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Klug oder töricht?

Dem großen Advent oder der Wiederkunft des Herrn, so wie sie uns bei der Himmelfahrt Jesu Christi durch die zwei Engel in Apostelg. 1, V. 11, angekündigt worden ist, werden ganz besondere Ereignisse vorausgehen. Im einzelnen sind sie uns in der heiligen Schrift aufgezeichnet.

Eines der hervorstechendsten, unübersehbaren Geschehnisse in der zunehmenden antichristlichen Zeit, der zunehmenden Nacht, wird die Entrückung derer sein, die sich in den Gemeinden zu der Entrückungsgemeinde haben zubereiten lassen. Dieses Geschehen wird für die an die heilige Schrift, an das Wort Gottes Glaubenden, aber auch für die ungläubige Welt, einen nachhaltigen Eindruck von der Existenz und dem Handeln Gottes hinterlassen, die Wahrheit des Wortes Gottes klar und deutlich herausstellen. Den einen wird dieser Machtbeweis Gottes viel Schmerz bringen, denn sie werden ihr törichtes Handeln in aller Deutlichkeit erkennen müssen und die Folgen eines Ausschlusses und ein Weiterleben mit und unter verteufelten Menschen zu tragen haben. Den andern kann es zur Umkehr gereichen, dem weit größeren Teil davon wird es zu noch größerer Feindschaft gegen Gott Tür und Tor öffnen.

Diese Zeit wird die größte Trübsalszeit der Erde, das größte Wehe auf Erden, einleiten, die in der bösen Herrschaft des auftretenden Antichristen gipfeln wird. Nach einem Gesicht wird die Welt von heute auf morgen von einem wohnlichen Gebäude in eine Ruine, zu einem für den Abriß bestimmten Gebäuderest verwandelt werden. Als die Kinder Gottes noch in dem Gebäude wohnten, waren die Merkmale eines möglichen Wohnens noch gegeben. Fenster und Türen waren vorhanden, die Wohnräume mit dem zum Leben Notwendigen ausgestattet. Möbel, Vorhänge, Tapeten gaben dem Innern des Gebäudes wohnliche Eigenschaften. Der nötige Schutz vor der Witterung, das Dach über dem Gebäude, die Wärme in der Wohnung, war gegeben.

Nach dem Auszug der Kinder Gottes machte das vorher so wohnlich anzusehende Gebäude den Eindruck größter Verlassenheit. Das Gebäude glich, insgesamt gesehen, einer verfallenen Ruine. Das Dach war beschädigt, die Fenster und Türen fehlten, kein Fußboden war mehr vorhanden, einzelne Bretter lagen über den Balken, Jegliche Einrichtung und Ausstattung fehlte völlig. Die Ruine hatte kein Aussehen mehr. Es fehlte Gemütlichkeit und Wärme. Wind und Wetter zogen über und durch das Haus. Ein Tippelbruder vielleicht, an solche Verhältnisse gewöhnt, hätte in der einen oder anderen Ecke ein Obdach gefunden. Das Hervorstechendste an diesem Gesicht war, daß die Verwandlung des Hauses so plötzlich nach dem Auszug der Kinder Gottes eingetreten ist: Vorher noch wohnlich, häuslich, nachher in eine Ruine verwandelt, die dem Verfall entgegenging. Wie wir aus der heiligen Schrift entnehmen, soll es ja auf der Erde ein Neues werden. Das Alte muß ja vergehen, ein Neues entstehen.

Der Herr hat Seinen Plan mit dieser Erde. Und Er wird Seinen Heilsplan hinausführen, Seine Erlösung gegen alle Widerstände vollenden. Wir nähern uns der Zeit, da der Zeitabschnitt vor dem tausendjährigen Reich seinem Ende entgegengeht. Die Zeit eilt mit Riesenschritten dieser ihrer Erfüllung zu. Wir wollen nun unsere Aufmerksamkeit den klugen und törichten Jungfrauen zuwenden. Aus Matth. 25,9-13, entnehmen wir die folgenden Verse:„Dann wird das Himmelreich gleich zehn Jungfrauen sein, die ihre Lampen nahmen und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren töricht, und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen; aber sie nahmen nicht Öl mit sich. Die klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen samt ihren Lampen. Zur Mitternacht ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus, ihm entgegen.

