Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Der Mensch ist aus sich böse und falsch. Durch die Wiedergeburt des Herrn wird das Böse und Falsche ausgerottet und bekommt statt dem bösen Willen und dem falschen Verstand einen neuen Willen und einen neuen Verstand. Auf daß dieses aber geschehe, muß er zu allererst neugeboren werden wie ein Kind und lernen, was böse und falsch und was gut und wahr ist, denn ohne Wissenschaft oder Erkenntnis kann er mit keinem Guten ausgestattet werden. Der Zustand des Kindes entspricht dem, daß die ersten Wahrheiten nicht ganz den alten Ansichten entgegen sind. Der Stand der Jugend und des Mannesalters jenes Lebens ist, daß man nicht Rücksicht nimmt auf eine Person, wie sie in der äußeren Form erscheint, sondern wie sie beschaffen ist in Ansehung des Guten, zuerst im bürgerlichen Leben, dann im sittlichen Leben und endlich im geistigen Leben, und das Gute ist es, das der Mensch alsdann voranzustellen und zu lieben anfängt, und um des Guten willen die Person. Und zuletzt, wenn er noch vollkommener wird, ist er darauf bedacht, denen, die im Guten sind, wohlzutun, und zwar gemäß der Beschaffenheit des Guten bei ihnen, und zuletzt empfindet er eine Lust darin, ihnen wohlzutun, weil eine Lust im Guten liegt und auch Vergnügen in dem, was es begründet. Diese Gründe erkennt er als Wahrheiten an, und sie bilden auch die Wahrheiten seines neuen Verstandes, welche entfließen den Gutheiten, die seinem neuen Willen eigen sind. <HG 3701>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 259 →
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