Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Das himmlisch Gute ist es, das nicht bekleidet wird, weil es das innerste und unschuldig ist; hingegen das geistig-himmlisch Gute ist es, das zuerst bekleidet wird, dann das natürlich Gute, denn es ist mehr äußerlich und wird mit den Kleidern verglichen, wie es denn auch ein Kleid heißt, z.B. wo von der Alten Kirche gehandelt wird. Das äußerliche Gute also, das geistig und natürlich-himmlisch ist, ist Kleid, weshalb auch die, welche im Gutem der Liebtätigkeit beschenkt sind, im Himmel mit glänzenden Kleidern angetan erscheinen; hier aber, weil
sie noch im Leibe sind, mit einem Rock von Fell. <HG 297>
Die Glaubenswahrheiten selbst werden verglichen den Kleidern, die das Gute der Liebtätigkeit oder die Liebtätigkeit bedecken, denn die Liebtätigkeit ist der Leib selbst, die Wahrheiten sind daher die Kleider, oder was ebensoviel ist, die Liebtätigkeit ist die Seele selbst, die Glaubenswahrheiten sind wie der Leib, der das Gewand der Seele ist. <HG 1073>
Die Vernunftwahrheiten sind wie eine Hülle oder Bekleidung für die geistigen Wahrheiten, damit verhält es sich so: was das Innerste des Menschen ist, das gehört seiner Seele an, was aber das Auswendigere ist, das gehört seinem Leib an. Das Innerste des Menschen ist das Gute und die Wahrheiten, aus denen die Seele ihr Leben hat, sonst wäre die Seele nicht Seele. Das Auswendigere bekommt von daher sein Leben, und es ist alles wie ein Leib, oder, was dasselbe ist, wie eine Hülle oder Bekleidung. Dies kann besonders aus demjenigen erhellen, was im anderen Leben erscheint, wie an den Engeln; wenn diese sich sichtbar darstellen, so leuchtet ihr Inwendiges aus ihrem Angesicht hervor, ihr Auswendiges stellt sich dar sowohl an ihrem Leib als in ihrer Bekleidung, dermaßen, daß dort jeder schon aus dem Gewand wissen kann, wie sie geartet sind, denn sie sind reale Substanzen, somit Wesenheiten in Ausgestaltung. Weil die Kleider die Wahrheiten jeder Gattung bezeichneten, so war befohlen, daß die Söhne Israels, als sie aus Ägypten zogen, Gold und Silber und Kleider entlehnen und auf die Söhne legen sollten. Das Kleid bezeichnet auch das Menschliche des Herrn. Selbst das Heilige des Göttlich-Menschlichen des Herrn, war ebenfalls ein Kleid, das wie das Licht, und wie ein strahlendes Weiß erschien, als Er verwandelt wurde. <HG 2576>
Kleid, sofern es das letzte Wahre bezeichnet. Das letzte Wahre oder das natürliche Wahre, d.h. der Buchstabensinn des Wortes, ist wie ein Kleid, welches das Inwendige, d.h. das natürlich geistige Wahre bekleidet. <HG 5008>
Kleider werden öfter erwähnt im Wort, und wird darunter verstanden das, was unten oder außen ist, und das, was oben oder innen ist, bedeckt. Deshalb wird durch die Kleider bezeichnet das Äußere des Menschen, mithin das Natürliche, denn dieses bedeckt sein Inwendiges oder Geistiges. Insbesondere werden durch Kleider bezeichnet die Wahrheiten, die dem Glauben angehören, weil diese das Gute bedecken, das der Liebtätigkeit angehört. Diese Bedeutung hat ihren Ursprung von den Kleidern, mit denen die Geister und Engel angetan erscheinen. Die Geister erscheinen in Kleidern ohne Glanz, die Engel aber in Kleidern mit einem Glanz, und gleichsam von Glanz, denn der Glanz selbst um sie her erscheint wie ein Kleid, gleich wie die Kleider des Herrn, als er verwandelt wurde, die waren wie das Licht, und wie weiß strahlend. An den Kleidern können auch die Geister und Engel erkannt werden, wie