Da standen diese Jungfrauen alle auf und schmückten ihre Lampen. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; gehet aber hin zu den K r ä m e r n und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen, zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die anderen Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr tu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich ich sage euch: Ich kenne euch nicht.

Darum wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird.“ Jungfrauen mit Lampen, die kein Öl haben, die deshalb auch nicht brennen können. Jungfrauen mit Lampen, die Öl in den Lampen und noch Vorrat in ihren Gefäßen haben. Die ersteren werden töricht genannt, die anderen klug; die ersteren werden ausgeschlossen, die anderen nehmen an der Hochzeit teil. Jungfrauen mit Lampen, die kein Öl haben, deren Lampen nicht brennen, zeigen und bekunden sich zwar dem Namen und der äußeren Form, dem Buchstaben, der Mitgliedschaft nach als Christen, doch das Wesen und geistliche Leben, die Kraft der Auferstehung und die Kraft aus der Höhe fehlt ihnen, wird nicht im Leuchten und in der Überwinderkraft nachgewiesen.

Wir singen oft den Vers des Liedes so einfach dahin, wo er doch tiefstes Sehnen, Gebet, letzte Lebenserwartung und Erfüllung sein sollte: „O Jesu, daß Dein Name bliebe im Grunde, drück ihn tief hinein! Möcht Deine süße Jesus-Liebe in Herz und Sinn gepräget sein! In Wort und Werk, in allem Wesen sei  J e s u s  und sonst nichts zu lesen!“ Auch in Gemeinden, die pfingstliches Leben betonen, merkt man, daß es vielfach bei den Lampen, nur bei der äußeren Form geblieben ist. Die heilige Schrift sagt es ganz deutlich und gemachte Erfahrungen bestätigen es, daß Menschen unter ein und derselben Gnadensonne, unter dem selben klaren, kraftvollen Evangelium, unter dem Vorbild begnadeter Zeugen verlorengehen und gerettet werden. Die einen wollen nicht, ziehen die Welt vor, verstocken sich; die anderen öffnen ihr Herz, überwinden und bereiten sich. Die einen behalten ihren alten Menschen und geben ihm nach außen ein frommes Gewand, die anderen ziehen den alten Menschen aus und ziehen den neuen, in Jesus Christus geschaffenen Menschen an.

Die einen begnügen sich, den leiblichen Nervengeist anzuregen, sich die Ohren jucken zu lassen; die anderen ruhen nicht eher, bis der Geist Jesu Christi ihr Herz erfüllt. (Röm. 8, 9). Die einen werden die törichten, die anderen die klugen Jungfrauen genannt. Der Herr hat doch große Mühe, hat doch großes Leid! Wie sagt Er doch in Seinem Wort: „… wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt." Matth. 23, 37. „Dies Volk naht sich zu mir mit seinem Munde und ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir;" Matth. 15, 8. Wir haben gelesen und erfahren, daß die törichten Jungfrauen aus den Reihen derer kommen, die ein klares und deutliches, kraftvolles Evangelium gehört haben. Da sind nun aber auch noch andere, die sich Hoffnungen machen, sich einen eigenen Himmel ausmalen, viel Verdienst anrechnen. Sie kommen aus anderen Lagern. Dies wird uns deutlich, wenn wir das Urteil über die törichten Jungfrauen in Matth. 25, 12, und das Urteil über die, die in des Herrn Namen geweissagt haben, Teufel ausgetrieben und viele Taten getan haben, Matth. 7, 23, miteinander vergleichen:

