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Fisch – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Durch Fische wird das Wißtümliche des äußeren Menschen bezeichnet.<HG 40>

Die Fische bedeuten im Worte Wißtümliches, das seinen Ursprung aus Sinnlichem hat. Es gibt nämlich dreierlei Wißtümliches: verständiges, vernünftiges und sinnliches; alles wird eingepflanzt dem Gedächtnis, oder vielmehr den Gedächtnissen, und im Wiedergeborenen werden sie daraus vom Herrn durch den inneren Menschen hervorgerufen. Dieses vom Sinnlichen herstammende Wißtümliche kommt zur Empfindung oder Wahrnehmung des Menschen, wenn er im Körper lebt, denn aus demselben denkt er; das übrige, welches mehr innerlich ist, nicht

so, ehe er vom Körper entkleidet ins andere Leben kommt. <HG 991>

Man wisse, daß in der geistigen Welt, wo Geister und Engel sind, alles das gleiche Aussehen hat wie in der natürlichen Welt, wo die Menschen sind, daß nämlich dort Berge, Hügel, Länder und Meere sind. Auf den Bergen wohnen die Engel, die im dritten oder innersten Himmel sind, auf den Hügeln dort die, welche im zweiten oder mittleren Himmel, und auf der Erde und unter der Erde und in den Meeren diejenigen, die im ersten oder untersten Himmel sind; aber die Meere, in denen die untersten dieses Himmels wohnen, sind nicht wie die Meere, in denen die Bösen wohnen; sie unterscheiden sich durch die Gewässer: die Gewässer der Meere, in denen die Frommen sind, die im untersten Himmel, sind dünn und rein, aber die Gewässer der Meere, in denen die Bösen sind, sind dick und unrein, somit sind es ganz andere Meere. Ich durfte einige Male jene Meere sehen und auch mit denen reden, die darin sind, und ich erfuhr, daß dort diejenigen sind, die in der Welt ganz sinnlich waren, aber dennoch fromm; und weil sie sinnlich waren, konnten sie nicht verstehen, was das Geistige ist, sondern bloß, was das Natürliche, auch das Wort und die Lehre der Kirche aus dem Wort nicht anders denn sinnlich begreifen. Alle diese erscheinen wie im Meer; aber die, welche dort sich befinden, erscheinen sich nicht, als ob sie im Meer wären, sondern wie in einer gleichen Atmosphäre, wie in der, als sie in der Welt lebten; daß sie im Meer sind, erscheint bloß vor den Augen derer, die oben sind. Heutzutage ist dort eine große Zahl, aus dem Grund, weil so viele in jetziger Zeit sinnlich sind. Dieser letzte Teil des Himmels entspricht den Fußsohlen. Daher kommt es, daß so oft im Wort Meere genannt werden, und auch Fische dort; und durch die Meere wird dort bezeichnet das Allgemeine des Wahren, welches dem natürlichen Menschen angehört, und durch die Fische das sinnlich Wißtümliche, welches das Unterste des natürlichen Menschen ist; mithin werden diejenigen bezeichnet, die solcherart sind, oder die in jenem sind. Aus diesem kann man nun erkennen, was verstanden wird unter allem Geschöpf, welches ist im Himmel und auf der Erde und unter der Erde, und was im Meer ist und alles, was darinnen ist. Gleiches wird durch die Meere und durch das, was dort ist, und was Fische und Walfische genannt wird, bezeichnet in diesen folgenden Stellen: Ps.69/35,36: “Loben sollen den Jehovah Himmel und Erde und die Meere, und alles, was darin kriecht; denn Gott wird Zion erretten und die Städte Jehudahs bauen”. Es wird gesagt: alles, was darin kriecht, und es werden verstanden, die sinnlich sind. Durch Zion, das Gott erretten wird, und durch die Städte Jehudahs, die Er bauen wird, wird die himmlische Kirche und ihre Lehre verstanden: durch Zion diese Kirche und durch die Städte die Lehre. Gleiches durch das Folgende: Ps.148/7: “Lobet den Jehovah aus der Erde, die Walfische und alle Abgründe”. Ebendieselben werden verstanden durch die Walfische; daher kommt es auch, daß Ägypten ein Walfisch heißt: Hes.29/3, denn durch Ägypten wird bezeichnet das Sinnliche, das im natürlichen Menschen ist und durch den Walfisch das Wißtümliche im allgemeinen. Gleiches wird auch bezeichnet durch -

