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Levi – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Der Stamm Levi bedeutet im inneren Sinn die Liebe. <HG 352>

Im höchsten Sinn bezeichnet Levi den Herrn, vermöge der göttlichen Liebe und Barmherzigkeit gegen diejenigen, die in geistiger Liebe sind. Und weil die göttliche Liebe oder Barmherzigkeit im höchsten Sinn unter Levi verstanden ist, und im inneren Sinn die geistige Liebe, darum ist der Stamm Levi das Priestertum geworden; denn das Priestertum im inneren Sinn des Wortes ist nichts anderes als das Heilige der Liebe, und das Königtum das Heilige des Glaubens. Weil durch das Wort “anhangen”, von dem Levi den Namen bekam, geistige Liebe bezeichnet wird, die soviel ist als gegenseitige Liebe, so wird auch durch das gleiche Wort in der Grundsprache bezeichnet leihen und entlehnen, und wirklich wurde durch leihen und entlehnen in der jüdischen Kirche vorgebildet gegenseitige Liebe. <HG 3875, 3877>

“Nahmen die beiden Söhne Jakobs, Schimeon und Levi” bedeutet den Glauben und die Liebe. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Schimeons, insofern er den Glauben im Willen bezeichnet, und aus der vorbildlichen Bedeutung Levis, insofern er die geistige Liebe oder Liebtätigkeit bezeichnet; dies wird im echten Sinn durch Schimeon und Levi und auch durch die nach Schimeon und Levi benannten Stämme bezeichnet; im entgegengesetzten Sinn aber das Falsche und Böse; denn das Falsche ist entgegengesetzt dem Wahren des Glaubens und das Böse dem Guten der Liebtätigkeit: solches bildeten Schimeon und Levi bezüglich des jüdischen Volkes vor, das bei sich das Ganze des Glaubens und das Ganze der Liebtätigkeit, die das Innere des Gottesdienstes waren, ausgelöscht hatte, wie man dies noch deutlicher aus dem Folgenden erkennen kann, wo von ihnen gesagt wird, daß sie Chamor, Schechem und die Männer der Stadt töteten, und daß die Söhne Jakobs über die Erschlagenen kamen und plünderten alles. Daß Schimeon und Levi das taten, geschah, damit vorgebildet würde, daß das Wahre, das Sache des Glaubens, und das Gute, das Sache der Liebtätigkeit ist, Falsches und Böses geworden sei; denn wenn das Wahre zum Falschen und das Gute zum Bösen wird in der Kirche, dann ist es um die Kirche geschehen. <HG 4497>

“Schimeon und Levi sind Brüder” bedeutet den Glauben in Ansehung des Willens und die Liebtätigkeit; hier aber das Gegenteil, weil den von der Liebtätigkeit getrennten Glauben. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Schimeons, insofern er den Glauben in Ansehung des Willens bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Levis, insofern er die Liebtätigkeit bezeichnet; hier aber das Gegenteil, weil der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube gemeint ist; denn wenn durch Ruben dieser Glaube vorgebildet wird, was deutlich aus dem beim 1.Mose 49/4 Erklärten hervorgeht, so folgt, daß kein Glaube in Ansehung des Willens vorhanden sei, also auch keine Liebtätigkeit, was durch Schimeon und Levi vorgebildet wird, denn es ergibt sich dies dem Zusammenhang gemäß aus ihrem Prinzip. Deswegen wird durch Schimeon das Falsche in Ansehung des Willens vorgebildet, und durch Levi das Böse in Ansehung der Handlung, denn diese sind dem Glauben in Ansehung des Willens und der Liebtätigkeit entgegengesetzt. Daß dies bezeichnet werde, ist daraus klar, daß Schimeon und Levi verflucht werden. <HG 6352>

Warum hier Ruben, Schimeon und Levi und deren Söhne erwähnt werden, aber nicht die übrigen Stammväter mit deren Söhnen in ihrer Ordnung, kann man nur aus dem inneren Sinn wissen. Daß jene Aufzählung in diesem Kapitel geschehen ist, um die Geburt Aharons und Moses wissen zu lassen, ist klar, aber dazu hätte die Stammtafel Levis genügt; denn darauf hat die des Ruben und Schimeon und ihrer Söhne gar keinen bezug. Aber der Grund, der nur aus dem inneren Sinn ersichtlich ist, liegt darin, daß von der geistigen Kirche die Rede ist, die durch die Söhne Israels vorgebildet wird; diese Kirche nimmt beim Menschen ihren Anfang mit dem Glauben des Wissens und nachher des Verstehens, der durch Ruben und seine Söhne vorgebildet wird. Späterhin, wenn die Kirche beim Menschen wächst, geht jener Glaube in das Wollen und vom Wollen ins Tun über, und alsdann will der Mensch das Wahre, das dem Glauben angehört, und tut es, weil es so im Wort befohlen ist. Diese Entwicklungsstufe des Glaubens wird durch Schimeon vorgebildet. Nachher zeigt sich in seinem Willen, der ein neuer geworden, die Regung der Liebtätigkeit, so daß er das Gute tun will, nicht wie früher aus dem Glauben, sondern aus Liebtätigkeit gegen den Nächsten; denn wenn der Mensch bis zu diesem Punkt wiedergeboren wird, dann ist er ein Mensch der geistigen Kirche; denn alsdann ist die Kirche in ihm. Diese Liebtätigkeit mit ihrer Regung ist es, die durch Levi vorgebildet wird. <HG 7231>

