Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Wenn der Verstand mit dem Willen oder Glaube mit der Liebe vermählt ist, so wird der Mensch vom Herrn ein vermähltes Land genannt. <HG 55>
Das Land Chavillah bedeutet das Gemüt. <HG 110>
Das Land Kusch bedeutet das Gemüt oder deren Vermögen. <HG 116>
Wenn der Mensch wiedergeboren ist, wird er nicht mehr Land genannt, sondern Boden, weil ihm himmlische Samen eingepflanzt sind. <HG 268>
Daß durch die “Erde” bezeichnet wird jenes Geschlecht, von dem früher die Rede war, erhellt aus demjenigen, was von der Bedeutung der Erde und des Bodens gezeigt worden ist; Erde ist ein Wort, das im Worte sehr oft genannt wird, und durch sie wird bezeichnet das Land, in dem die wahre Kirche des Herrn, wie das Land Kanaan; auch das Land, in dem keine Kirche ist, wie das Land Ägyptens, und das Land der Heiden, somit steht es für die Völkerschaft, die daselbst wohnt, und weil für Völkerschaft, auch für jeden dieser Art, der daselbst ist. Land heißt es von der himmlischen Liebe, wie das Land Kanaan; die Länder der Heiden von unsauberen Trieben; aber Boden vom Glauben, der eingepflanzt wird; denn wie gezeigt worden, die Erde ist das Enthaltende des Bodens, und der Boden ist das Enthaltende des Feldes, wie die Liebe ist das Enthaltende des Glaubens, und der Glaube ist das Enthaltende der Glaubenserkenntnisse, die eingepflanzt werden; hier wird Erde genommen für das Geschlecht, in dem alle himmlische Liebe und alles von der Kirche verlorenging; aus dem Subjekt erkennt man das Prädikat. <HG 620>
Daß “von ihnen besetzt wurde die ganze Erde” bedeutet, daß von daher abstammen alle Lehren, sowohl die wahren als die falschen, erhellt aus der Bedeutung der Erde: Erde wird im Worte auf verschiedene Weise genommen, im allumfassenden Sinn für den Ort oder die Gegend, wo die Kirche ist, oder wo die Kirche war, wie die Erde (oder das Land) Kanaan, das Land Jehudahs, das Land Israels, somit im allgemeinen für alle Angehörigen der Kirche, denn die Erde (oder das Land), wird als Prädikat auf den Menschen bezogen, der daselbst ist, wie auch bekannt ist in der gewöhnlichen Redeweise: wenn man daher vor Alters die ganze Erde nannte, so verstand man nicht den ganzen Erdkreis, sondern bloß das Land, wo die Kirche war, und somit die Kirche selbst. Weil die Erde im Wort die Kirche bezeichnet, so bezeichnet sie auch die Nicht- Kirche, denn jedes dieser Wörter hat auch konträre oder entgegengesetzte Bedeutungen, wie die verschiedenen Länder der Heiden, im allgemeinen alle Länder außerhalb des Landes Kanaan; darum auch Erde genommen für das Volk, und für den Menschen außerhalb der Kirche, und infolgedessen für den äußeren Menschen, für seinen Willen, für sein Eigenes, und so weiter; selten im Wort für den ganzen Erdkreis, wenn nicht alsdann bezeichnet wird das ganze Menschengeschlecht nach seinem kirchlichen oder unkirchlichen Zustand. Und weil die Erde in sich faßt das Feld, darum ist sie ein Wort, das mehreres bezeichnet, weil es dasselbe in sich schließt; was sie aber bezeichnet, ergibt sich klar aus der Sache, als aus ihrem Subjekt, von dem gehandelt, und etwas ausgesagt wird. <HG 1066>
Hieraus kann nun erhellen, daß durch Erde hier auch die Kirche bezeichnet wird. Wenn nämlich die Erde oder ein Land genannt wird, so wird nichts anderes verstanden, als die Völkerschaft oder das Volk daselbst, und wenn eine Völkerschaft oder ein Volk, nichts anderes als ihre Beschaffenheit; daher dann durch Erde oder Land nichts anderes bezeichnet wird als die Kirche. <HG 1262>
Das Land im eigentlichen Sinn ist das Land selbst, die Gegend oder das Reich, und ist auch der Einwohner darin, sodann das Volk selbst und die Völkerschaft selbst, die in jenem Land ist, somit bezeichnet das Wort Land nicht allein im weiteren Sinn das Volk oder die Völkerschaft, sondern auch im engeren Sinn den Einwohner. Wenn das Land vom Einwohner ausgesagt wird, dann verhält sich die Bedeutung je nach der Sache, von der die Rede ist, wie hier vom Leiblichen und Weltlichen, denn das Geburtsland, von dem Abram ausgehen sollte, war ein götzendienerisches, es steht daher hier im historischen Sinn: er solle ausgehen von diesem Land, aber im vorbildlichen Sinn heißt es, er solle abtreten von dem, was Angehör des äußeren Menschen ist, d.i. das Äußere solle nicht widerstreben, noch stören; und weil vom Herrn die Rede ist: das Äußere solle mit dem Inneren übereinstimmen. <HG 1411>
