Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Unter Disteln und Dornen wird verstanden Fluch und Verwüstung. <HG 272,273>
Der Herr: Wenn eine Seele einmal ihrer selbst vollkommen bewußt ist und zum Gebrauche ihrer Vernunft kommt insoweit, daß sie in sich gar wohl die Ordnung Gottes erschauen und erkennen kann, so muß sie dann für fernerhin wegen ihrer Konsolidierung selbsttätig werden, natürlich nach der in ihr bestehenden und erkannten Gottesordnung. Tut sie aber in irgendeinem Punkte das nicht, sondern unterläßt das, oder tut dafür gar etwas Entgegengesetztes, so muß sie sich ja offenbar in dem betreffenden Punkte selbst einen nicht leicht vertilgbaren Schaden zufügen, von dem sie sich dann nimmer frei machen kann von sich selbst heraus, weil alle ihre Tätigkeit dadurch schon mehr oder weniger eine unordentliche wird, aus der offenbar mit der Zeit stets mehr und mehr seelische Beschränktheiten erwachsen müssen, als: allerlei Blindheit, Dummheit, Unverstand, schwache Fassungskraft, Furcht, Mutlosigkeit, Traurigkeit, Angst, Verdruß, Zorn, Wut und am Ende gar die Verzweiflung selbst. Und seht, das eben sind die “Dornen” und “Disteln”, die das “Erdreich”, d.h. die verkümmerten Intelligenzfähigkeiten der Seele in ihr selbst hervorwachsen lassen werden, gleich den Schmarotzerpflanzen auf den sonst gesunden Ästen der Bäume. <JE II,225/6,7>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 331 →
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