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Cherube/Cherubim – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Durch Cherube wird bezeichnet die Vorsehung des Herrn, daß ein Mensch, der kein Wollen zum Guten und kein Verständnis des Wahren hat, nicht eindringen kann in das, was Sache des Glaubens ist. <HG 306>

Daß die Cherube bedeuten die Vorsehung des Herrn, daß der Mensch nicht aus dem Eigenen, Sinnlichen und Wißtümlichen unsinnig eindringe in die Geheimnisse des Glaubens und sie entweihe, und so verlorengehe, kann aus allen Stellen im Worte, in denen der Cherube Erwähnung geschieht, erhellen. <HG 308>

Cherubim bedeutet die Wache, daß das geistig Gute und das himmlisch Gute, somit der mittlere und der innerste Himmel nicht vermengt werden. Cherubim, sofern sie die Wache und Vorsorge bezeichnen, daß der Herr nicht angegangen werde, außer durch das Gute der Liebe. Weil dieses durch die Cherubim bezeichnet wurde, darum wurden sie auf den Gnadenstuhl gesetzt, der über der Lade war, und darum wurden sie aus dichtem Gold gemacht, denn durch die Lade wurde der Himmel, wo der Herr ist, bezeichnet; und durch Gold das Gute der Liebe. Daß es keinen Zugang zum Herrn gibt außer durch das Gute der Liebe, hat den Grund, weil die Liebe eine geistige Verbindung und alles Gute Sache der Liebe ist; daher werden die, welche im Guten der Liebe zum Herrn sind, zu Ihm im Himmel eingeführt, weil sie mit Ihm verbunden sind. Ebenso die, welche im Guten der Liebe gegen den Nächsten sind, denn der Nächste ist das Gute des Mitbürgers, das Gute des Vaterlandes, das Gute der Kirche, das Gute des ganzen Reiches des Herrn, und im höchsten Sinn der Herr selbst, weil von Ihm dieses Gute beim Menschen kommt. Man glaubt, man könne zum Herrn kommen durch die Wahrheiten des Glaubens, aber durch diese, wenn sie vom Guten der Liebe getrennt sind, kann man nicht zu Ihm kommen, nicht einmal zum Himmel, sondern sobald die getrennten Wahrheiten hineingehen wollen, wird der Himmel, somit der Weg zum Herrn verschlossen; und weil das Wahre an sich nicht hineingehen kann, wenn in ihm nicht das Gute ist, und es dadurch Sache des Guten geworden ist, so kann es auch nicht das Verständige und noch weniger das Wißtümliche, wenn es getrennt ist vom Guten des Willens. <HG 9509>

Cherubim bedeutet die Wache, daß das geistig Gute und das himmlisch Gute, somit der mittlere und der innerste Himmel nicht vermengt werden. Es bedeutet aber auch, daß nicht das geistig Gute und das himmlisch Gute, somit jene beiden Himmel vermengt werden, weil, wenn sie vermengt würden, das Gute beider verletzt würde, und zwar so sehr, daß die Himmel selbst zugrunde gingen. Dies kann man erkennen aus dem Unterschied des beiderseitigen Guten, somit der beiderlei Himmel. Daher gibt es vermittelnde Engelsgesellschaften, die im himmlisch geistig Guten und im geistig himmlisch Guten sind, durch welche die Verbindung stattfindet. Bei diesen Engelsgesellschaften ist aber das beiderlei Gute auch nicht verbunden, sondern unter sich geschieden. <HG 9673>

Die Cherube bezeichnen die Wachen und die Vorsehung, daß den inwendigeren oder oberen Himmeln nicht genaht werde, außer vom Guten der Liebe und Liebtätigkeit, worüber folgt; und aus der Bedeutung der Augen, deren sie voll waren vorne und hinten, sofern sie die göttliche Vorsehung des Herrn bezeichnen, denn die Augen, wenn vom Menschen die Rede, bedeuten den Verstand, der sein inneres Sehvermögen ist, wenn aber Augen mit Beziehung auf Gott genannt werden, so bedeuten sie die göttliche Vorsehung. <EKO 277>

Der Buchstabensinn stellt eine Art Wache für die echten, inwendig verborgenen Wahrheiten dar, damit diese nicht verletzt nicht werden. Er wirkt als Wache dadurch, daß er sich nach verschiedenen Richtungen auslegen, und je nach dem Fassungsvermögen der Ausleger erklären läßt, dennoch aber seinem Inneren nach dadurch nicht beeinträchtigt oder verletzt wird. Es schadet nämlich an sich nichts, wenn der Buchstabensinn von verschiedenen Menschen verschieden verstanden wird, sondern nur, wenn Falsches hineingetragen wird, das im Gegensatz zu den göttlichen Wahrheiten steht. Dies geschieht aber einzig von seiten derer, die sich auf das Falsche festgelegt haben. Sie sind es, die dem Wort Gewalt antun. Der Buchstabensinn wacht darüber, daß dies wenigstens nicht durch jene geschehen kann, die zwar infolge ihrer Religion in mancherlei Falschem sind, sich aber nicht darauf versteifen. Dieses Wächteramt des Buchstabensinnes wird im Worte Gottes durch die Cherube, die nach der Austreibung Adams und seines Weibes aus dem Garten Eden an dessen Eingang gestellt wurden: 1.Mo.3/23f. <WCR 260>

Der Herr: Die Cherubim bedeuten und sind der ewige Ausfluß der göttlichen Liebe und Seraphim der Ausfluß der göttlichen Weisheit; das ist der Unterschied. Darum sagte man vor alters: Dieser ist liebeglühend wie ein Cherub und weise in ein Seraph. - Also wird durch die Cherubim die göttliche Liebe und durch Seraphim die göttliche Weisheit in ihrem gesamten grundhimmlischen Wirken verstanden. <HIGA III,S.208/1: Cherubim und Seraphim>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 295 →

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