← Zurück zu „L“

Länge – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Daß die Länge bezeichnet derselben Heiliges, die Breite derselben Wahres, und die Höhe derselben Gutes, die durch Zahlen beschrieben werden, kann nicht so aus dem Wort begründet werden, weil alle und jegliche Aussage sich nach dem Subjekt oder der Sache richtet, von der die Rede ist; wie denn die Länge angewandt auf die Zeit bezeichnet das Fortwährende und Ewige, z.B. die Länge der Tage; wogegen sie angewandt auf den Raum das Heilige bezeichnet, das daraus folgt; so verhält es sich auch mit der Breite und der Höhe; eine dreifache Dimension hat alles im Irdischen, aber solche Dimensionen können nicht von himmlischen und geistigen Dingen ausgesagt werden; wenn sie ausgesagt werden, so wird in Abgezogenheit von den Dimensionen verstanden größere und geringere Vollkommenheit, dann ihre Qualität und Quantität; wie hier die Qualität, daß es Überreste sind, und ihre Quantität, daß es wenige sind. <HG 650>

Die Länge bedeutet das Gute und die Breite das Wahre. Die Ursache ist, weil das Land das Himmelreich oder die Kirche bedeutet, von denen keine Länge und Breite ausgesagt werden kann, sondern solches, das angemessen und entsprechend ist, welches ist das Gute und das Wahre. Das Himmlische oder Gute wird, weil es die erste Stelle einnimmt, der Länge verglichen, das Geistige aber oder das Wahre, weil es die zweite Stelle einnimmt, wird verglichen der Breite. <HG 1613>

Daß die Länge im Wort das Gute bedeutet, und die Breite das Wahre, kann widersinnig erscheinen, es ist aber doch so. Dies hat seinen Grund darin, daß alles und jedes im Wort solches bedeutet, was dem Himmel und was der Kirche angehört, somit was sich auf das Gute der Liebe und auf das Wahre des Glaubens bezieht. Von diesem kann nichts Räumliches, wie es die Länge und die Breite in sich schließt, ausgesagt werden, sondern statt des Raums der Zustand des Seins, welcher der Zustand des Guten ist, und daher der Zustand des Daseins, welcher der Zustand des Wahren ist. Im Himmel sind auch wirklich die Räume Erscheinungen aus jenen Zuständen. <HG 9487>

Daß messen im geistigen Sinn nicht messen bedeutet, kann daraus erhellen, daß befohlen wurde, er soll nicht bloß den Tempel und den Altar messen, sondern auch die darin anbeten, sodann, daß das Messen des Tempels und des Altars etwas in sich schließt, was durch ihre Maße bezeichnet wird, somit was durch die Länge, die Breite und die Höhe bezeichnet wird; denn von einem Messen der Anbetenden im Tempel kann keine Rede sein, wenn nicht messen bedeutet, ihre Beschaffenheit, oder die Beschaffenheit der Sache erforschen. Es sind nur drei Dinge, die gemessen werden, nämlich die Breite, die Länge und die Höhe, und durch die Breite wird bezeichnet das Wahre der Kirche, durch die Länge das Gute der Kirche und durch die Höhe beides in Ansehung der Grade. Die Grade des Wahren und Guten sind so beschaffen, wie das inwendigere oder höhere Wahre und Gute ist, und wie beschaffen das äußere oder niedere ist. Daß dies durch jene drei Dimensionen bezeichnet wird, beruht darauf, daß der Himmel breit heißt von Mittag gen Mitternacht, und lang heißt vom Aufgang gen Niedergang, und hoch heißt vom dritten Himmel, der in den obersten Regionen sich befindet im Vergleich mit dem ersten Himmel, der in den untersten ist. Und weil im Himmel diejenigen von Mittag gen Mitternacht wohnen, die in den Wahrheiten der Lehre sind, darum wird durch die Breite das Wahre des Himmels und der Kirche bezeichnet; und weil im Himmel von Aufgang gen Niedergang diejenigen wohnen, die in Gutem der Liebe sind, darum wird durch die Länge das Gute des Himmels oder der Kirche bezeichnet; und weil in den obersten Regionen die wohnen, die im dritten Himmel und die weisesten sind, und in den untersten Regionen die, welche im ersten Himmel und beziehungsweise einfältig sind, darum wird durch die Höhe die Weisheit und Einsicht in betreff der Grade bezeichnet. Dieses ist es daher, was im allgemeinen durch die Messungen angedeutet wird. <EKO 629>

“Ihre Länge ist so groß wie ihre Breite” bedeutet, daß das Gute und Wahre in dieser eins ausmachen, wie das Wesen und die Form. Durch die Länge der Stadt Jerusalem wird das Gute der Kirche bezeichnet, und durch ihre Breite wird das Wahre der Kirche bezeichnet. Durch die Länge wird das Gute bezeichnet, hier das Gute der Kirche, aus demselben Grunde, aus dem die Breite das Wahre bezeichnet; und zwar aus dem Grunde, weil die Ausdehnung des Himmels von Osten gegen Westen unter der Länge, und die Ausdehnung

des Himmels von Süden gegen Norden unter der Breite verstanden wird, und die Engel, die im Osten und Westen des Himmels wohnen, im Guten der Liebe sind, und die Engel, die im Süden und Norden des Himmels wohnen, in den Wahrheiten der Weisheit sind. Auf gleiche Weise verhält es sich mit der Kirche auf Erden, denn jeder Mensch, der im Guten und Wahren der Kirche aus dem Wort ist, steht in Gemeinschaft mit Engeln des Himmels und wohnt in Ansehung des Inwendigen seines Gemütes mit ihnen zusammen; diejenigen, die im Guten der Liebe stehen, im Osten und Westen des Himmels, und diejenigen, die im Wahren der Weisheit stehen, im Süden und Norden des Himmels. Der Mensch weiß dies zwar nicht, aber nach dem Tode kommt doch jeder an seinen Ort. Daher kommt es nun, daß durch die Länge, wenn von der Kirche die Rede ist, ihr Gutes bezeichnet wird, und durch die Breite ihr Wahres. Daß man nicht einer Kirche Länge und Breite zuschreiben kann, wohl aber einer Stadt, durch welche die Kirche bezeichnet wird, ist einleuchtend. Die Bedeutung, daß das Gute und Wahre in jener Kirche eins ausmachen wie Wesen und Form, ergibt sich daraus, daß es heißt: ihre Länge ist so groß als ihre Breite, durch die Länge aber, wie gesagt, das Gute der Kirche und durch die Breite ihr Wahres bezeichnet wird. Sie machen eins aus wie Wesen und Form, weil das Wahre die Form des Guten, und das Gute das Wesen des Wahren ist, Wesen und Form aber eins ausmachen. <EKO 1315>

Das Denken des geistigen Menschen und besonders der Engel des Himmels hat nichts gemeinsam mit der Gestalt und Form, die etwas von räumlicher Länge, Breite und Höhe an sich hat, sondern von dem Zustand der Sache aus dem Zustand des Lebens. Statt der räumlichen Länge denken sie sich daher das Gute der Sache aus dem Guten des Lebens; statt der räumlichen Breite das Wahre der Sache aus dem Wahren des Lebens und statt der Höhe ihre Grade. So denken sie vermöge der Entsprechung, die zwischen geistigen und natürlichen Dingen untereinander besteht. <LW 71>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 418 →

← Zurück zu „L“