Ps.8/7-9: “Du hast Ihn herrschen lassen über die Werke Deiner Hände, alles hast du gelegt unter Seine Füße, die Schafherde und alle Rinder und auch die Tiere des Feldes, die Vögel des Himmels und die Fische des Meeres”. Hier wird vom Herrn gehandelt und von Seiner Macht über den Himmel und die Erde; und durch die Schafherde und die Rinder, die Tiere des Feldes, die Vögel des Himmels und die Fische des Meeres, werden Menschen, Geister und Engel bezeichnet in betreff ihrer geistigen und natürlichen Verhältnisse, und durch die Fische des Meeres diejenigen, die in den letzten Regionen des Himmels sind, wie oben. Zeph.1/2,3: “Verzehren, ja verzehren werde Ich alles von dem Angesichte der Erde weg, werde verzehren Mensch und Tier, werde verzehren den Vogel der Himmel und die Fische des Meeres”. Durch Mensch und Tier, wenn sie beisammen vorkommen, werden die inwendigeren und auswendigeren Neigungen zum Guten bezeichnet; und durch die Vögel der Himmel und die Fische des Meeres werden die Neigungen zum Wahren bezeichnet und die geistigen und natürlichen Gedanken, aber in den angeführten Stellen, daß sie verlorengehen werden. Daß das Meer und die Fische solches bedeuten, kommt von der Erscheinung der geistigen Welt her: alle Gesellschaften, die dort sind, erscheinen umgeben von einer Atmosphäre, die ihren Neigungen und Gedanken entspricht: diejenigen, die im dritten Himmel sind, erscheinen in einer reinen, gleichsam ätherischen Atmosphäre, diejenigen, die im zweiten Himmel sind, erscheinen in einer weniger reinen Atmosphäre, ähnlich wie die luftige ist, die Gesellschaften aber, die im letzten Himmel sind, erscheinen umgeben von einer gleichsam wässerigen Atmosphäre; hingegen die Geister, die in den Höllen sind, erscheinen umgeben von dicken und unreinen Atmosphären, einige wie in schwarzen Wassern und andere anders. Die Neigungen und die Gedanken aus diesen sind es, die solches, was um sie her ist, erzeugen, denn von allen werden Sphären ausgehaucht und diese Sphären verwandeln sich in solche Erscheinungen. Daß aber diejenigen, die in einer geistigen Neigung und daher Denkweise sind, bezeichnet werden durch Vögel des Himmels, und diejenigen, die in einer natürlichen Neigung und daher Denkweise sind durch Fische, kommt auch von der Erscheinung in der geistigen Welt her; denn dort erscheinen sowohl Vögel als Fische: über den Landschaften Vögel und in den Meeren Fische; denn die Neigungen und die daher kommenden Gedanken derer, die dort sich befinden, sind es, die so erscheinen. Dies wissen alle, die in jener Welt sind, und es wurden auch von mir oftmals sowohl Vögel als Fische gesehen; diese Erscheinung hat ihren Grund in der Entsprechung. Aus diesem kann erhellen, warum die Meere das Allgemeine des Wahren, und ihre Walfische und Fische die Neigungen und Gedanken derer bedeuten, die in den allgemeinen (Begriffen) des Wahren sind. <EKO 342>

“Und der dritte Teil der Geschöpfe im Meer, die Seelen hatten, starb” bedeutet, daß dadurch alles lebendige Wißtümliche im natürlichen Menschen zugrunde ging.

Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, sofern es heißt, geistig oder in Ansehung des Lebens aus dem Himmel zugrunde gehen; aus der Bedeutung des dritten Teils, sofern er das Ganze bezeichnet, wovon EKO 506; aus der Bedeutung der Geschöpfe im Meer oder der Fische, sofern sie das Wißtümliche bezeichnen, worüber folgt; und aus der Bedeutung von “Seelen haben”, sofern es heißt, lebendig sein. Daher wird durch: es starb der dritte Teil der Geschöpfe im Meer, die Seelen hatten, bezeichnet, daß dadurch alles lebendige Wißtümliche zugrunde gegangen sei. Unter dem lebendigen Wißtümlichen wird das Wißtümliche verstanden, das von der geistigen Neigung Leben hat, denn diese Neigung gibt den Wahrheiten Leben und daher auch Leben dem Wißtümlichen, denn das Wißtümliche ist der Behälter geistiger Wahrheiten. Daß die Geschöpfe des Meeres, oder die Fische Wißtümliches bedeuten, beruht darauf, daß das Meer den natürlichen Menschen bedeutet, daher bedeuten die Fische im Meer das Wißtümliche selbst, das im natürlichen Menschen ist. Daß die Fische dieses bedeuten, beruht auch auf der Entsprechung; denn die Geister, die nicht in geistigen Wahrheiten sind, sondern nur in natürlichen, die Wißtümliches sind, erscheinen in der geistigen Welt in Meeren, wenn sie von denen, die oben sind, gesehen werden, wie Fische; nämlich die Gedanken, die aus dem Wißtümlichen bei ihnen hervorkommen, sind es, die so erscheinen; denn alle Denkvorstellungen der Engel und Geister verwandeln sich in verschiedene Vorbilder außerhalb ihrer. Wenn in solche, die dem Pflanzenreich angehören, so verwandeln sie sich in Bäume und Gesträuche verschiedener Gattung, wenn aber in solche, die dem Tierreich angehören, so verwandeln sie sich in Tiere der Erde und in Vögel verschiedener Gattung; aber wenn die Gedanken der Engel des Himmel sich als Tiere der Erde darstellen, so verwandeln sie sich in Lämmer, Schafe, Ziegen, junge Stiere, Pferde, Maultiere und in andere dergleichen; wenn aber als Vögel, dann verwandeln sie sich in Turteltauben, Tauben und mehrere Arten von Vögeln, die schön sind. Dagegen die Denkvorstellungen derer, die natürlich sind, und aus bloß Wißtümlichem denken, verwandeln sich in Formen von Fischen. Es erscheinen daher auch wirklich in den Meeren mehrere Arten von Fischen, die auch ich mehrmals sehen durfte. Daher kommt es, daß durch Fische im Wort das Wißtümliche bezeichnet wird, wie in mehreren Stellen im Wort. <EKO 513>

Der Herr: Da Johannes am meisten mit den geistigen Entsprechungen sich abgab und überall die Ursache, Wirkung und den Endzweck sehen wollte, so fragte er Mich noch um den Grund dieses Zeichens. Und Ich sagte zu ihm: Du sollst wohl vor allem das Geheimnis des Reiches Gottes recht tief fassen, und so merke denn schnell: Diese Menschen sind die Welt, die allen ihren geistigen Nährvorrat aufgezehrt hatte. Nur bei einem einfältigen Knaben war noch ein reines, unverdorbenes Gemüt, ein wenig kindlichen Glaubens; darum fand sich bei ihm auch ein Vorrat von fünf Gerstenbroten und zwei Fischen.

Die fünf Brote bezeichnen, daß seine fünf Sinne noch rein und unverdorben sind und darum auch sein Gemüt und seine Seele, was sich auch dadurch gleich zeigte, daß er mit der größten Freude in Mein Verlangen willigte. Die zwei Fische aber, sich wie der Liebe Gutes und des Glaubens Wahres verhaltend, oder wie Liebeslebenswarmes, wie ein Feuer und Lebensweisheitslicht, zeigten seinen kindlichen Glauben, sein Vertrauen und seine Liebe an. Zugleich aber stellte seine Einheit und persönliche Wenigkeit auch das dar, wie schwach und wie wenig nun in der Welt das Gute und Wahre aus den Himmeln mehr unter den Weltmenschen vertreten ist. Noch aber bezeichnen die fünf Brote Meine Lehre an die Menschen. Sie scheint viel zu wenig zu sein für alle Menschen der Erde; aber sie wird sich vermehren wie diese Brote, und dennoch wird daraus selbst für die Weisesten, die im Geiste von Mir belehrt und gesättigt werden, für die ganze Ewigkeit stets neue und tiefere Weisheiten zu erforschen und zu erkennen endlos vieles übrigbleiben. Denn die zwölf Körbe entsprechen den zwölf Stämmen Israels und diese der Gesamtheit der göttlichen nie erreichbaren Vollkommenheit in allem. <JE VI,42/1-4>

