Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Der Mensch, der geboren wird, wird im Wort hie und da mit Gegenständen des Pflanzenreiches, hauptsächlich mit Bäumen verglichen, und zwar deshalb, weil das ganze Pflanzenreich, wie auch das Tierreich, solches vorbildet, was beim Menschen, folglich was im Reich des Herrn ist, denn der Mensch ist ein Himmel in kleinster Form. Aber hauptsächlich der Mensch, der von neuem geboren, d.h., der vom Herrn wiedergeboren wird, ist es, der ein Himmel genannt wird, denn alsdann wird er dem göttlich Guten und Wahren, das vom Herrn ist, und folglich dem Himmel eingepflanzt, denn der Mensch, der wiedergeboren wird, hat seinen Anfang, ebenso wie ein Baum, von einem Samen aus, deshalb wird durch Samen im Wort bezeichnet das Wahre, das vom Guten stammt; sodann bringt er ebenso wie ein Baum Blätter, hernach Blüten und endlich Frucht hervor; denn er bringt solches hervor, was der Einsicht angehört, was auch im Wort durch Blüten bezeichnet wird, hernach solches, was der Weisheit angehört. Dieses ist es, was durch Blüten bezeichnet wird, und endlich solches, was dem Leben angehört, nämlich Gutes der Liebe und Liebtätigkeit im Tun, was im Wort durch Früchte bezeichnet wird. <HG 5115>
Das Sprossen und Fruchtbringen des Baumes bildet, wie HG. 5115 gesagt wurde, des Menschen Neugeburt vor. Das Grünwerden von Blättern den ersten Zustand, das Blühen den zweiten oder den nächsten vor der Wiedergeburt, und das Fruchtbringen den dritten, welcher der eigentliche Zustand des Wiedergeborenen ist. Daher kommt es, daß die Blätter dasjenige bedeuten, was der Einsicht angehört oder die Wahrheiten des Glaubens, denn diese sind das erste der Wiedergeburt oder Neugebärung; die Blüten aber dasjenige, was der Weisheit angehört, oder das Gute des Glaubens, weil dieses zunächst der Wiedergeburt oder Neugebärung vorangeht, und die Früchte dasjenige, was dem Leben angehört oder Werke der Liebtätigkeit, weil diese folgen und den eigentlichen Zustand des Wiedergeborenen bilden. <HG 5116>
Blüte bedeutet das Wißtümliche des Wahren. Daß die Blumen diese Bedeutung haben, beruht darauf, daß die Blumen (oder Blüten) Gewächse sind, die den Früchten und Samen vorausgehen, und sie in ihrer Art erzeugen, denn daß die Bäume und Pflanzen blühen, ehe sie Frucht bringen, ist bekannt.
Ebenso verhält es sich mit dem Menschen in Ansehung der Einsicht und Weisheit. Das Wißtümliche des Wahren geht voraus, und erzeugt auf seine Weise das, was der Weisheit beim Menschen angehört; denn es dient seiner Vernunft zu Gegenständen und so zu Mitteln des Weisewerdens. Daher kommt es, daß das Wißtümliche des Wahren den Blüten und das Gute des Lebens, welches das Gute der Weisheit ist, der Frucht gleich ist, weil alles, was in der geistigen Welt ist, sich auf solches bezieht, was beim Menschen ist, aus dem Grund, weil der Himmel einen Menschen darstellt, und allem und jedem, was beim Menschen ist, entspricht. <HG 9553>
Das Blühen vor der Frucht entspricht dem Zustand desjenigen Lebensalters beim Menschen, wo das eheliche Gefühl in die Gemüter dringt und sie fröhlich stimmt, somit wo das Wahre verbunden wird mit dem Guten; die Frucht aber entspricht dem Guten selbst, das in dem Maß, als es reift wie die Frucht, sich in Werken äußert. Daher kommt es, daß die Früchte im Wort die Werke der Liebtätigkeit bezeichnen; und daß das Blühen vor der Frucht mit der Stimme und Freude der Braut und des Bräutigams verglichen wird. <HG 10185>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 232 →
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