Paul schrieb an die Römer 4, 5: Wer keine Werke tut, aber an den glaubt, der den Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube zur Gerechtigkeit angerechnet, nach dem Ratschlusse der Gnade Gottes. – Gegen diese Irrlehre antworte Ich, als Jehova, schon durch den Propheten Hesekiel wie folgt:
2. Hesekiel 33, 14-19: Wenn Ich, Jehova, zum Gottlosen spreche, er soll sterben, und er bekehret sich von seiner Sünde, und tut, was recht und gut ist, also, daß der Gottlose das ungerechte Pfand wiedergibt, und bezahlet, was er geraubt hat, und nach dem Wort des Lebens wandelt, daß er kein Böses tut, so soll er leben und nicht sterben, und aller seiner Sünden, die er getan hat, soll nicht gedacht werden, denn er tut nun, was recht und gut ist; darum soll er leben. Wenn der Gerechte von seiner Gerechtigkeit abläßt und tut Böses, so ist es ja billig, daß er darum stirbt. Und wo der Gottlose sich bekehret von seinem sündhaften Leben und tut, was recht und gut ist, so ist es ja billig, daß er deswegen lebt.
Diese Worte des Propheten Hesekiel belehren euch, daß Ich den Gottlosen nicht aus Gnade gerecht mache, sondern daß Ich erst dann, wenn er sich bekehrt und recht gut tut, ihm seine Sünden verzeihe und er in Gnade zum Leben aufgenommen wird.
Wenn euch jemand immer Böses tut, so steht er in eurer Ungunst, Zorn, Klage; wenn er aber das Falsche einsieht, euch um Verzeihung bittet und das Verbrochene wieder gut macht, so vergebet ihr ihm auch seine Sünden. Ist das nicht derselbe Fall, wie mit dem Gottlosen bei Mir? Gewiß ist es so. Wie ihr dem Feinde erst dann vergebet, wenn er alles getan, um euch zu befriedigen, also tue auch Ich und kann nicht anders tun, denn Gottlose kann Ich im Himmel nicht brauchen, weil sich dann der Himmel in eine Hölle verwandeln würde. Daraus erseht ihr, daß Paul nicht aus Mir, sondern aus sich, und daher eine Lüge gesprochen und aufgestellt hat. Diese Tatsache beleuchten euch noch mehrere hier folgenden Lehren:
Matthäus 12, 35. 37: Der gute Mensch bringt aus dem guten Vorrate Gutes, der böse Mensch aus dem bösen Vorrat Böses hervor. 36: Aber Ich, (Jesus) sage euch: Die Menschen werden am Gerichtstage von jedem unnützen Worte, das sie reden, Rechenschaft geben müssen. 37. Nach deinen guten Worten (und Taten) wirst du gerechtfertigt und nach deinen (bösen) Worten (und Taten) wirst du verurteilt werden.
Meine eigenen Worte bei Matthäus sagen euch, daß die Bösen und Gottlosen nicht aus Gnade gerecht werden, sondern nach ihren bösen Worten und Taten verurteilt. Wer soll da die Wahrheit gesprochen haben: Ich, Christus, oder Paulus? Verteidigt ihr den Paulus, so erscheine Ich, Christus, als Lügner; glaubt ihr Mir, dann müsset ihr zugeben, daß Paulus eine Irrlehre aufgestellt hat, welche ihr verwerfen und Mir glauben müsset.
Matthäus 7, 1-2: In der Bergpredigt sagte Ich: Richtet nicht, daß ihr nicht gerichtet werdet. Mit demselben Maße ihr ausmesset, wird euch (zurück) gemessen werden.
Dieser Wahrspruch klärt sich auf mit folgenden Wahrsprüchen der heiligen Schrift:
Galater 6, 7-8: Paulus sagt: Liebe Brüder! Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten; denn was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten.
Durch das letzte Wort „das ewige Leben“ klärt sich alles auf und lautet also: „Richtet nicht hier ungerecht über Worte und Taten eurer Brüder oder eurer Nächsten, daß ihr nicht im Jenseits von dem ewigen Leben oder Christus ob eurer Ungerechtigkeit gerichtet werdet (Joh. 14, 6). Denn mit demselben Maß ihr hier auf Erden Gutes oder Böses ausmesset, wird es euch im Jenseits als Belohnung zurück gemessen werden.
Also lautet dann auch der andere Satz: Was der Mensch auf Erden säet, das wird er im Jenseits ernten. Somit gibt es keine Rechtfertigung aus Gnade, und also ist in diesen Worten das direkte Verneinen, daß Ich Gottlose aus Gnade gerecht mache.
