Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
“Und sah ihre Lasten” bedeutet die Wahrnehmung, daß sie vom Falschen angefochten wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es eine Wahrnehmung ist; und aus der Bedeutung der Lasten, sofern sie die Anfechtungen durch Falsches bezeichnen; denn die Lasten, die den Söhnen Israels von Pharao aufgelegt wurden, sind im geistigen Sinn nichts anderes. Pharao ist das falsche Wißtümliche; die Anfechtungen durch Falsches sind auch nichts anderes als Lasten für die, welche in den Wahrheiten sind. Wie es mit den Anfechtungen durch Falsches, welche Lasten sind für diejenigen, die in Wahrheiten sind, sich verhalte, kann ein Mensch nicht wissen, solange er in der Welt lebt, weil er alsdann nicht so angefochten wird, denn entweder hängt alsdann sein Gemüt am Falschen, oder er weist es ab, und zwar ohne fühlbare Anfechtung. Aber wenn im anderen Leben diejenigen, die in Wahrheiten sind, von Falschem angefochten werden, alsdann werden sie von bösen Geistern darin gleichsam wie gefesselt gehalten, aber das Inwendigere ihres Gemüts in den Wahrheiten vom Herrn, durch die das Falsche zerstoben wird. <HG 6757>
“Wenn du den Esel deines Hassers liegen siehst unter seiner Last”, bedeutet das Falsche, das mit dem Guten der Kirche nicht übereinstimmt, und durch das sie zugrunde gehen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Esels, sofern er das wißtümliche Wahre bezeichnet, somit im entgegengesetzten Sinn das wißtümliche Falsche. Aus der Bedeutung des Hassers, wenn vom Falschen die Rede ist, sofern er das bezeichnet, was gegen das Gute der Kirche ist, somit was nicht damit übereinstimmt; denn Haß bedeutet im geistigen Sinn die Abneigung und den Zwiespalt, der zwischen dem Wahren
und Falschen ist, wie auch zwischen dem Guten und Bösen. Und aus der Bedeutung von liegen unter einer Last, sofern es soviel ist als zugrunde gehen. Hieraus wird klar, daß durch den Esel des Hassers das mit dem Guten der Kirche nicht übereinstimmende Falsche bezeichnet wird, durch das sie zugrunde gehen werden. <HG 9257>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 421 →
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