Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Feinde und Barbaren bedeuten soviel wie diejenigen, die bloß aufs Irdische und Weltliche sehen. <HG 249>
Feinde, sofern sie bedeuten Böses und Falsches, oder was dasselbe ist, diejenigen, die im Bösen und Falschen sind; diese werden bezeichnet durch Feinde und Widersacher im inneren Sinn des Wortes. <HG 2851>
Feinde, sofern sie eine höllische und teuflische Rotte bezeichnen, denn diese sind die Feinde im geistigen Sinn. <HG 6365>
Feinde, sofern sie das Böse und Falsche sind, denn nichts anderes wird im geistigen Sinn unter Feinden, Widersachern und Hassern im Worte verstanden. Feinde, Widersacher und Hasser heißen sie, nicht als ob der Herr ihnen Feind wäre oder Haß gegen sie hegte, sondern weil sie Hasser und Feinde gegen das Göttliche sind. Aber wenn sie sich selbst zugrunde richten und in die Verdammnis und Hölle stürzen, scheint es, als ob dies aus dem Göttlichen käme. <HG 8282>
Feinde, sofern sie die bezeichnet, die außerhalb der Kirche sind. Daß die, welche außerhalb der Kirche sind, unter dem Feind verstanden werden, hat den Grund, weil sie in Beziehung auf das Gute und Wahre des Glaubens anderer Meinung sind; denn sie haben das Wort nicht, und darum wissen sie nichts vom Herrn und vom Glauben und von der christlichen Liebtätigkeit, die allein vom Herrn stammen. Daher kommt es, daß das Wahre ihres Glaubens nicht echt ist,
und auch nicht das Gute ihrer Liebtätigkeit. Deshalb leben sie auch im anderen Leben nicht zusammen mit den Angehörigen der Kirche, sondern getrennt von ihnen. Im Buchstabensinn aber werden sie Feinde genannt, wegen der geistigen Meinungsverschiedenheit, die in Beziehung auf das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebtätigkeit stattfindet. <HG 9255>
Durch Feinde und Widersacher wird das Böse und Falsche bezeichnet, das von der Hölle kommt. Sie heißen Widersacher, weil das Böse und Falsche sich aufmacht gegen das Gute und Wahre, nicht aber umgekehrt. <HG 10481>
Im Wort werden an sehr vielen Stellen Feinde und Gegner genannt, und es wird unter ihnen das Böse und Falsche verstanden: unter den Feinden das Böse und unter den Gegnern das Falsche, denn das Wort ist in seinem Schoß geistig, daher kann unter Feinden und Gegnern in diesem Sinn nichts anderes verstanden werden, als geistige Feinde und Gegner. <EKO 671>
“Genannt der Teufel und Satan” bedeutet, weil sie innerlich im Bösen und Falschen sind, das aus der Hölle stammt. Dies erhellt aus der Bedeutung von Teufel und Satan, insofern sie die Hölle bezeichnen in Ansehung des Bösen und Falschen. Solche sind es, die im Bösen und Falschen sind, weil die, welche hier unter dem Drachen verstanden werden und Teufel und Satan heißen, nicht äußerlich so beschaffen sind, sondern innerlich; denn äußerlich reden sie wie die Menschen der Kirche und einige sogar wie die Engel des Himmels von Gott, vom Herrn, vom Glauben und von der Liebe zu Ihm, wie auch von Himmel und Hölle, und bringen vieles aus dem Wort vor, wodurch sie ihre Glaubenssatzungen (Dogmen) begründen. Daher kommt es, daß sie durch dieses Äußere mit dem Himmel verbunden sind, aber im Inneren werden sie nicht davon angeregt und noch weniger erfreut, sondern sie werden nur durch körperliche und weltliche Dinge angeregt und erfreut, so daß sie die himmlischen Dinge im Verhältnis zu jenen für nichts achten. Mit einem Wort: das Körperliche und Weltliche lieben sie über alles, das Himmlische aber betrachten sie als eine Knechtschaft, so daß sie das, was dem Körper und der Welt angehört, zum Haupte, das Himmlische aber