„Wahrlich ich sage euch: Ich kenne euch nicht." ,Ich habe euch noch nie erkannt." Aus den Reihen der falschen Lehrer, der falschen Propheten, der alt und neu modernen Theologen, der selbstberufenen „Diener", der eigenmächtigen, eigenwilligen Diener gehen sie hervor. Nach ihren törichten Predigten gestalten sich törichte Hörer. Der Herr nennt sie Übeltäter! Und sind diese nicht die Krämer? Welcher Hörer und Verehrer aus ihren Reihen könnte im Grunde etwas Besseres haben und vorweisen? Wenn wir so einen Kramladen, auch die echten Kramläden, wo gar alles zu haben ist, betrachten, dann werden wir feststellen, daß fast alles für das Fleisch und seine Bedürfnisse, auch eine zeitgemäße Bibel, christliche Bilder, Engels- und Jesusbilder, verkauft werden.  Die wahren Priester und Gemeindevorsteher werden Engel genannt! Vergleiche dazu: Maleachi 2, 7: „…. denn er ist ein Engel des Herrn Zebaoth;" und die Anrede an die sieben Gemeindevorsteher in Offbg. 2 und 3: ,Dem Engel der Gemeinde … "

An alle, die unter falscher, trügerischer, törichter, übler Lehre stehen, ergeht der Ruf: „Wendet euch, um eures Heiles willen, dem klaren Evangelium, dem klaren und deutlichen Willen des Herrn in vollem Gehorsam zu. Suchet die Gnade Jesu Christi und Seine Kraft. Dem Aufrichtigen und Demütigen ist es verheißen. Die Krämer können nichts geben, auch hernach nichts; es ist dann zu spät. Der Tag, an dem die klugen Jungfrauen zur Hochzeit eingehen, wird den törichten eine verschlossene Tür, einen versperrten Zugang hinterlassen. Für jene, die bisher schon in törichter Einstellung abgeschieden sind, hatte die ewige Herrlichkeit bisher schon einen verschlossenen Zugang aufzuweisen! Dies dürfte wohl die größte und bitterste Ernüchterung sein, die man sich denken kann. Dieser Tag des Herrn, die Scheidung der törichten von den klugen Jungfrauen, wird der Tag der Wahrheit in den Seinen und für die Seinen sein, wird die Wahrheit des Wortes Gottes vor aller Welt erschreckend deutlich dokumentieren!

Wird dann noch eine Zeit der Buße für jene Krämer und törichten Hörer, der törichten Jungfrauen, der Laodizea-Christen sein? Was wird das wohl für eine Drangsal werden! Nütze jetzt die geschenkte Gnadenzeit! Wir wollen uns nun die Frage vorlegen: Was hindert oder fördert unsere Bereitschaft auf diesen Tag? Dazu sollen uns einige Gesichte Aufschluß geben, und wir wollen den Herrn dabei zu uns reden lassen. „Längere Zeit verharrte ich im Gebet. Unter anderem betete ich für ein junges Mädchen, dessen geistliches Wachstum mir sehr am Herzen lag. Inniglich bat ich den Herrn, daß Er es doch ganz zum Ziele und Siege bringen möchte. Ganz herzinnig und im festen Glauben betete ich für sie. Da sehe ich das Mädchen in einer übergroßen Gestalt. Das Haupt war mit Mull eingehüllt, es hatte eine Lampe in der Hand. Es war eine Lampe ohne Öl, sie brannte nicht. Dies brachte mich noch mehr in Gebetsnot und ich betete im Herzen noch mehr und anhaltender. Da hörte ich meines Herrn und Heilandes Stimme, hörte, wie Er zu mir sagte: „Siehe, dies wollte Ich aus ihr machen."