Die Offenbarung Johannes wird wohl kein verständiger Mensch für ein Menschenwerk anschauen und doch steht auch dort: „ihre, nämlich der Menschen, gute Werke gehen ihnen ins Jenseits als Belohnung nach (Offbg. 14, 13). Aber es heißt da, daß auch die Werke der Bösen ihnen ins Jenseits mitfolgen und daß sie werden nach ihren bösen Werken gerichtet (Offbg. 20, 12). Also Gericht und Gerechtigkeit wird euch für das Jenseits angesagt, nirgends aber, daß Ich Jemanden aus Gnaden gerecht mache, noch weniger die Gottlosen! –
Ferner heißt es im Korintherbrief 15, 42: Verwesliches wird gesäet, Unverwesliches wird auferstehen und daß ein Anderer, nämlich der Fleischmensch säet, und ein Anderer, nämlich der Geist des Verstorbenen im Jenseits erntet (Joh. 4, 36. 37). Wenn aber Böses gesäet worden ist, so kann doch nicht Gutes geerntet werden, weil das Unkraut auch keinen Weizen reift, und wer Wind sät, der erntet Ungewitter (Hosea 8, 7).
Matthäus 5, 26: Ich sagte in der Bergpredigt: „Wahrlich, es wird niemand aus dem Kerker herauskommen, bis er den letzten Heller bezahlt hat“,
Dieser Vers bedeutet, daß niemand früher gerechtfertigt wird, bis er seiner Sünden entsagt, sie aus sich ausmerzt und sich den festen Vorsatz macht, fromm oder gerecht zu leben; weil die Sünde eben der Kerker und Tod der Seele ist. Also sagt euch ein jeder Vers, daß niemand aus Gnade selig wird, sondern allein nur durch seine eigene Mühe und Plage, wozu Ich ihm Meine göttliche Hilfe angedeihen lasse.
Was wäre das überhaupt für eine göttliche Gerechtigkeit, wenn der Fromme, der sich lange Jahre plagt, um Meinen Gesetzen zu entsprechen, dadurch dem Gottlosen gleichgestellt würde, daß der Gottlose, der nur Böses begangen auf Kosten anderer, die er geschunden, ausgebeutet, betrogen oder beraubt hat, ohne Weiteres aus Gnade als gerecht angesehen und für selig erklärt werden möchte!? –
Paulus schreibt an Timotheus: Habe acht auf dich selber und auf die Lehre, beharre dabei! Wenn du das tust, wirst du dich selber und die, welche dich hören, selig machen. – Und das ist die richtige und einzig wahre Lehre: Man zahlt den fleißigen Arbeiter, den Faulenzer jagt man aber davon. Soll Ich, der allweise Gott, unvernünftiger handeln als die Menschen es tun!? (1. Tim. 4, 16).
Aus den vorliegenden kurzen Aufklärungen ist es ersichtlich, daß die protestantische Rechtfertigungslehre nach Paul und Luther ganz falsch und für das Seelenheil des Menschen höchst gefährlich ist, weil statt des erhofften Himmels – nur die Hölle, der Wurm des Gewissens, der nicht stirbt, das Zähneklappern und die Höllenflammen für das unbußfertige Leben erlangt werden. Wem eine mehrseitige Aufklärung über die Rechtfertigung vor Gott erwünscht ist, der lese das christlich—theosophische Lutherbuch.
Der Evangelist Johannes schreibt in 1, 5-8: Das ist die Verkündigung (Jesu), die wir von Ihm gehört haben und euch verkündigen:
Daß Gott Licht (das heißt wie Kristall rein ist im Sinne der Lehre der göttlichen Liebe und Weisheit nach dem Evangelium) und daß somit in Ihm keine Finsternis (oder Sünde, Untugend und unheilige Eigenschaft) besteht. So wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit Ihm haben und wandeln in der Finsternis (oder Sünde und falschem Glauben) so lügen wir, und sagen nicht die Wahrheit.
So wir aber im Lichte (oder ohne Sünden, ohne Untugenden, ohne Begehung der Fleischesgelüste, ohne böse Eigen- und Leidenschaften, ohne irgendwelche Selbstsucht und Selbstliebe, in der höchsten Liebe zu Gott und in der vollkommen uneigennützigen Liebe zum Nächsten, wie Gott zum Menschen, oder wie die Mutter zu ihrem Kinde; ferner voller Demut, (wie Jesus am Leidenswege), voller Geduld, voller Mitleid und Barmherzigkeit gegen Freund und Feind wie Gott, Der über Sünder und Gerechte gleich liebevoll den Sonnenschein und neu befruchtenden Regen schickt, voller Friedensliebe, voll ernster Keuschheit, Reinheit, Versöhnlichkeit, Vergebung und Selbstlosigkeit) wandeln, wie Gott in dem (hier beschriebenen geistigen) Lichte ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander (wie im Urchristentum, allwo mein dein und dein mein war, und (dann) macht uns das Blut Jesu Christi, (welches die selbstlose, daher reingeistige göttliche Liebe Christi zu uns, Seinen Kindern, ist), rein von aller Sünde.