“Dir dieses Land zu geben, es erblich zu besitzen”, daß dies das Reich des Herrn bedeutet, dessen alleiniger Besitzer Er ist, erhellt aus der Bedeutung des Landes, hier des Heiligen Landes oder Kanaans, sofern dieses das Reich des Herrn ist,
sodann aus der Bedeutung von erben, wovon hin und wieder früher. Das Land erben, wodurch bezeichnet wird das Himmelreich besitzen, wird hier von Seinem menschlichen Wesen ausgesagt, denn in betreff des Göttlichen war Er der Besitzer des Weltalls, folglich das Himmelreiches, von Ewigkeit her. <HG 1817>
Das Land oder die Erde bedeutet im inneren Sinn verschiedenes was es aber bedeutet, erhellt aus dem Sachzusammenhang; denn es bedeutet den äußeren Menschen der Kirche, wenn der Himmel den inneren bedeutet. Es bedeutet auch den Landstrich, in dem die Kirche ist; es bedeutet die Kirche selbst, sodann universell das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden, und dies darum, weil das Land Kanaan oder das heilige Land dieses vorbildete; ebendasselbe auch der neue Himmel und die neue Erde; und weil den Menschen der Kirche, die Kirche und das Reich des Herrn, so bedeutet es auch das, was ihr Wesentliches ist, nämlich die Liebe zum Herrn, und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, denn davon hängen diese ab, mithin die Lehre der Liebe und der Liebtätigkeit, welche die der Kirche ist, und welche hier ist das Land Abimelechs, denn durch Abimelech als König wird die Lehre des Glaubens bezeichnet, durch sein Land aber, aus dem und in dem er war, die Lehre der Liebe und der Liebtätigkeit, aus der und in welcher der Glaube ist. <HG 2571>
Die Bedeutung von Land im Wort ist verschieden: im allgemeinen bezeichnet es die Kirche, daher auch das, was der Kirche angehört, nämlich Gutes und Wahres; und weil es die Kirche bedeutet, so bedeutet es auch den Menschen der Kirche, denn derselbe ist die Kirche im besonderen. Und weil es den Menschen der Kirche bedeutet, so bedeutet es das, was Mensch ist in ihm, nämlich das Gemüt. Daher kommt es, daß durch Ägyptenland oben hie und da, das natürliche Gemüt bezeichnet wurde; hier aber wird nicht Ägyptenland gemeint, sondern Land im allgemeinen, mithin das, was der Kirche angehört, und das ist Gutes und Wahres. <HG 5373>
“Im Lande” bedeutet in betreff dessen, was der Kirche angehörte. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes im Wort, sofern es die Kirche ist, hier also dasjenige, was der Kirche angehört; denn was die Kirche bedeutet, bedeutet auch dasjenige, was der Kirche angehört, denn dieses macht jene. Daß dies das Land im Wort bedeutet, kommt daher, weil das Land Kanaan es war, in dem von den ältesten Zeiten her eine Kirche gewesen. Wird daher im Wort Land genannt, so wird das Land Kanaan verstanden, und wenn dieses, so wird die Kirche verstanden, denn in der geistigen Welt bleibt man, wenn Land genannt wird, nicht bei der Vorstellung des Landes stehen, sondern bei der Vorstellung der dort wohnenden Völkerschaft, auch nicht bei der Vorstellung der Völkerschaft, sondern bei der Vorstellung der Beschaffenheit jener Völkerschaft, mithin bei der Vorstellung der Kirche, wenn Land gesagt, und unter demselben das Land Kanaan verstanden wird. <HG 5577>
Wenn im Worte “das ganze Land” gesagt wird, so wird von den Engeln nicht Land, sondern das Volk darinnen verstanden, und wenn gesagt wird Volk, so wird die Beschaffenheit des Volkes verstanden in Ansehung seines Geistigen, d.h. in Ansehung dessen, was zur Kirche gehört. Daß die Vorstellung von der Beschaffenheit des Volkes sich einstellt, wenn das Land genannt wird, ist bekannt, denn dies geschieht auch bei den Menschen, und mehr noch bei den Engeln, die über alles Natürliche auf geistige Weise denken. <HG 8011>
