Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Matth.10/41,42: “Jeder, der einen Propheten aufnimmt im Namen eines Propheten, wird den Lohn eines Propheten empfangen. Und wer einen Gerechten aufnimmt im Namen eines Gerechten, wird den Lohn eines Gerechten empfangen. Und wer einen von diesen Kleinen mit einem Becher kalten Wassers tränket allein im Namen eines Jüngers, wahrlich, Ich sage euch, er wird seinen Lohn nicht verlieren”. Einen Propheten aufnehmen im Namen eines Propheten, einen Gerechten im Namen eines Gerechten und tränken im Namen eines Jüngers bedeutet, das Wahre lieben und um des Wahren willen, das Gute um des Guten willen und Liebtätigkeit üben aus dem Glauben des Wahren. Denn durch den Propheten wird bezeichnet das Wahre, durch den Gerechten wird bezeichnet das Gute und durch den Jünger wird bezeichnet das Gute aus dem Wahren, und einen Trunk kalten Wassers geben heißt, aus Gehorsam Liebtätigkeit üben; in ihrem Namen bedeutet, wegen der Beschaffenheit desselben, somit um dessen willen. Wer könnte dieses verstehen, wenn er nicht weiß, was der Name bedeutet. Das Wahre lieben und tun um des Wahren willen und das Gute um des Guten willen heißt, angeregt werden vom Wahren und Guten um dessen willen, nicht aber um des eigenen Ruhms, um der eigenen Ehre und des Gewinns willen. Diese Neigung zum Wahren und Guten ist eine wahrhaft geistige Neigung, aber die
Neigung zum Wahren und Guten um des eigenen Ruhms um der Ehre und des Gewinns willen, ist eine lediglich natürliche Neigung. Und weil diejenigen, die das Wahre und Gute lieben um des Wahren und Guten willen, oder weil es wahr und gut ist, in einer geistigen Neigung zum Wahren und Guten sind, darum wird gesagt, sie werden den Lohn des Propheten und des Gerechten empfangen, d.h., sie seien in der geistigen Neigung zum Wahren und Guten, welche Neigung den Lohn, weil den Himmel, in sich selber hat. <EKO 102>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 475 →
NEUOFFENBARUNG