Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Der Leuchter, sofern er die gegenseitige Liebe und Liebtätigkeit bezeichnet. Daß der Leuchter die gegenseitige Liebe bedeutet, hat seinen Grund in der Flamme, durch die diese Liebe bezeichnet wird; und daß er die Liebtätigkeit bedeutet, hat seinen Grund in der Wärme und im Lichte daher; denn die geistige Wärme ist das Gute der Liebtätigkeit und das geistige Licht ist das Wahre des Glaubens. <HG 9473>
Der Leuchter, sofern er das geistig Göttliche im Himmel und in der Kirche vom Herrn bezeichnet. Daß durch den Leuchter das geistig Göttliche bezeichnet wird, hat den Grund, weil durch den Tisch, auf dem die Schaubrote lagen, das himmlisch Göttliche bezeichnet wird, wie im Vorhergehenden gezeigt worden. Das himmlisch Göttliche ist das Gute der Liebe, und das geistig Göttliche ist das Wahre des Glaubens daher, beides ausgehend vom Herrn. Der Leuchter bedeutet aber das geistig Göttliche wegen der Erleuchtung; denn das göttlich Wahre, das vom göttlich Guten des Herrn ausgeht, ist es, was im Himmel leuchtet; die Engel haben kein Licht anderswoher. Daher kommt es, daß der Herr im Wort das Licht genannt wird, und daß durch das Licht bezeichnet wird der Glaube, die Einsicht des Wahren und die Weisheit des Guten, die vom Herrn allein stammen. Der Leuchter bedeutet auch die Kirche. <HG 9548>
Der Leuchtet, sofern er den Herrn vorbildet in Ansehung des göttlich Wahren, somit das aus dem Göttlich-Menschlichen selbst hervorgehende göttlich Wahre, und die Erleuchtung Seines geistigen Reiches durch dasselbe. <HG 9684>
“Diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter” bedeutet das Gute der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und das Wahre der Lehre und des Glaubens, woraus der Himmel und die Kirche sich bildet. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ölgartens, des Ölbaumes und der Olive, sofern sie im weiteren Sinn das himmlische Reich des Herrn bezeichnen, und daher die himmlische Kirche, die sich von anderen Kirchen dadurch unterscheidet, daß diejenigen, aus denen diese Kirche besteht, in der Liebe zum Herrn und in der Liebe gegen den Nächsten sind. Daher kommt es, daß durch Ölbaum und Olive diese beiderlei Liebe, oder das Gute der beiden Liebesarten bezeichnet wird. Ferner aus der Bedeutung des Leuchters, sofern er im weiteren Sinn das geistige Reich des Herrn und daher die geistige Kirche bezeichnet, und weil die Hauptsache dieser Kirche das Wahre der Lehre und das Wahre des Glaubens ist, darum werden auch diese durch die Leuchter bezeichnet. Daß gesagt wird, die zwei Zeugen seien zwei Ölbäume und zwei Leuchter, die doch vier sind, kommt daher, weil zwei die Verbindung und daher eins bedeuten; denn es sind zwei, die eins ausmachen, nämlich das Gute und das Wahre; denn das Gute ist nur gut aus dem Wahren, und das Wahre ist nur wahr aus dem Guten.
Wenn daher diese zwei eins ausmachen, dann erst sind und existieren sie. Diese Verbindung in eins wird die himmlische Ehe genannt, und aus dieser Ehe ist der Himmel und die Kirche. Ebenso verhält es sich mit dem himmlisch Guten, das durch die zwei Ölbäume und mit dem geistig Guten, das durch die zwei Leuchter bezeichnet wird; denn das Gute im himmlischen Reich des Herrn ist das Gute der Liebe zum Herrn, und das Wahre dieses Guten wird das Gute der Liebe gegen den Bruder und Genossen genannt. Aber das Gute im geistigen Reich des Herrn ist das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und das Wahre dieses Guten wird das Gute des Glaubens genannt. Hiervon kann man aber nicht wohl eine richtige Vorstellung bekommen, wenn man nicht die Beschaffenheit des himmlisch Guten und die Beschaffenheit des geistig Guten weiß, und was für ein Unterschied dazwischen stattfindet. Aus diesem kann erhellen, warum die zwei Zeugen zwei Ölbäume und zwei Leuchter heißen. <EKO 638>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 447 →
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