Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Die Krone bildete das göttlich Gute vor, aus dem das göttlich Wahre hervorgeht; dies erhellt aus den Kronen der Könige; denn die Könige bildeten den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren vor. Darum hatten sie eine Krone auf dem Kopfe und ein Zepter in der Hand, denn die Regierung aus dem göttlich Guten wurde durch die Krone vorgebildet, und die Regierung aus dem göttlich Wahren durch das Zepter. <HG 9930>
“So will Ich dir die Krone des Lebens geben” bedeutet, die Weisheit und daher die ewige Seligkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Krone, wenn von denen die Rede, die in einer geistigen Neigung zu den Erkenntnissen des Wahren und Guten sind, sofern sie die Weisheit bezeichnet, worüber folgt. Und aus der Bedeutung des Lebens, sofern es die ewige Seligkeit ist, die auch ewiges Leben genannt wird. Daß die Krone Weisheit bedeutet, beruht darauf, daß alles, was den Menschen bekleidet und ihn auszeichnet, die Bedeutung von demjenigen Teil des Menschen herleitet, den es bekleidet und auszeichnet; und zwar bedeutet die Krone Weisheit, weil sie das Haupt auszeichnet, durch das im Wort Weisheit bezeichnet wird, denn sie wohnt darin. <EKO 126>
“Daß niemand deine Krone nehme” bedeutet, daß die Einsicht nicht verlorengehe. Dies erhellt aus der Bedeutung der Krone, sofern es die Weisheit ist, hier die Einsicht, weil diejenigen, die in geistiger Liebe sind oder in der Liebtätigkeit und daher im Glauben, in der Einsicht sind; diejenigen aber, die in himmlischer Liebe oder in der Liebe zum Herrn sind und daher im Innewerden des Wahren, in der Weisheit sind. Daß durch: auf daß niemand deine Krone nehme bezeichnet wird, damit die Einsicht nicht zugrunde gehe, kommt daher, weil das Böse und daher das Falsche dem Menschen die Einsicht benehmen; denn die Einsicht ist Sache des Wahren; diese wird dem Menschen von bösen Geistern weggenommen, wenn der Mensch im Bösen ist, weil er ihnen alsdann zugesellt wird und was so weggenommen wird, das geht verloren. <EKO 218>
“Und warfen ihre Kronen vor dem Throne nieder” bedeutet Demütigung und dann Anerkennung von Herzen, daß nichts Gutes aus ihnen, sondern daß alles vom Herrn sei. Dies erhellt aus der Bedeutung der Krone, sofern sie das Gute und daher die Weisheit bezeichnet, wovon EKO 272; und aus der Bedeutung von: werfen vor den Thron, oder dort niederlegen, sofern es heißt, aus Demut anerkennen, daß das nicht von ihm selbst, sondern vom Herrn allein kommt; denn hinwerfen ist soviel als verzichten, und niederlegen vor den Thron heißt: anerkennen, daß es vom Herrn allein ist. Das Gute, welches hier durch die Kronen bezeichnet wird, ist das Gute der Liebe und Liebtätigkeit; dieses Gute fließt vom Herrn allein ein, und wird von den Engeln des Himmels und von den Menschen der Kirche aufgenommen in den Wahrheiten,
die aus dem Wort sind. Die Wahrheiten aus dem Wort beim Engel und beim Menschen sind in ihrem Gedächtnis; aus diesem ruft sie der Herr hervor und verbindet sie mit dem Guten, in dem Maß, als der Engel oder Mensch in der geistigen Neigung zum Wahren ist, und diese hat er dann, wenn er nach den Wahrheiten aus dem Wort lebt. Die Verbindung geschieht im inwendigeren oder geistigen Menschen, und von da aus geschieht sie im auswendigeren oder natürlichen Menschen. Diese Verbindung macht die Kirche beim Menschen, während seines Lebens in der Welt, und nachher macht sie den Himmel bei ihm. Hieraus wird klar, daß ohne diese Verbindung niemand selig werden kann, sodann, daß keine Verbindung des Guten und Wahren möglich ist, wenn der Mensch nicht ein Leben der Liebe lebt. Ein Leben der Liebe leben heißt, die Gebote des Herrn tun, denn lieben ist tun, und was der Mensch liebt, das will er, und das tut er; was er aber nicht liebt, das will er nicht, und darum tut er es nicht. <EKO 292>
“Und es wurde ihm eine Krone gegeben” bedeutet das ewige Leben, das der Siegespreis ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Krone, wenn vom geistigen Kampf gehandelt wird wie hier, sofern sie das ewige Leben bezeichnet, das der Siegespreis ist. Daß hier vom geistigen Kampf gehandelt wird, erhellt aus dem Vorhergehenden und Folgenden. Im Vorhergehenden wird gesagt, daß der auf dem weißen Pferd Sitzende einen Bogen hatte, durch den Bogen aber wird die Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens bezeichnet, aus der gegen das Böse und Falsche gekämpft und dieses zerstoben wird, und auch aus dem Folgenden, wo gesagt wird: und er ging aus als Sieger, und auf daß er siegete, wodurch der Sieg über dasselbe bezeichnet wird, daher wird durch Krone hier das ewige Leben als Siegespreis bezeichnet. Das gleiche wird bezeichnet durch die Krone, wo von den Versuchungen gehandelt wird, weil die Versuchungen geistige Kämpfe sind, wie Offenb.2/10: “Siehe, es wird geschehen, daß der Teufel von euch etliche ins Gefängnis wirft, auf daß ihr versucht werdet, und ihr werdet Trübsal haben zehn Tage; sei getreu bis in den Tod, so werde Ich dir geben die Krone des Lebens”. Hier wird durch Krone Weisheit und ewige Seligkeit bezeichnet. Weisheit und ewige Seligkeit zusammengenommen ist das ewige Leben, denn in der Weisheit und in der ewigen Seligkeit ist das Leben des Himmels selbst. Das gleiche wird bezeichnet durch die Krone der Märtyrer, weil diese in Trübsal waren und getreu bis in den Tod, wie auch in den Versuchungen, und siegten; es wurden ihnen auch wirklich nach dem Tode Kronen gegeben; damit sie aber deshalb sich keine Ehre anmaßen und so einen Stolz bekommen möchten, nahmen sie dieselben von ihrem Haupte weg. Weil durch die Kriege im Wort Kriege im geistigen Sinn bezeichnet werden, nämlich Kämpfe gegen Böses und Falsches, und durch Könige Wahrheiten aus dem Guten bezeichnet werden, die gegen jenes kämpfen, darum hatten in den alten Zeiten, wo man die Wissenschaft der Entsprechungen und Vorbilder besaß, die Könige in den Schlachten eine Krone auf dem Haupt und eine Spange am Arm. <EKO 358>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 385 →
NEUOFFENBARUNG