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Die Sünde wider den heiligen Geist

[GS.01_051,23] Denn also spricht ja auch Johannes: „In Christo wohnt die Fülle der Gottheit“, und spricht eben auch: „Im Anfange war Gott; Gott war das Wort, und das Wort war bei Gott; das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnt.“ – Ihr saget zwar, es hieße also: „Im Anfange war das Wort, Gott war das Wort; denn das Wort war bei Gott, und Gott war im Worte.“ Solches ist einerlei! denn Gott und Wort ist eines und dasselbe wie Sohn und Vater. Oder wenn ihr saget: Wort und Gott, welches ebenfalls eines ist wie Sohn und Vater, da ist nicht eines früher denn das andere, denn Vater und Sohn oder Gott und das Wort oder Liebe und Weisheit sind von Ewigkeit her vollkommen Eins. Daher möget ihr auch den Text aus Johannes drehen, wie ihr wollet, so hat sein Zeugnis immer einen und denselben Sinn, nämlich, daß der Herr Einer ist, sowohl als Vater, als Sohn und als Geist!

[GS.01_051,24] Ihr saget, wie demnach solches zu verstehen wäre, da der Herr die Sünde wider den Vater und den Sohn als nachläßlich darstellte, aber die „Sünde wider den hl. Geist“ nicht? Solches ist ja doch leicht begreiflich; wer da kämpfet gegen die göttliche Liebe, den wird die göttliche Liebe ergreifen und wird ihn zurechtbringen, und wer da kämpfet wider die göttliche Weisheit, dem wird die göttliche Weisheit das gleiche tun. Sage mir aber, so es einen Toren gäbe, der da möchte gegen die unendliche göttliche Macht und Kraft sich im Ernste auflehnen, was kann wohl dessen Los sein, als daß ihn die göttliche unendliche Kraft ebenfalls ergreife und ihn verwehe hinaus in die Unendlichkeit, aus welcher er einen gar verzweifelt langen Rückweg haben wird, um sich wieder möglicherweise der Liebe und Erbarmung Gottes zu nähern.

[GS.01_051,25] Siehe, also tut ja alles dieses nur immer einer und derselbe Herr und erweiset sich jedem Menschen wie der Mensch will. Wer es demnach mit Seiner Kraft aufnehmen will, dem wird es der Herr auch zu verkosten geben, wie da schmecket Seine Allmacht gegen die Ohnmacht eines Geschöpfes! Denke dir aber ja nicht, daß der Herr solch einen törichten Kämpfer verdamme und vernichte; denn solches alles tut der Herr aus Seiner unendlichen Liebe, damit niemand verloren gehe. – Solches nun erwäget in euch, und ich will dann wiederkommen und euch führen, dahin, wie ihr es in euch werdet erkannt und gefunden haben!

Die Geistige Sonne – Band 1 / 51. Kapitel – Die wahre Dreieinigkeit. Die Sünde wider den heiligen Geist

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