Durch Land wird aber im höchsten Sinn das Göttliche bezeichnet, weil Jethro das göttlich Gute, also das Göttliche Selbst vorbildete. Zu diesem zurückzukehren läßt sich im historischen Buchstabensinn nicht anders ausdrücken als durch “sich in sein Land begeben”. Die Bezeichnungen im Worte sind nämlich immer der vorgebildeten Sache angemessen, wobei jedoch die Bedeutung bleibt, die dem Ausdruck im eigentlichen Sinn zukommt; so z.B. die Bedeutung des Landes, das eigentlich die Kirche bedeutet, aus dem Grunde, weil diejenigen, die im Himmel sind, nicht an ein Land denken, wenn sie das Wort lesen, sondern an den geistigen Zustand des Volkes, das in dem Land ist, also an die daselbst bestehende Religion. Wenn daher ein Land gelesen wird, wo die Kirche ist, dann haben sie die Vorstellung von der Kirche daselbst, und zugleich mit dieser die Vorstellung vom Reich des Herrn, also auch vom Himmel, und mit der Vorstellung des Himmels auch die des Göttlichen in demselben. Wenn aber die vorgebildete Sache sich auf einen anderen heiligen Gegenstand in der Kirche oder im Himmel bezieht, dann kann dieser Gegenstand unter Land verstanden werden, z.B. die Liebe, die Liebtätigkeit, das Gute, der Glaube. Daraus erhellt, daß immerhin die Bedeutung bleibt, die dem Worte im eigentlichen Sinn zukommt, wie z.B. wenn das Gute, oder die Liebe oder die Liebtätigkeit bezeichnet wird, dennoch im Ganzen die Bedeutung der Kirche bleibt, denn jene Dinge sind das Wesentliche der Kirche, und machen, daß sie eine Kirche ist. <HG 8732>
Der Gründe, warum durch Erde (oder Land) im Wort die Kirche bezeichnet wird, sind mehrere, nämlich daß unter dem Land, wenn nicht ein Land insbesondere genannt wird, z.B. das Land Ägypten, Edom, Moab, Assyrien, Chaldäa, Babel und andere daselbst, das Land Kanaan verstanden wird, und unter diesem Land kann von denen, die in einer geistigen Vorstellung sind, nicht ein Land gedacht werden, weil dieses etwas Irdisches ist und nicht himmlisch, sondern die Beschaffenheit der Völkerschaft dort in Beziehung auf die Kirche. Ebenso, wenn man sich die Kirche oder die Religion oder den Gottesdienst vorstellt, und mit bezug auf diese Vorstellung Länder genannt werden, so denkt man nicht an das Land, sondern an die Beschaffenheit der Völkerschaft des Landes in Ansehung der Kirche, der Religion oder des Gottesdienstes. Daher kommt es, daß die Engel, die geistig sind, wenn ein Mensch im Wort liest Land, dabei die Kirche denken, und was die Engel denken, das ist der geistige Sinn des Wortes; denn der geistige Sinn des Wortes ist für die Engel und auch für die Menschen, die geistig sind, denn das Wort im Buchstaben ist natürlich, aber dennoch ist es inwendig oder
in seinem Schoß geistig, und wenn das Natürliche abgestreift wird, so wird das Geistige, das inwendig oder in seinem Schoß ist, offenbar. Außerdem gibt es Länder in der geistigen Welt, oder in der Welt, wo die Geister und Engel sind, ebenso wie in der natürlichen Welt, wo die Menschen sind, und jene Länder sind in der äußeren Erscheinung ganz ähnlich: es gibt dort Ebenen, Täler, Berge, Hügel, wie auch Flüsse und Meere, und es gibt auch Felder, Wiesen, Wälder, Gärten, Paradiese; und diese Länder sind dort schön anzusehen, ganz nach dem Zustand der Kirche bei denen, die daselbst wohnen, und verändern sich auch gemäß den Veränderungen der Kirche bei ihnen. Mit einem Wort, es findet eine vollständige Entsprechung der Länder statt mit der Aufnahme des Guten der Liebe und des Wahren des Glaubens bei den Bewohnern. Daher kommt es auch, daß durch Land im Wort die Kirche bezeichnet wird, denn die Beschaffenheit des Landes ist die Beschaffenheit der Kirche daselbst; die Entsprechung macht dies. In jener Welt macht das Land selbst mit der Kirche eins, wie das Entsprechende mit seinem Gegenstand, dem es entspricht, ganz wie die Wirkungen mit ihrer wirkenden Ursache, wie das Auge mit seinem Gesicht, wie die Rede mit ihrem Verstand, wie die Handlung mit dem Willen, wie die Gebärde des Angesichts mit der Neigung des Denkens, mit einem Wort, wie das Werkzeugliche mit seiner bewegenden Kraft, wovon man sagt, daß sie eine Sache ausmachen, so in der geistigen Welt die Beschaffenheit des Landes mit der Beschaffenheit der Kirche mit der Kirche. <EKO 697>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 410 →
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