“Vom Stamme Levi zwölftausend Versiegelte” bedeutet, die guten Werke. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung und daher Bezeichnung Levis und seines Stammes, sofern er die geistige Liebe bezeichnet, welche die Liebtätigkeit gegen den Nächsten genannt wird. Daß der Stamm Levi hier die guten Werke bedeutet, kommt daher, weil die geistige Liebe oder die Liebtätigkeit in guten Leistungen besteht, welches die guten Werke sind. Die Liebtätigkeit selbst an sich betrachtet ist die Neigung zum Wahren und

Guten, wo aber diese Neigung ist, da ist das Leben dem Wahren und Guten gemäß, denn eine Neigung ohne das Leben nach dem Wahren und Guten, wovon sie angeregt wird, ist unmöglich. Wenn man meint, sie sei möglich und vorhanden, so ist es eine natürliche Neigung und keine geistige, diese Neigungen aber unterscheiden sich darin, daß die natürliche Neigung sich selbst und die Welt zum Zweck hat, daher liebt sie das Wahre und Guten, von dem sie angeregt wird, um des eigenen Rufs willen, um Ehren und Vermögen zu gewinnen, und dann ist das Leben nach den Lehren, die sie erlernt hat, nur ein von ihr selbst angenommenes, des Scheins halber, und so ein verstelltes und innerlich heuchlerisches. Hingegen die geistige Neigung hat zum Zweck den Herrn, den Himmel und das ewige Leben, die sie im Wahren und Guten erkennt, somit liebt sie das Wahre und Gute geistig. Wenn aber diese Neigung im Menschen ist, alsdann liebt der Mensch es zu denken und zu wollen, mithin danach zu leben. Nach dem Wahren und Guten leben wird im Wort verstanden durch tun, und das Leben selbst durch Taten und Werke, die so oft im Wort genannt werden. Das ist es daher, was durch Levi und seinen Stamm in der Kirche bei den Juden vorgebildet und bezeichnet wurde. Weil diese Neigung das eigentlich Wesentliche der Kirche ist, darum ist der Stamm Levi zum Priestertum geworden; und darum hat sein Stab im Zelt der Zusammenkunft Mandelblüten getrieben; und darum ist diesem Stamm kein Erbteil gegeben worden, wie den übrigen Stämmen, sondern unter den einzelnen. Daß der Stamm Levi zum Priestertum wurde, ist bekannt, denn nicht nur Aharon wurde Hohepriester, sondern auch seine Söhne nach ihm, und alle Leviten wurden ihnen zur Bedienung gegeben. Der Stamm Levi wurde zum Priestertum erwählt und ihm wurde sein Erbteil unter allen Stämmen gegeben, nicht weil dieser Stamm besser war, als die übrigen, sondern weil er die Liebtätigkeit im Tun und die guten Werke vorbildete, welche die Wirkungen alles Guten und Wahren beim Menschen sind. Levi bedeutet das Anhangen und das Anhangen die Verbindung durch geistige Liebe. Die drei Söhne der Leah, wie sie der Ordnung nach geboren wurden: Ruben, Simeon und Levi, bedeuten in der Reihenfolge die ersten und vornehmsten wesentlichen Punkte der Kirche, nämlich das Wahre im Verstand, das Wahre im Willen und das Wahre im Tun; das gleiche wie die drei Jünger des Herrn, nämlich Petrus, Jakobus und Johannes; denn Petrus bedeutet das Wahre im Verstand, Jakobus das Wahre im Willen und Johannes das Wahre im Tun, welches das Gute des Lebens oder das Gute der Liebtätigkeit ist. Und das Anhangen, welches in der Grundsprache Levi heißt, bedeutet die Verbindung durch Liebe und Liebtätigkeit.

Weil die meisten Ausdrücke im Wort auch einen entgegengesetzten Sinn haben, so auch Levi und sein Stamm, und in diesem Sinn bedeutet Levi das Böse des Falschen, das dem Guten der Liebtätigkeit entgegengesetzt ist, und ein Leben ohne Liebtätigkeit, mithin die Nicht-Liebtätigkeit gegen den Nächsten. <EKO 444>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 449 →

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