, so groß ist seine Häßlichkeit, wenn er entzweit ist. <HG 1598>
“Und sie nahmen Lot und sein Habe, den Sohn des Bruders Abrams, und zogen davon”, daß dies bedeutet, daß sie das scheinbar Gute und Wahre, das an sich nicht gut und wahr ist, den äußeren Menschen und alles bei diesem Befindliche eingenommen haben, erhellt aus der Bedeutung Lots, und daß dieser beim Herrn den sinnlichen oder äußeren Menschen bezeichnet, ist schon früher einigemal gesagt und gezeigt worden, und zwar bedeutet er hier den äußeren Menschen in betreff des scheinbar Guten und Wahren, das hier die Habe Lots ist; daß dieses Gute und Wahre im ersten Knabenalter als gut und wahr erschien, und an sich nicht so war, ist schon früher erklärt worden; daß es aber stufenweise gereinigt wurde, und zwar durch Versuchungskämpfe, kann aus dem, was von den Versuchungen gesagt worden ist, erhellen (HG 1661, 1662). <HG 1698>
Der äußere Mensch ist es, der Lot genannt wird, aber derselbe heißt im früheren Zustand Bruders-Sohn, im jetzigen hingegen Bruder Abrams, denn dazumal hieß er Bruders-Sohn, als scheinbar Wahres und Gutes ihn einnahm, Bruder dagegen, als echt Gutes und echt Wahres. <HG 1707>
“Und auch Lot, seinen Bruder, und dessen Habe brachte er zurück”, daß dies bedeutet den äußeren Menschen und alles, was diesem angehört, erhellt aus der
Bedeutung Lots, sofern dieser der äußere Mensch ist; wovon einige Male. Was der äußere Mensch ist, weiß man heutzutage kaum, man meint nämlich, das, was zum Körper gehört, mache allein den äußeren Menschen aus, wie z.B. sein Sinnliches, nämlich der Tastsinn, der Geschmack, der Geruch, das Gehör und das Gesicht, sodann die Begehrungen und Vergnügungen - diese bilden aber den äußersten, der ganz körperlich ist. Den äußeren Menschen bilden eigentlich die Wissensdinge, die dem Gedächtnis angehören, und die Gefühle, die der Liebe, von welcher der Mensch durchdrungen ist, angehören, sodann das Sinnliche, das dem Geist eigen ist, mit den Vergnügungen, die auch bei den Geistern sind. Daß dieses eigentlich den äußeren oder auswendigen Menschen bildet, kann man sehen an den Menschen im anderen Leben, oder an den Geistern; diese haben ihn gleichfalls, und ebenso den Inwendigen und folglich den Inneren. Der Körper ist nur gleichsam die Decke oder gleichsam die Schale, die abgelöst wird, damit der eigentliche Mensch lebe und damit all das Seine vortrefflicher werde. <HG 1718>
Lot bildete, solange er mit Abraham war, das Sinnliche des Herrn vor, somit sein Äußeres. Jetzt aber, da er von Abraham getrennt ist, behält er die Vorbildung des Herrn nicht mehr bei, sondern die Vorbildung derer, die bei dem Herrn sind, nämlich den äußeren Menschen der Kirche, und die sind diejenigen, die im Guten der Liebtätigkeit sind, aber in äußerlichem Gottesdienst. Ja, Lot bildet in diesem Kapitel nicht bloß den äußeren Menschen der Kirche, oder was dasselbe ist, die äußere Kirche vor, wie sie beschaffen ist im Anfang, sondern auch, wie sie beschaffen ist im Fortgang, und dann auch am Ende. Das Ende dieser Kirche ist es, das durch Moab und den Sohn Ammons bezeichnet wird. Im Wort ist es etwas Gewöhnliches, daß einer mehrere aufeinanderfolgende Zustände vorbildet, die durch die aufeinanderfolgenden Handlungen seines Lebens beschrieben werden. <HG 2324>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 478 →
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