So wir aber sagen, wir haben keine Sünden (und daß sie Christus auch für uns im zweiten Testament, die wir heutzutage begehen, mit Seinem vergossenen Blute am Kreuze ein für allemal getilgt hat), so täuschen und verführen wir uns selber und die Wahrheit ist nicht in uns (sondern selbstgewollte Lüge, weil Propheten und Apostel dagegen lehrten, wie die vorn angeführten Beweise dartun).
Ferner schreibt Johannes in 2, 1 und sagt: Meine Kinder, solches schreibe ich euch, auf daß ihr nicht sündiget. Und ob jemand sündiget, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesum Christum, der gerecht ist.
Wir haben vorn gesehen, daß niemand für seine neutestamentlichen, sondern allein für die alttestamentlichen Sünden bis zum Kreuzigungstode reichend aus Gnade selig wird.
Ich, Jesus, antwortete dem fragenden Petrus, wie oft man dem Nächsten (als Bruder) vergeben soll, daß dies 77mal geschehen soll; daß aber dies beim göttlichen König erst dann geschehen kann, wenn ihr darum kniefällig und mit dem festen Vorsatz, alles Unrechte wieder gutzumachen, mit zerknirschter Reue um Vergebung bittet, und ihr selber dasselbe gegen eure Feinde tut, anders nicht; denn so lautet die Lehre bei Matthäus 18, 21-35, die sich ein jeder gut betrachten soll! – Wie ihr gegen eure Nächsten tut, so werde auch Ich, Jesus, tun. Also bin Ich ein gerechter Fürsprecher bei Meinem Vater, – wenn ihr auch gerecht seid und tut eurem Nächsten, was ihr wünschet, daß Ich euch tun soll.
Der nächste Vers bei Johannes 2, 2 lautet: Jesus ist die Versöhnung für unsere Sünden und für die Sünden der ganzen Welt.
Daß dieser Vers einen ganz anderen Sinn hat, als der frühere, und daß er sich somit nicht auf den früheren (Absatz 23) bezieht, sind folgende Beweise: Die Versöhnung Gottes mit Sich Selbst (1. Kor. 5, 18-19) durch die Erlösung am Kreuze von den alttestamentlichen Sünden ist vorn aus Moses I. 2, 17 und Kapitel 3, dann aus dem Hebräerbrief 9, 15 und Römer 3, 25 bewiesen worden (lies vorn Kapitel 1-3, ChtS 71, Kap. XIX).
Daß diese Beweisführung auf Wahrheit beruht, ersieht man aus Johannes 2, 22-23, allwo er sagt: „Wer Jesus Christus als Sohn Gottes leugnet, der hat auch den Vater nicht.“ Nun gibt es auf der Welt vierfünftel der Menschen, die teils nie von Mir gehört haben, teils nicht glauben, daß Ich, Jesus, ein Sohn Gottes sei! Und doch sagt Johannes, daß Ich, Jesu, die Versöhnung für die ganze Welt bin! – Nimmt man diese Nachricht, als auf die alttestamentliche Sünde lautend, dann beruht sie auf Wahrheit; verkoppelt oder vereint man sie mit dem Absatz 23 in einen Sinn, dann sieht nur Unsinn und Lüge heraus.
Tatsache ist es, daß es keine Erbsünde, daher auch keine Vorhölle mehr gibt, wo die alttestamentlichen Frommen auf den Erlöser warteten; denn Ich, der sehnsüchtig und lange erwartete Erlöser von Golgatha, kam und führte sie hinein in Mein heiliges Vaterhaus – und gründete damit das neue Jerusalem (Joh. 19, 17; – Hebr. 10, 10. 14).
Euch aber, liebe Kinder, ist kein warten im Jenseits in der Vorhölle nötig, denn davor habe Ich euch durch Mein Leiden und Kreuzestod aus Gnade selig gemacht, indem Ich Selber für die, wegen der Erbsünde über euch verhängte Strafe, litt und starb.
Allein die im jetzigen Leben selbstverschuldeten Sünden müsset ihr aber selber abbüßen, sonst kommet ihr nicht in den Himmel, sondern in die Hölle; denn dafür habe Ich das Vaterunser-Gebet gelehrt zu beten, daß die Menschen sich täglich erinnern, daß sie Sünder sind, daß die Sünde der geistige Tod der Seele, materiell aber des Leibes ist. Und da Ich, Gott Selber, kam, die zehn Gebote nicht aufzuheben, sondern zu erfüllen, so wird es euch doch einleuchtend sein, daß ihr auch dasselbe tun müsset, weil, wie vorn nachgewiesen, die auf Erden begangenen Sünden, wenn nicht früher abgebüßt, mit euch ins Jenseits kommen und dort eure Hölle bilden, da jeder auf dieser Welt nach seinem Leben und Handeln den Himmel oder die Hölle für das Jenseits baut.
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