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Krieg – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Daß die Kriege hier im inneren Sinn nichts anderes bedeuten, als geistige Kämpfe oder Versuchungen ist schon früher in den Vorbemerkungen gesagt worden. Durch die Kriege wird im Worte, besonders bei den Propheten, auch nichts anderes bezeichnet. Menschliche Kriege können nichts gelten im Inneren des Wortes, denn solche sind nichts Geistiges und Himmlisches, das einzig Gegenstand des

Wortes ist. <HG 1664>

Der Krieg bedeutet den Kampf des Wahren mit dem Falschen und im entgegengesetzten Sinn des Falschen gegen das Wahre, weil der Krieg im geistigen Sinn nichts anderes ist. Solche Kämpfe werden auch wirklich durch Kriege in den historischen Teilen des Wortes im inneren Sinn bezeichnet und auch durch die Kriege in den prophetischen Teilen. <HG 10455>

“Und es entstand ein Krieg im Himmel” bedeutet den Kampf des Falschen gegen das Wahre, und des Wahren gegen das Falsche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Falschen gegen das Wahre, und des Wahren gegen das Falsche, wovon nachher. Unter dem Falschen wird hier das Falsche aus dem Bösen verstanden, und unter dem Wahren das Wahre aus dem Guten; denn es gibt mehrere Arten des Falschen, aber das Falsche, das aus dem Bösen ist, kämpft allein gegen das Wahre aus dem Guten, und zwar deshalb, weil das Böse feindlich gegen das Gute ist, und alles Wahre dem Guten angehört. Im Falschen des Bösen sind aber alle die, welche während ihres Lebens nicht an den Himmel und den Herrn dachten, sondern nur an sich und die Welt. Im Leben an den Himmel und an den Herrn denken, heißt denken, daß man so leben müsse, wie es das Wort des Herrn lehrt und befiehlt. Weil solche nach dem Wort leben, so leben sie aus dem Herrn und aus dem Himmel; dagegen nur an sich und an die Welt denken, heißt denken, daß man recht handeln müsse wegen der Gesetze des Reiches, wegen des guten Namens, wegen der Ehrenstellen und des Gewinns. Solche leben nicht für den Herrn und den Himmel, sondern für sich und für die Welt. Diese sind es, die in Ansehung des Lebens im Bösen und aus dem Bösen im Falschen sind; die aber aus solchem Ursprung im Falschen sind, kämpfen gegen das Wahre. Ihr Kampf ist aber nicht gegen das Wort gerichtet, denn dieses nennen sie heilig und göttlich, sondern ihr Kampf ist gegen die echten Wahrheiten des Wortes gerichtet. Sie begründen nämlich ihr Falsches (ihre Irrtümer) aus dem Wort, aber nur aus dem Buchstabensinn desselben, der an mehreren Stellen so beschaffen ist, daß man ihn zur Begründung höchst ketzerischer Grundsätze verwenden kann, und zwar deshalb, weil das Wort im Buchstabensinn der Fassungskraft der Kinder und Einfältigen angepaßt ist, von denen die meisten sinnlich sind, und diese nehmen nur solches auf, was vor den Augen erscheint; und weil das Wort im Buchstabensinn so beschaffen ist, deshalb begründen diejenigen, die im Falschen aus dem Bösen des Lebens sind, ihr Falsches aus dem Wort und verfälschen dadurch das Wort. Ja, die, welche den Glauben von der tätigen Liebe trennen, verfälschen das Wort in der Art, daß sie überall, wo vom Tun die Rede ist und Handlungen oder Werke genannt werden, diese Stellen, deren es Tausende gibt, so erklären, als ob nicht ein Tun, Handlung oder Werk zu verstehen wäre, sondern ein Fürwahrhalten und Glauben; und so auch bei den übrigen Stellen. Dies wurde gesagt, damit man wisse, welche Menschen unter denen, die im Falschen aus dem Bösen sind, verstanden werden, und somit auch unter denen,

durch die ein Krieg mit Michael und seinen Engeln entstand. Daß Krieg im Wort einen geistigen Krieg bedeutet, nämlich den Krieg des Falschen aus dem Bösen gegen das Wahre aus dem Guten und umgekehrt, oder, was dasselbe ist, einen Krieg derer, die im Falschen aus dem Bösen sind gegen diejenigen, die im Wahren aus dem Guten sind, erhellt aus vielen Stellen im Wort. <EKO 734>