Ich sah zu Ihm auf und sah ein Feuer in Seiner Hand, mit dem Er die Lampe anzünden wollte. Noch mehr bat ich den Herrn, daß Er es doch schenken möge, daß die Lampe zum Brennen komme. Danach sah ich einen jungen Mann. Er hatte ein graues Leinenhemd an, das bis zur Erde reichte. Auch er hatte eine Lampe, die nicht brannte. Darüber hörte ich die Stimme des Herrn: „Ich will und möchte. Aber auf seiner Seite ist noch nicht die Bereitschaft da, die völlige Hingabe fehlt, die völlige Drangabe und Bereitschaft ist nicht vorhanden." Auch hier konnte ich nur bitten und flehen: „Herr, hilf; Herr, hilf Du."

Und da hörte ich die Stimme des Herrn in das All erschallen: „Ich will. Ich will. Aber sie lassen sich nicht bereiten." Ja, unser treuer Heiland, Er möchte all die Seinen zu klugen Jungfrauen bereiten. Seine Liebe möchte, daß niemand verloren gehe, daß sie alle zur Hochzeit dürfen. Und wie oft wird es heißen: „Ich will; aber es ist keine Bereitschaft vorhanden." Jetzt sehe ich eine junge Frau in herrlichem Brautstaat mit einer großen, weißen Kerze. Die Kerze brennt noch nicht Ihm entgegen. Sie will immer wieder aufleuchten, flackert hie und da auf, wird aber durch den Wind und die kleinen Stürme des Lebens gedrückt und nahezu ausgeblasen, ausgelöscht. Ich sehe viele Brautseelen. Sie halten ihre brennenden Lampen mit beiden Armen hoch, Ihm entgegen. Sie rufen: „Jesus, komm bald; Jesus, komm bald." Da und dort sehe ich auch viele Gestalten mit Lampen, die noch ohne Öl sind. Viele sehe ich auch, die noch schwach brennende Lampen haben.

Und immer wieder höre ich den Herrn sagen: „Ich will helfen, retten. Ich will. Ich will." Den Seinen ruft Er nun zu: „Leuchtet überall!" Und jetzt sehe ich den Herrn im weißen Gewande, die Dornenkrone auf dem Haupte. Mit großer Wehmut blickt Er auf alle, deren Lampen noch nicht brannten, nicht recht oder klein brannten, und ruft ihnen zu: „Siehe, Ich komme bald und mit Mir Mein sehr großer Lohn für die, die brennende Lampen haben!" Sein Rufen geschieht in großer Liebe, bittend und mahnend zugleich. Jetzt sehe ich Ihn als den siegreichen, glorreichen König mit goldener Krone auf dem Haupte, in langem, weißem, wallendem Gewand. Das Zepter hält Er in der einen Hand, mit dem anderen Arm weist Er auf den geöffneten Himmel empor. Ich schaue auf, und mir wird die überschwängliche Herrlichkeit offenbar. Und jetzt höre ich Ihn sagen: „Siehe, das ist Mein sehr großer Lohn für alle, die sich haben helfen und retten lassen. Es (ist) für alle, die in allem überwunden haben Mir."

Nun sehe ich die Herrlichkeit im einzelnen. Die Stadt Jerusalem. Herrliche Landschaften und Plätze in der Herrlichkeit. Viele herrliche, weiße Gestalten bewegen sich dort. Sie sind geschmückt wie herrliche Bräute; sie tragen Überwinderkronen, sie jauchzen und lobsingen. Wie herrlich ist doch die Umgebung! Wunderbar grüner Rasen mit vielen herrlichen Blumen, auch Rosen darunter. Und alles jubelt. Welch herrliche Musik begleitet das Jauchzen und das Lobsingen! Viele unter ihnen sehe ich auf die Knie fallen und den herrlichen und glorreichen Sieger anbeten. Ganz groß steht es da in goldenen Buchstaben, mit Edelsteinen verziert, angeschrieben: „Glorreicher Sieger von Golgatha, großer, über alles erhabener Triumphator, König aller Könige, Herrscher und Herr aller Herren! Dein ist das Reich, Dein der Sieg, Dein die Herrlichkeit in Ewigkeit. Alles ist zur Ehre des ewigen Vaters, den Du uns auf Erden geoffenbaret hast, und zu Deinem Ruhme und Anbetung ewiglich. Halleluja. Amen!" Welch ein Jubel und Frohlocken, welch ein Lobgesang, welche Anbetung, welches Halleluja!

