01] Sagte Simon Juda: »O Herr und Meister, in diesem Stücke durchaus nicht mehr, aber es gäbe noch so ein paar andere Stücklein, mit denen ich noch nicht so ganz ins reine kommen kann; ich hoffe aber von Deiner Liebe und Gnade, daß sich auch diese beiden kleinen Stücklein so gewisserart von selbst ausgleichen werden!«
02] Sagte Ich: »So nenne Mir wenigstens die beiden Stücklein!«
03] Sagte Simon Juda: »Ach, o Herr und Meister, es zahlt sich fast gar nicht aus, aber weil du es selber so haben willst, so bestehen sie in Deinem Lobe des ungetreuen Haushalters a und in dem Verwerfen des Mahlzeitgastes, darum, daß er kein Festkleid anhatte! Denn da kommen zwei unbegreifliche Dinge vor: erstens, wie und wo diejenigen Gäste, welche von den Dienern des Gastgebers an den Zäunen und Gassen stehend aufgefangen und zum Gastmahl hineingeschoben wurden, mit den erforderlichen Festkleidern versehen worden sind, und fürs zweite, wieso der eine arme Teufel, der auch von den Dienern des Gastgebers zum Gastmahle getrieben ward, hinausgeworfen werden mußte, weil er kein Festkleid anhatte. Siehe, o Herr und Meister, dieser Hinausgeworfene und Dein Lob über den ungerechten Haushalter sind für mich noch so ein paar krumme Linien, die ich noch nicht gerade zu machen imstande war!« {a lk.16,01-13}
04] Sagte Ich: »Habe Ich damals nicht zu euch gesagt: "Tut auch ihr desgleichen wie der ungerechte Haushalter, und sammelt euch Freunde durch den ungerechten Mammon, so werden sie euch dereinst, so ihr noch wohnungslos sein solltet, in ihre himmlischen Wohnungen aufnehmen!"?
• lk.16,01] Er sprach aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. {ev10.216,03 – jl.ev10.217,06}
• lk.16,02] Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein. {ev10.216,03 – jl.ev10.217,06}
• lk.16,03] Der Verwalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. {ev10.216,03 – jl.ev10.217,06}
• lk.16,04] Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. {ev10.216,03 – jl.ev10.217,06}
• lk.16,05] Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und fragte den ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig? {ev10.216,03 – jl.ev10.217,06}
• lk.16,06] Er sprach: Hundert Eimer Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs ünfzig. {ev10.216,03 – jl.ev10.217,06}
• lk.16,07] Danach fragte er den zweiten: Du aber, wieviel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Sack Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig. {ev10.216,03 – jl.ev10.217,06}
• lk.16,08] Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die a Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts. {a Eph.05,08 -09 jl.ev10.216,03 – jl.ev10.217,06}
• lk.16,09] Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. a {a lk.14.14 mt.06.20 mt.19.21 jl.ev10.216,03 – jl.ev10.217,06}
• lk.16,10] Wer a im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht. {a lk.19.17 jl.ev10.216,03 – jl.ev10.217,06}
• lk.16,11] Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu seid, wer wird euch das wahre Gut anvertrauen? {ev10.216,03 – jl.ev10.217,06}
• lk.16,12] Und wenn ihr mit dem fremden Gut nicht treu seid, wer wird euch geben, was euer ist? {ev10.216,03 – jl.ev10.217,06}
• lk.16,13] Kein Knecht kann zwei Herren dienen; entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. a {a mt.06,24; jl.ev10.216,03 – jl.ev10.217,06}
05] Damit du, Simon Juda, dieses aber richtig verstehst, so höre Mich an, aber mit beiden Ohren zugleich, damit das nicht bei dem andern Ohr wieder hinausgeht, was das eine aufgenommen hat, und dadurch in deinem Herzen haften bleibt! Siehe, ein jeder irdisch reiche Mensch, der viel mehr Güter und Geldes besitzt, als solche notwendig wären zu seinem irdischen Lebensunterhalt, ist Mir gegenüber, der Ich der alleinige wahre Gutsherr bin, stets mehr oder weniger ein ungerechter Haushalter, und die Güter, die er sein nennt, sind zusammengenommen ein ungerechter Mammon.
06] So er aber wenigstens dann mit seinen ungerechten Reichtümern reichlich der Armen gedenkt, so ihm die Natur seiner Krankheiten, die Meine Amtsboten sind, klar und deutlich sagt: "Der Herr dieser Güter hat vieles wider dich in bezug auf dein ungerechtes Gebaren, und du wirst fürder nicht mehr Haushalter sein!", dann wird er sich durch die vielen beteilten Armen Freunde machen, und so er dann bald darauf nackt und verlassen zu ihnen in Mein Reich hinüberkommen wird, so werden sie sich seiner erbarmen und ihm sein gutes Werk an ihnen reichlich vergelten.
07] Denn siehe, als Ich die Welt erschaffen habe, da habe Ich keine Grenzsteine gesetzt, die Erde nicht mit dem Faden abgemessen und somit auch nicht gesagt: "Siehe, dieser Teil gehört dem, ein anderer dem andern!", sondern Ich habe die ganze Erde zu einem Gemeingut für alle Menschen gemacht. Erst mit der Zeit hat der Geiz, die Habgier und Herrschlust der Menschen angefangen, die Erde abzumessen und mit Gewalt zu bestimmen: "Dieser große Teil des Landes gehört mir, und wer mir dienen und arbeiten will, der soll auch ein kleines Stück Land gewisserart in Pacht bekommen; dessenungeachtet aber bleibe ich der Herr des ganzen großen Stück Landes!"
08] Und siehe, das war die erste sogenannte patriarchalische Verfassung unter den Menschen, und so ungerecht sie auch an und für sich war, so war sie dabei aber dennoch die beste und gerechteste; denn war wie gewöhnlich der Patriarch ein guter und gottesfürchtiger Mann, so hatten es an seiner Seite seine Untertanen oder Kleinpachtbesitzer ebenfalls auch gut, denn er sorgte für das gemeinsame Wohl des großen Stück Landes.
09] Er besaß freilich für seine Person und sein Haus viele tausend Male mehr, als er benötigte, und war somit auch ein ungerechter Haushalter, – aber er verwendete seinen ungerechten Mammon zu lauter guten und Mir wohlgefälligen Zwecken und machte sich dadurch aus seinen Untertanen eine große Menge Freunde nach Meinem Willen und Wohlgefallen, und Ich mußte ihm ebenfalls Mein Wohlgefallen und Mein Lob zukommen lassen.«
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