Der Herr: Die Kraniche stellen demnach die Menschen dar, die stets bemüht sind, nach reinen Erkenntnissen zu trachten und ihre Seele mit den lebendigen reinen Fischlein (lebendiges Wort aus Gott) und reinem Gewürm (reine Erfahrungserkenntnisse aus dem Bereiche der Natur) zu sättigen. <JE VIII,102/15>

Daß sich aber deine Sünden in allerlei Fischgestalten ausnehmen und in Gestalt anderer seeischen Ungeheuer großer und kleiner Art, hat darin seinen Grund, weil jede Sünde eine Untüchtigkeit der Seele hervorruft, und diese zerteilt in ihr die endlos vielen zerrissenen Vorbestände, die im Wasser den Anfang nehmen und im Feuer der Liebe Gottes im Menschenherzen vollendet werden zu einem vollkommenen gottähnlichen Ebenmaße. Es war aber physisch deine Seele wohl komplett in deinem Leibe zur Menschengestaltung dir gegeben auf der Welt in deinen Kinderjahren; da du aber nicht nach der Ordnung lebtest, sondern nach dem tierischen nur, aus dem die Seele ursprünglich zusammengesetzt ist, so verlorst du denn auch sehr viel von und an deiner Seele, und siehe, dieses Verlorene müssen wir nun wieder aus den Fluten deiner Sünden herausheben und damit deine Seele einmal physisch ganz machen; ist dies geschehen, dann erst werden wir können für deinen Geist und für dessen Einung mit dir Sorge tragen; darum sei nun fleißig und geduldig, so wirst du es bald einsehen, was hier ein rechter Lotse zu tun hat. Da diese Seetiere aber hier deine Taten vorstellen, die pur Sünde waren, so vergehen sie auch, so sie heraus ans Gotteslicht gehoben werden, und es kommt also zur Erscheinung, wie es geschrieben stehet: Das Reich Gottes ist zu vergleichen einem Fischer, der viele Fische in sein Netz fing; da er aber das Netz aus der Flut zog, da behielt er die guten, die schlechten aber ließ er wieder ins Meer zurückwerfen zum Verderben! -

Wir aber haben nun schon sehr viele deiner Taten als Fische aller Art hervorgehoben, und siehe, sie haben keinen Bestand im Gotteslichte! Was ist das aber? Weil du sie verzehrst ob deiner zerstörten Seele, auf daß sie zu ihrer Vollgestalt wieder gelange! Wann aber wird es in deinem Gewässer wohl auch bleibende Taten geben? Suche, daß dein Herz voll werde und erwache in der Liebe! Solange du nicht Liebe zu Gott in dir verspüren wirst, wird es noch sehr viel leere Arbeit geben für deine Hände. Dies merke dir nun, und wisse, wo es am Ende hinaus muß, so wirst du in rechter Reue und Demut und Geduld arbeiten, um zu einem wirklichen Ziele zu gelangen, und dadurch zum klaren Schauen, und zum eigenen wahren Gerichte, und aus dem zur Gnade. Es sei! <BM 20/7-13>

Markus auf Meer, das bei der Vorgrenze des Kinderreiches endet: Die Fischlein im Meer besagen das ausgehende Leben vom ewigen Morgen, welches dieses Element durch und durch belebt und sodann hinaustritt als ein freies Leben in alle die unendliche Räume der ewigen Schöpfung Gottes. <GS I,22/5,6>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 183 →

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