Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Wird bei den Propheten da verwendet, wo das Geistige des Glaubens, das auch dem Verstand angehört, ausgedrückt wird. <HG 100>
Wenn der Mensch aus der Welt weise sein will, so ist er gefallen und muß daher aufgerichtet werden; und wenn in diesem Sinne die Einöde steht, dann steht es für Falsches. <HG 153>
Der Mensch hat zwei Gemüter, das eine ist das obere oder inwendigere, welches das geistige Gemüt genannt wird, und das andere ist das untere oder auswendigere, welches das natürliche Gemüt genannt wird. Das natürliche Gemüt wird zuerst beim Menschen geöffnet und ausgebildet, weil dieses der Welt zunächst steht; das geistige Gemüt aber wird nachher geöffnet und ausgebildet, aber nur in dem Maß, als der Mensch die Erkenntnisse des Wahren, die aus dem Wort oder aus der Lehre aus dem Wort stammen, mit dem Leben aufnimmt; daher wird es bei denen nicht geöffnet, die sie nicht auf das Leben anwenden. Wenn nun das geistige Gemüt geöffnet wird, alsdann fließt das Licht des Himmels durch dieses Gemüt in das natürliche ein und erleuchtet es, wodurch dieses Gemüt geistig-natürlich wird, denn alsdann sieht das geistige Gemüt im natürlichen beinahe, wie der Mensch sein Angesicht in einem Spiegel, und erkennt dasjenige an, was mit ihm übereinstimmt. Wenn aber das geistige Gemüt nicht geöffnet ist, wie es bei demjenigen der Fall ist, der die Erkenntnisse des Wahren und Guten aus dem Wort nicht auf sein Leben anwendet, so wird dennoch das Gemüt bei einem solchen innerlich im Natürlichen gebildet, aber dieses Gemüt besteht dann aus lauter Falschem und Bösem, aus dem Grund, weil das geistige Gemüt nicht geöffnet ist, durch welches das Licht des Himmels ins Natürliche auf dem rechten Weg hineingesendet wird, sondern gleichsam durch Ritzen ringsumher, wodurch er die Fähigkeit hat, zu denken, zu vernünfteln und zu reden, wie auch die Fähigkeit Wahres zu verstehen, aber dennoch nicht die Fähigkeit, dieses zu lieben, oder aus Neigung dieses zu tun; denn die Neigung Wahres zu lieben, weil es wahr ist, wird nur gegeben durch den Einfluß des Himmelslichts in das geistige Gemüt; denn das Himmelslicht ist durch das geistige Gemüt verbunden mit der Wärme des Himmels, welche Liebe ist, wie vergleichsweise das Weltlicht zur Frühlingszeit. Dagegen das Himmelslicht, das durch Ritzen ins Natürliche einfließt, ist ein von der Wärme des Himmels, welche Liebe ist, getrenntes Licht, wie vergleichsweise das Weltlicht zur Winterszeit ist. Hieraus kann erhellen, daß der Mensch, bei dem das geistige Gemüt geöffnet ist, einem Garten und Paradies gleicht, und daß der Mensch, bei dem das geistige Gemüt nicht geöffnet ist, einer Einöde und einem mit Schnee bedeckten Land gleicht. <EKO 406>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 28 →
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