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Lahme – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Das Eigene besteht in allem Bösen und Falschen, das hervorquillt aus der Selbstund Weltliebe und darin, daß man nicht dem Herrn oder dem Wort, sondern sich selbst glaubt und meint, was man nicht sinnlich und wissenschaftlich begreife, das sei nichts. Daraus entsteht dann nichts als Böses und Falsches und so sieht man alles verkehrt an: das Böse sieht man als Gutes, das Gute als Böses; das Falsche als Wahres und das Wahre als Falsches; was ist, meint man, sei nichts und was nichts ist, meint man, sei alles; Haß nennt man Liebe, Finsternis Licht, Tod Leben, und umgekehrt. Im Worte werden solche genannt Lahme und Blinde. Dies ist nun das Eigene des Menschen, das an sich höllisch und verdammt ist. <HG 210>

In der Grundsprache wird durch ein anderes Wort der Lahme und durch ein anderes der Hinkende ausgedrückt, und durch den Lahmen im eigentlichen Sinn diejenigen bezeichnet, die im natürlich Guten sind, in das die geistigen Wahrheiten wegen den natürlichen Scheinbarkeiten und Sinnestäuschungen nicht einfließen können; und im entgegengesetzten Sinn diejenigen, die in keinem natürlich Guten sind, sondern im Bösen, das den Einfluß des geistig Wahren gänzlich verhindert. Unter den Hinkenden aber werden im eigentlichen Sinn diejenigen bezeichnet, die im natürlich Guten sind, in das die allgemeinen Wahrheiten zugelassen werden, aber keine besondere und einzelne, wegen der Unwissenheit; im entgegengesetzten Sinn aber diejenigen, die im Bösen sind, und also nicht einmal die allgemeinen Wahrheiten zulassen. <HG 4302>

Lahme bezeichnet solche, die im Guten sind, das aber nicht echt ist, wegen der Unkenntnis des Wahren. <HG 9209>

Micha 4/6: Zur selbigen Zeit, spricht der Herr, will Ich die Lahmen versammeln und die Verstoßenen zuhauf bringen und die Ich geplagt habe. Zur selbigen Zeit will Ich die Lahmen versammeln und die Verstoßenen zu Haufen bringen und diejenigen, die von Mir geplagt worden sind. Das heißt: Zu der weltlosen Zeit eines jeden einzelnen Menschen sollen alle seine darniederliegenden Kräfte geweckt werden und vereinigt zu einer Kraft der Liebe und des ewigen Lebens in ihm; un die verstoßenen und zerstreuten Begierden sollen auf einen Haufen, d.h., unter ein und dasselbe Dach der Liebe gebracht werden. Und endlich die von Mir Geplagten sind die verschiedenen Prüfungen und Versuchungen, die das ganz natürlicherweise ein ewiges Ende nehmen; denn so da in jemandem spricht und wirket der Herr und ihn lehret und ziehet, der ist in gewisser Hinsicht doch nur ein leidender Mensch, da er sich nicht selbst zieht, sondern von Mir gezogen wird, welches ebensoviel heißt als geplagt werden. <HIGA III,S.142/7: Die Fürsten Juda und der Herr>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 401 →

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