“Und es ward ihm gegeben, Krieg zu führen mit den Heiligen und sie zu überwinden” bedeutet den Kampf mit denen, die im Wahren aus dem Guten sind, aber die falschen Vorspiegelungen wegen der Erscheinungswahrheiten nicht durchschauen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Krieges, insofern er den geistigen Kampf bezeichnet, den das Wahre gegen das Falsche, und das Falsche gegen das Wahre führt; Krieg führen bedeutet daher, aus dem Wahren gegen das Falsche kämpfen und aus dem Falschen gegen das Wahre; hier aus dem Falschen gegen das Wahre. Ferner aus der Bedeutung der Heiligen, insofern die gemeint sind, die im Wahren aus dem Guten sind; und aus der Bedeutung von: sie überwinden, indem es soviel ist als: sie für die eigene Lehre und die daraus hervorgehende Religion gewinnen. Und weil sie dies durch Vernünfteleien tun, durch die sie Wahrheiten der äußeren Erscheinung mit dem Falschen verbinden, wie auch durch Stellen aus dem buchstäblichen Sinn des Wortes, durch die sie ihre Vernünfteleien begründen, deshalb wird durch jene Worte bezeichnet, daß sie diejenigen überwinden, (d.i. für sich gewinnen), die nicht durchschaut, d.h. nicht verstanden haben, auf welche Weise der Glaube mit den guten Werken verbunden werden kann, und zwar deshalb, weil jene die Erscheinungswahrheiten mit dem Falschen vermischt haben. Hieraus kann man erkennen, daß durch: es wurde dem Tiere Macht gegeben, Krieg zu führen mit den Heiligen und sie zu überwinden, der Kampf bezeichnet wird gegen die, welche im Wahren aus dem Guten sind, aber die Vorspiegelungen der Gegner wegen der Erscheinungswahrheiten nicht durchschauen. Oben wurde mehrmals von den Vernünfteleien gesprochen, durch welche die Verteidiger des vom Leben getrennten Glaubens die Erscheinungswahrheiten mit Falschem vermengen, wodurch sie die Widersprüche ihrer Lehre mit dem Wort beseitigt zu haben scheinen; daß sie jedoch dieselben nicht beseitigt, sondern gleichsam ein unsichtbares Spinnengewebe gemacht haben, um ihr Falsches glaubwürdig zu machen, kann man aus dem ersehen, was EKO 780, 781, 786, 790 vorgebracht wurde, und auch daraus, daß jene durch Lehre, Predigt und Schriften eifrig zu beweisen suchen, daß der Glaube als das Mittel zur Seligkeit gegeben sei, weil der Mensch das Gute nicht aus sich tun könne; daß aber dennoch Gott im Menschen, ohne daß er es wisse, das Gute wirke. Vermöge dieser Einwirkung sei das Böse, das der durch den Glauben Gerechtfertigte tue, keine Sünde, sondern nur natürliche Schwachheit, und auch das vorsätzliche Böse werde sogleich oder nach einiger Buße des Mundes vergeben. Daraus folge aber, daß unter Werken und Tun im Wort nur der Glaube und das Haben des Glaubens zu verstehen sei. Das ist ihr Spinnengewebe, durch das sie die Einfältigen verleiten zu glauben,

daß sie aus den Schatzkammern der Weisheit und der tieferen Erkenntnis, die einzig nur den Doktoren und Gelehrten als Eigentum angehören, unumstößliche Beweise hervorgeholt haben, um den alleinigen Glauben sicherzustellen vor dem offenen Bestreben, oder dem Willen, Gutes zu tun aus dem Menschen; und in dieser Weise lockern sie sich selber und dem ganzen Volke der Kirche die Zügel der Sittlichkeit, damit sie nach Belieben und mit Herzenslust ihren Begierden frönen können; und weil eine solche Glaubenslehre dem Fleisch und den Augen wohlgefällt, nimmt sie das gemeine Volk willig an. Das ist es nun, was die Worte bedeuten: Dem Tier wurde Macht gegeben, Krieg zu führen mit den Heiligen, und sie zu überwinden. <EKO 802>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 380 →

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