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Die Vollendung – Wann und wie der Mensch vollendet ist

Jesus: „Wird die Seele durch ihr freies Wollen ganz ähnlich der Liebe des Geistes aus Gott, so ist es klar, dass sie mit dem Geiste aus Gott in ihr eins wird und dann auch vollendet ist. Die wahre, reine und lebendige Liebe ist höchst uneigennützig, tätig, voll Demut, Geduld und Erbarmen; sie fällt niemals jemandem unnötig zur Last und duldet alles gern; sie hat kein Wohlgefallen an der Not ihres Nächsten, sondern sie hilft unermüdlich jedem, der einer Hilfe bedarf. — So ist die reine Liebe auch im höchsten Grade keusch und hat keine Freude an der Begierde des Fleisches, aber eine desto größere Lust an der Gesittung des Herzens. Wenn des Menschen Seele so beschaffen sein wird durch ihr freiwilliges Streben, dann ist sie schon gleich ihrem Geiste und in Gott vollendet.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 223, 12-15]

Der Herr: „Ihr müsst zuerst gesichtet werden im Fleisch und dann befreit werden in eurer Seele von den bösen Kröpfen (= Weltsinn), die vom Fleisch in sie eingewachsen sind; und darauf soll der Geist frei werden zur vollen Inbesitznahme der Seele und durch diese des Fleisches, damit dann Raum werde in eurem Herzen für Mich, und dass Ich dort — in diesem Jerusalem — durch das Werk der Erlösung Mich selbst vollende im Menschen, damit der Mensch dadurch vollendet werde in sich durch Mich und wiedergeboren durch Meine Vollendung in ihm.“

[Hi. Bd. 1, S. 239, 3]

Jesus: „Wenn eine Seele von ihrem Hochmut absteht und sich demütigt, dann löst sie sich stets mehr von ihres Leibes grobem Fleisch und steht mit ihm nur noch durch den mit ihr verwandten Nervengeist in Verbindung. Ist dieser Zustand eingetreten, dann wird die Seele in sich leben-fühlend. Nimmt sie zu in der Nächstenliebe, und dadurch auch in der reinen Liebe zu Gott, Den sie in ihrer Demut leicht findet, so ruft sie dadurch auch ihren jenseitigen Geist aus Gott wach (im Bewusstsein der Seele) und fängt an, sich mit ihm zu einen. Wenn aber das geschieht, dann geht die Seele schon in das vollkommene ewige Leben ein, das in ihr zur vollen Klarheit wird.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 111, 5]

JESUS: „Ein dritter und allerhöchster Grad der Lebensvollendung besteht darin, dass der Mensch, wohl wissend, dass er nun als ein mächtiger Herr der ganzen Natur ohne Sünde tun kann, was er nur immer will, dennoch seine Willenskraft und Macht demütig und sanftmütig im Zaume hält und nicht eher etwas tut, als bis er unmittelbar von Gott aus dazu berufen wird. Denn ein hoch-vollendeter Geist erkennt, dass zwischen dem sonderheitlichen Willen Gottes in ihm und dem freiesten, endlos allgemeinen Willen in Gott ein großer Unterschied besteht, weshalb er dann seinen sonderheitlichen Willen ganz dem allgemeinen göttlichen Willen unterordnet. Wer das tut, der ist in sich zur innersten, allerhöchsten Lebensvollendung, dem dritten Grade, gelangt, ist völlig eins mit Gott und besitzt gleich Ihm die höchste Macht und Gewalt über alles im Himmel und auf Erden! — In diesem höchsten Grade der Lebensvollendung befinden sich die Erzengel.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 155, 10-15]

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