Welch ein Ausruf: „Ja, Jesus lebet, Jesus sieget! Sein ist und bleibt der Sieg in alle Ewigkeit." Jetzt sehe ich wieder das junge Mädchen, das so übergroß, so riesengroß war, kleiner und immer kleiner werden. Es beugt sich und demütigt sich, steht mit gebeugtem Haupte da. Nun fängt die Lampe in seinen Händen zu brennen an, noch klein und zart. Aber je mehr es sich beugt, je mehr wird sein Angesicht von innen durchleuchtet, je stärker wird auch das Leuchten, das Brennen der Lampe. Man sieht das Öl sich vermehren, und auch der Vorrat nimmt zu. Und nun höre ich den Herrn sagen: „Nur den Demütigen wird Gnade. Den Hoffärtigen aber widerstehe ich und ihre Herzen werden immer härter und kälter. Je mehr an Demut, je mehr an Wärme und Licht." Nun sehe ich die junge Frau. Sie blickt nicht mehr da- und dorthin. Sie gibt den Stürmen in sich keine Nahrung mehr, sie blickt nur auf Ihn; der Seine durchgrabene Hand über sie hält. Ihr Licht brennt nun hell und klar und wird immer größer. Ja, die Kerze ist nun zu einem brennenden, hellen Licht geworden, das auch anderen leuchtet und andere erreicht, die sich nicht weit von ihr in der Dunkelheit befinden. Aus ihren Augen leuchtet eine stille Freude, eine Güte und Frieden. Ich höre sie nun die Worte sagen: „Jesus lebt, mit Ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Ja, Er lebt und wird auch mich zu Seiner Liebe erwecken.

Er verklärt mich in Sein Licht, Jesus meine Zuversicht." Viele Angesichter sehe ich nun, die sich zum Herrn erheben. Je länger sie ihre Angesichter zu Ihm erheben, je mehr leuchtet Sein Licht von innen heraus und die Angesichter strahlen dieses Licht wider. Nun sehe ich einen herrlichen Cherub und höre seine Stimme, die, so weit ich nur schauen kann, alles durchdringt: „Ja, erhebet eure Häupter! Blicket von allem weg, was euch beschweren, belasten oder gefährden will! Blicket empor zu Ihm! So wird sich auch Sein Licht der Liebe euch mitteilen, hineinleuchten in eure Herzen, eure Herzen erleuchten, um euch zu helfen. So werdet ihr auch durch Seinen heiligen Geist erkennen dürfen, was euch Not und was ihr bedürfet, was auch dies alles bedeutet." Ich sehe jetzt einen jungen Mann mit herrlich weißem Gewande, ein breites, blaues Band über die Schulter quer zur Hüfte, wie er sich in der Herrlichkeit umsieht, da und dort hinblickt, sie in ihrer Schöne betrachtet und in die herrlichen Weiten schaut. Da höre ich den Herrn zu ihm sagen: „Ha1te, was Du hast, daß niemand Deine Krone nehme!" Vergleiche dazu auch das Wort in Offenbarung 3,11! Betrachte und beachte auch dabei die hohe Berufung, die Verheißung, die in Offbg. 3,1-11 beschrieben ist: „Die Bewahrung vor der Stunde der Versuchung, die da kommen wird über den ganzen Erdkreis, zu versuchen, die da wohnen auf Erden. Die offene Tür und die kleine Kraft Pfeiler im Tempel Gottes werden.

Im Vergleich mit den vergänglichen Dingen dieser Welt sollte es nicht schwerfallen, die Einladung zur Überwindung anzunehmen, sie noch gründlicher, ernster zu würdigen! Jetzt sehe ich den Herrn und Heiland nicht weit von mir auf einer Anhöhe stehen mit einer großen Posaune, die Er nun an Seinen Mund setzt und hineinbläst."

d. K. P.