beschaffen sie sind in Ansehung der Wahrheiten des Glaubens, weil diese durch Kleider vorgebildet werden, jedoch die Wahrheiten des Glaubens, von welcher Art sie im Natürlichen sind; wie sie aber beschaffen sind im Vernünftigen, erscheint aus dem Angesicht und seiner Schönheit. Der Glanz, den ihre Kleider haben, kommt aus dem Guten der Liebe und Liebtätigkeit, dieses Gute gibt vermöge des Durchscheinens den Glanz. Hieraus kann erhellen, was durch die Kleider vorgebildet wird in der geistigen Welt, folglich was Kleider sind im geistigen Sinn. Die Kleider aber, die Joseph wechselte, die er nämlich auszog, waren Kleider der Grube oder des Gefängnisses, durch die bezeichnet wird Täuschendes und Falsches, das im Zustand der Versuchungen von bösen Genien und Geistern vorgebracht wird. Deshalb wird durch “er wechselte die Kleider”, bezeichnet die Verwerfung und Veränderung in betreff dessen, was dem inwendiger Natürlichen angehört, und die Kleider, die er anzog, waren solches, was mit seinem Zustand übereinstimmte. Deshalb wird auch bezeichnet das Anziehen von Übereinstimmendem. <HG 5248, 5954>
Kleider bedeutet das demselben entsprechende niedere Wißtümliche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kleider, sofern sie das geringere Wißtümliche bezeichnen; das Kleid bedeutet dieses, weil es das Inwendigere bekleidet. <HG 6918>
Kleid bedeutet das sinnlich Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kleides, sofern es das Wahre bezeichnet. Im allgemeinen bedeutet Kleid das äußere oder untere Wahre, das Inneres oder Oberes bedeckt; hier also das sinnlich Wahre, denn dieses ist das äußerlichste oder unterste. Daß die Kleider Wahrheiten bedeuten, kommt von den Vorbildern im anderen Leben her, denn alle Geister und Engel erscheinen bekleidet je nach den Wahrheiten des Glaubens bei ihnen. <HG 9158>
“Wenn du das Kleid deines Genossen zum Pfande nimmst” bedeutet, falls das wißtümlich Wahre durch Täuschungen aus Sinnlichem zerstreut wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von “zum Pfand nehmen”, sofern es heißt, für mitgeteiltes Gutes eine Versicherung annehmen; denn das Pfand ist eine Versicherung für das Gute, das geliehen wird. Wenn anstatt dessen Geistiges verstanden wird, dann heißt Gutes mitteilen soviel, als in den Wahrheiten unterrichten, und die Versicherung oder das Pfand ist hier das sinnlich Wahre, denn durch das Kleid, das zum Pfand gegeben wird, wird hier das Letzte des Natürlichen bezeichnet, welches das Sinnliche ist. Weil dieses voll von Täuschungen ist, und die Täuschungen die Wahrheiten auslöschen, deswegen wird durch “das Kleid deines Genossen zum Pfand nehmen” bezeichnet die Zerstörung der Wahrheiten durch Täuschungen aus Sinnlichem. Daß dieses bezeichnet wird, erhellt aus dem Sachzusammenhang des Folgenden im inneren Sinn. Durch Kleid wird im allgemeinen alles bezeichnet, was etwas anderes bekleidet, somit alles, was beziehungsweise mehr auswendig ist. Daher wird der äußere