zu den Füßen machen. So sind sie beschaffen, weil sie das Leben für nichts achten, indem sie sagen, der Glaube allein mache selig, aber nicht das Gute des Lebens. Deshalb sind sie Teufel und Satane, denn der Mensch ist so beschaffen, wie er in seinem Inneren ist, aber nicht so, wie er nur in seinem Äußeren ist, wenn nicht das Äußere aus dem Inneren redet und handelt. Der Mensch bleibt auch so beschaffen nach dem Tode, denn wie der Mensch im Inneren beschaffen ist, so ist er auch in Ansehung seines Geistes beschaffen, und der Geist des Menschen ist die Neigung (oder Gesinnung), aus der sein Wille und daher auch sein Leben hervorgeht. Hieraus folgt, daß diejenigen, welche die Beschaffenheit des Lebens für nichts achten, im Inneren Teufel und Satane sind, und auch nach Ablauf ihres Lebens,
in dem sie Geister werden, zugleich Teufel und Satane werden. Sie werden aber Teufel und Satan genannt, weil durch Teufel und ebenso durch Satan die Hölle bezeichnet wird, aber durch Teufel wird die Hölle bezeichnet, aus der das Böse kommt, und durch Satan die Hölle, aus der das Falsche kommt; diese Hölle wird Satan genannt, weil alle, die sich in ihr befinden, Satane genannt werden, jene Hölle aber wird Teufel genannt, weil alle, die sich darinnen befinden, Teufel genannt werden. Daß es vor der Schöpfung der Welt keinen Teufel und Satan gegeben hat, der ein Engel des Lichts gewesen und später mit seiner Rotte in die Hölle geworfen wurde, kann man aus dem ersehen, was HH 311-316 gezeigt wurde, wo davon gehandelt wurde, daß der Himmel und die Hölle aus dem menschlichen Geschlecht stammen. Man merke aber, daß es zwei Reiche gibt, in welche die Himmel geteilt sind, nämlich das himmlische Reich und das geistige Reich, worüber man HH 20-28 nachsehe; diesen beiden Reichen entsprechen als Gegensatz die zwei Reiche, in welche die Höllen eingeteilt sind: dem himmlischen Reiche entspricht als Gegensatz das höllische Reich, das aus den Teufeln besteht, und daher auch Teufel genannt wird, und dem geistigen Reich entspricht als Gegensatz das höllische Reich, das aus den Satanen besteht und daher auch Satan genannt wird. Und weil das himmlische Reich aus Engeln besteht, die in der Liebe zum Herrn sind, so besteht das höllische Reich, das als Gegensatz dem himmlischen Reich entspricht aus Teufeln, die in der Liebe zu sich selber sind, woher es kommt, daß aus dieser Hölle Böses aller Art ausfließt; und weil das geistige Reich aus Engeln besteht, die in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, so besteht das höllische Reich, das als Gegensatz dem geistigen Reich entspricht, aus Satanen, die im Falschen aus der Liebe zur Welt sind, und daher kommt es, daß auch aus dieser Hölle Falsches aller Art ausfließt. In manchen Stellen des Alten Testamentes wird immer nur Satan und nirgends der Teufel, statt dessen wird gesagt Feind, Gegner, Hasser, Widersacher, Ankläger, Dämon, wie auch Tod und Hölle. Hieraus läßt sich deutlich erkennen, daß durch Teufel die Hölle bezeichnet wird, aus der das Böse stammt, und durch Satan die Hölle, aus der das Falsche stammt. <EKO 740>
Der Feind ist der Teufel. <JE I,197/11-15>
Der Feind, der stets das Unkraut unter den reinen Weizen streute, noch streut und noch lange streuen wird, ist demnach die alte Eigenliebe, und ihr euch nun bekanntes Gefolge ist das Unkraut und im weitesten Sinne der Inbegriff aller wie immer gearteten Materie, Lüge, Satan, Teufel. <JE IV,108/1-9, JE IV,104/1-8>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 148 →
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