Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Die Uralten nannten die Verbindung des Verstandes und des Willens oder des Glaubens und der Liebe eine Ehe. <HG 54, 55>
Alle Gesetze des Wahren und Rechten fließen aus himmlische Grundsätzen oder aus der Lebensordnung des himmlischen Menschen, denn der ganze Himmel ist ein himmlischer Mensch, darum, daß der Herr allein der himmlische Mensch ist, und alles in allem und jedem des Himmels und eines himmlischen Menschen ist, daher sie auch himmlisch heißen; weil aus himmlischen Grundsätzen oder von der Lebensordnung des himmlischen Menschen jedes Gesetz des Wahren und Rechten, hauptsächlich das Gesetz der Ehen seine Abkunft hat: so ist es die himmlische Ehe, aus der und gemäß der alle Ehen auf Erden sein sollen; sie besteht darin, daß ein Herr sei und ein Himmel, oder eine Kirche, deren Haupt der Herr ist; daher das Gesetz der Ehen, daß ein Mann sein solle und eine Gattin, und wenn es so ist, so stellen sie die himmlische Ehe vor, und sind ein Abbild des himmlischen Menschen. <HG 162>
Das Gute und Wahre kann in den geschichtlichen Teilen des Wortes nicht anders als durch eine Ehe vorgebildet werden, denn so verhalten sie sich: es besteht nämlich eine göttliche Ehe zwischen den himmlischen und den geistigen Dingen, oder was dasselbe ist, zwischen denjenigen, die der Liebe und denen, die dem Glauben angehören, oder, was abermals dasselbe ist, zwischen denen, die dem Willen und denen, die dem Verstand angehören. Jene sind Sache des Guten, diese sind Sache des Wahren. Eine solche Ehe ist im Reich des Herrn in den Himmeln, eine solche auch im Reich des Herrn auf Erden oder in der Kirche, eine solche in einem jeden Menschen, im einzelnen desselben, ja im allereinzelnsten. Was
nicht in einer solchen Ehe ist, lebt nicht. Ja eine solche Ehe ist von daher in der ganzen Natur, und in ihren einzelnen Teilen aber unter einer anderen Form und Gestalt, sonst würde gar nichts in ihr bestehen. <HG 2173>
Was den Stand der Vereinigung des geistig Göttlichen, des Herrn in seinem himmlisch Göttlichen betrifft, so ist er die eigentliche Ehe des Guten und Wahren, woher die himmlische Ehe, und diese Ehe ist das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden, darum heißt das Reich des Herrn so oft im Wort eine Ehe, und wird mit einer Ehe verglichen, die Ursache, die ein Geheimnis ist, weil aus der Ehe des göttlich Guten und Wahren und des göttlich Wahren und Guten im Herrn alle eheliche Liebe ist, und durch diese alle himmlische und geistige Liebe. <HG 2618>
Weil die Ehen auf Erden durch wahre, eheliche Liebe der himmlischen Ehe entsprechen, welche die des Guten und Wahren ist, deshalb entsprechen die Gesetze, die im Worte über die Verlobungen und Ehen gegeben sind, ganz und gar den geistigen Gesetzen der himmlischen Ehe; z.B. daß sie nur eine Gattin haben sollten: Mark.10/2-8; Luk.16/18; denn so verhält es sich in der himmlischen Ehe, daß nämlich das Gute nur verbunden werden kann mit seinem Wahren, und das Wahre mit seinem Guten; wenn es mit einem anderen Wahren als mit seinem eigenen verbunden würde, so könnte das Gute gar nicht bestehen, sondern würde zerteilt werden und zugrunde gehen. <HG 4434>
Wie heilig die Ehen an sich, d.h. von der Schöpfung her sind, kann man schon daraus sehen, daß sie die Pflanzschulen des menschlichen Geschlechtes sind, und weil aus diesem Geschlecht der Himmel der Engel hervorgeht, so sind sie auch die Pflanzschulen des Himmels. Folglich werden durch die Ehen nicht nur die Erdkörper, sondern auch die Himmel mit Einwohnern versorgt. Und weil der Zweck der ganzen Schöpfung das menschliche Geschlecht und der Himmel aus diesem ist, wo das Göttliche selbst wie in seinem Eigentum und gleichsam in sich wohnt, und die Erzeugung der Menschen der göttlichen Ordnung gemäß vermittelst der Ehen bewirkt wird, so ist deutlich zu ersehen, wie heilig dieselben an sich von der Schöpfung her sind, und wie heilig sie sein müssen. Die Erde kann zwar durch Unzucht und Ehebruch ebenso mit Bewohnern erfüllt werden als durch Ehen, aber nicht der Himmel, und zwar aus dem Grund, weil aus den Ehebrüchen die Hölle hervorgeht, aus den Ehen aber der Himmel. Die Hölle geht aber aus den Ehebrüchen hervor, weil der Ehebruch aus der Ehe des Bösen und Falschen entsteht, weshalb auch die Hölle in ihrem ganzen Inbegriff Ehebruch genannt wird, und der Himmel geht aus den Ehen hervor, weil die Ehe aus der Ehe des Guten und Wahren entsteht, weshalb auch der Himmel in seinem ganzen Inbegriff Ehe genannt wird, wie oben in einem besonderen Abschnitt gezeigt wurde. Unter Ehebruch wird aber jede Verbindung verstanden, wobei die Liebe zum Ehebruch herrscht, sei es innerhalb oder außerhalb des ehelichen Standes, und
unter Ehe wird jede Verbindung verstanden, bei der die Liebe zur Ehe, oder die eheliche Liebe herrscht. <EKO 988>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 7 →
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