oder natürliche Mensch im Vergleich mit dem inwendigen oder geistigen ein Kleid genannt; ebenso wird das Wahre im Vergleich mit dem Guten ein Kleid genannt, weil das Wahre das Gute bekleidet. Ebenso das wißtümlich Wahre im Vergleich mit dem Wahren des Glaubens, das dem inwendigen Menschen angehört. Das Sinnliche, welches das Letzte des Lebens ist beim Menschen, ist ein Kleid im Vergleich mit dem wißtümlich Wahren. Daß Kleider Wahrheiten bedeuten, kommt von den Vorbildern im anderen Leben her. Hier erscheinen die Engel und Geister mit Kleidern angetan, gemäß den Zuständen des Glaubens oder des Wahren, in dem sie sind, und ihre Kleider wechseln gemäß den Veränderungen dieses Zustandes. Die, welche im echten Wahren sind, erscheinen mit weißen Kleidern angetan, und die, welche in Wahrheiten aus dem Guten, mit glänzenden Kleidern. Die aber, die im Guten sind, wie die Engel des innersten Himmels, die Himmlische genannt werden, erscheinen nackt. Daher nun kommt es, daß die Kleider Wahrheiten bedeuten, und daß durch Kleider im Wort Wahrheiten bezeichnet werden. <HG 9212>
Durch Kleider werden im allgemeinen göttliche Wahrheiten bezeichnet, weil im anderen Leben alle, sowohl Engel, als Geister, mit Kleidern angetan erscheinen, und zwar jeder seinen Wahrheiten gemäß. Die, welche in den echten göttlichen Wahrheiten sind, erscheinen angetan mit weiß glänzenden Kleidern, und andere mit anderen. Die Geister wissen zwar nicht, woher ihnen die Kleider kommen, aber sie werden damit angetan, ohne daß sie es wissen; und es wechseln auch ihre Kleider gemäß den Veränderungen ihres Zustandes in Ansehung der Wahrheiten. Mit einem Wort, ihre Verstandesbildung ist es, was durch die Kleider dargestellt und vorgebildet wird, denn der Verstand eines jeden ist gebildet durch Wahrheiten, und wird gerade so, wie die Wahrheiten beschaffen sind, durch die es geschieht. Die Verstandesbildung bei den Engeln des Himmels ist in ihrem Inneren, daher haben sie weiß glänzende Kleider. Der Glanz kommt vom göttlich Guten, und die Weiße kommt vom Himmelslicht, welches das göttlich Wahre ist. Aber die Kleider derjenigen, die im Äußeren sind ohne das Innere, sind trübschwarz und zerrissen, wie bei den Bettlern auf den Gassen und bei den Räubern in den Wäldern. <HG 10536>
Daß die Kleider dasjenige bedeuten, was im natürlichen Menschen ist, nämlich das wißtümliche Wahre oder Falsche oder die Erkenntnisse, kommt von der geistigen Welt her. Denn dort erscheinen alle, so viel ihrer auch sind, bekleidet ihrem sittlichen Leben gemäß. Daher erscheinen diejenigen, die ein sittliches Leben aus geistigem Ursprung geführt haben, gekleidet in glänzend weißen Gewändern, wie aus Byssus. Diejenigen aber, die ein sittliches Leben aus bloß natürlichem Ursprung geführt haben, erscheinen ihrer Beschaffenheit gemäß bekleidet. Die, welche es mit Bösem und Falschem befleckt haben, erscheinen in dunklen, schlechten, zerrissenen und häßlich anzusehenden Kleidern. Daher kommt es, daß die Kleider im Wort Wahres aus dem Guten und im entgegengesetzten Sinn Falsches aus dem Bösen bedeuten und zwar jenes und dieses im natür-
lichen Menschen, in dem das Wahre und Falsche Wißtümliches und Erkenntnisse genannt wird. Daß die Kleider Wahrheiten bedeuten, kommt daher, weil das Licht des Himmels, das vom Herrn als der Sonne dort ausgehende göttlich Wahre ist und alles, was in den Himmeln ist, von dem Licht daselbst herkommt, ebenso auch die Kleider, mit denen die Engel bekleidet erscheinen. Daher kommt es, “daß die Engel, die am Grabe des Herrn saßen, ein Gewand hatten, weiß wie Schnee”: Matth.28/3, und “daß ihre Kleider glänzend waren”: Luk.24/4. <EKO 195>
Der Herr zur Helena: “Meine allerliebste Helena, das weißt du nun ja schon recht gut, daß bei Mir kein Weigern etwas hilft und nützt! Denn was Ich einmal will, das muß ja geschehen, und wenn schon darob die ganze Schöpfung zu Grunde ginge! Was hier freilich noch nicht der Fall sein wird; und dann ist Mir, als dem Schöpfer aller der endlosesten Pracht und Herrlichkeit aller Himmel und Welten, eine schöne und wohlgeschmückte Braut ja auch lieber, als eine häßliche; denn sieh, bei Mir muß alles in ein übereinstimmendes Verhältnis gebracht werden; bei dem das Inwendige vollends geläutert ist, bei dem muß auch das Äußere also gestaltet sein, daß es mit dem Inwendigen in der schönsten Korrespondenz stehet; und dies Kleid entspricht nun vollkommen deinem Inwendigen; daher mußt du es nun auch unverzüglich anziehen!” <RB I,87/14>
Die Bekleidung richtet sich im Jenseits nach der Erkenntnis des Wahren und des daraus gehenden Guten. <GS I,81/14>
Matth.21/7: Und sie führten das Füllen zu Jesus und legten ihre Kleider über dasselbe, und Er setzte Sich darauf. Sie führten die Eselin zu Ihm hin, belegten dann dieselbe mit ihren Kleidern, und dann erst setzte Sich der Herr auf die Eselin. Die Eselin war angebunden, als sie die Jünger fanden, und war noch das Eigentum eines Menschen in der Welt. Was will das sagen? - Solches bezeichnet die gebundene Einfalt, Demut und Liebe, die noch von der Welt gebunden ist, oder den Geist im Menschen, der noch nicht frei gemacht ward, obschon er seiner demütigen und liebevollen Beschaffenheit wegen völlig zum Herrn gewendet ist und somit seine ganze Bestimmung in und für den Herrn ist. Da aber der Herr sieht einen solchen Geist, da sendet Er alsbald Seine Diener hin, da sie ihn frei machen und hinführen zum Herrn, und die Welt hat alsbald alles scheinbare Recht und alle Macht auf den verloren, zu dem der Herr spricht: “Ich bedarf seiner!” Warum ist es denn aber eine Eselin und kein Esel - Weil das Weiblein hier noch schärfer die tiefste Demut bezeichnet und die fruchtbare Liebe als das Männlein! Nun befindet sich die Eselin beim Herrn; und die Jünger bedecken sie mit ihren Kleidern. - Dieses bezeichnet, wie die wahre Demut und fruchtbare Liebe, sobald sie zum Herrn gelangt ist, sogleich mit der wahren Weisheit bekleidet wird. Denn Kleider bezeichnen die Weisheit in ihrer Nutzwirkung. Je einfacher sie sind, einen desto höheren Grad der Weisheit aus dem Herrn bezeichnen sie auch; denn
die alleinige Liebe und Demut ist nackt. Wenn darüber sehr ausgezeichnete und prachtvolle Kleider kommen, so bezeichnet das, wie die Weisheit größer und stärker ist als die Liebe, darum auch z.B. die Engelsgeister im Weisheitshimmel mit übergroßer Pracht bekleidet sind; aber die Engelsgeister des höchsten Himmels, die pur Liebe zum Herrn sind, erscheinen höchst dürftig bekleidet, ja manchmal ganz nackt, besonders wenn ihre Liebe zum Herrn den möglich höchsten Grad erreicht hat. Also bezeichnen auch hier die dürftigen Kleider der Jünger, mit denen die Eselin bedeckt ward, die reine göttliche Weisheit, und wenn solche fruchtbare Liebe aus ihrer Demut heraus mit solcher rein göttlichen Weisheit bekleidet wird, dann erst ist sie vollkommen tauglich, den Herrn aufzunehmen und zu tragen, und ist mit dem Herrn dann auch völlig eins. Solche fruchtbare Liebe, mit der Weisheit bekleidet, trägt den Herrn; der Herr aber leitet sie selbst, damit sie unmöglich je irgendeinen Fehltritt machen kann, und der Ritt geht dann schnurgerade auf die Stadt Gottes zu, die bezeichnet das ewige Reich Gottes oder das wahre ewige Leben! - Hier das Bild und seine Bedeutung. <SCHTXT 15/4-10>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 311 →
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