Was wollen uns diese Gesichte sagen? Durch Beugung und Demütigung kommen wir zu einer brennenden Lampe, bekommen wir Licht! Durch Wegblick von Störendem und den Aufblick zum Herrn werden wir zu einem Licht und einer Leuchte, bleiben wir in der lebendigen Hoffnung. Erhobene Häupter sehen von der Erdanziehung weg und sehen die Herrlichkeit; erhobene Häupter sind eine Quelle des Zuflusses göttlichen Lichtes. Die Hochachtung und Hochschätzung des aus Gnaden geschenkten ewigen Lebens bewahren vor dem Verlust und dem Raub der Krone. Die Posaune ist ein Ruf zur Bereitschaft! Und was haben sie Dir, lieber Leser, sonst noch zu sagen? Wollen wir darum bitten, daß uns aufgeschlossen werde, was der Bereitschaft und dem brennenden Licht entgegensteht; daß wir es wissen, ob wir zu den törichten oder klugen Jungfrauen gerechnet werden. Darum wollen wir bitten. Auf die Hindernisse für unsere Bereitschaft wolle besonderes Augenmerk gelegt werden! Der Ruf zur Bereitschaft selbst soll nicht überhört werden. Da und dort ist vereinzelt der Ruf zu hören: „Der Bräutigam kommt bald."

Und dieser Ruf ist wahr und echt. Es ist ein Ruf der Gnade. Der Herr bereitet sich für Sein Kommen. Noch ist der Ruf vom Kommen des Bräutigams nur vereinzelt zu hören. Die Zeit, wo er zu einem Geschrei werden wird – diese Zeit ist jedoch sehr nahe, sehr nahe. Darum, es ist noch Gnadenzeit! Wie lange noch? Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, daß der Herr schon gerne an den Seinen das getan hätte, was Er so gerne will und möchte, aber um derer willen, die noch nicht bereit sind, die noch keine brennende Lampe samt Vorrat haben, Sein Kommen verzogen hat. Wie lange wird diese über alles liebevolle Rücksichtnahme mit uns, den Seinen, sich zeitlich noch anhalten lassen? Wie wird es sein, wenn Er dann die Zeit verkürzen muß, um Seine Auserwählten zu retten, die zu Ihm rufen Tag und Nacht? „Und sollte Er’s mit ihnen verziehen? Ich sage euch: Er wird sie erretten in einer Kürze." So können wir es in Luk. 18,7-8 nachlesen. Wenn und wann aber jenes Geschrei erschallen wird, was dann?

Der Herr ist nahe, Seine Zeit ist nahe. An mehreren Zeichen der Zeit, die nebeneinander und miteinander zugleich wirksam werden – und das ist ein untrügliches Zeichen -, können wir Seine nahe Wiederkunft ablesen: Vorsintflutliche Sündenzustände, das noch nie dagewesene Ausmaß an Bauen, das Grünen und Gedeihen des Feigenbaumes – Israel, die Verkündigung des Evangeliums unter fast alle Völker, um nur einiges aus der Reihe von Matth. 24 herauszunehmen. Die Zeichen der Zeit zeigen uns die Stunde an. Er kommt bald! Lasset uns daher auf Seinen Tag bereit machen, Öl in die Lampen nehmen, unsere Lampen entzünden lassen, brennen, leuchten, Vorrat die Fülle haben! Noch können wir es. Wann aber das Geschrei erschallen wird, was dann? Vor dieser Stunde des Herrn kann Deine Abberufung, Deine Heimrufung liegen. Wird sich dann herausstellen, ob Du klug gewesen bist? Wie sagt doch der Psalmist bei der Betrachtung von Gottes Ewigkeit und der sündigen Menschen Vergänglichkeit: „Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden." Psalm 90, 12.

Wenn Du noch nicht klug geworden bist und klug zu handeln und zu wandeln angefangen hast, dann bitte und bete mit dem Psalmisten: „Aber, Herr, lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß." Psalm 39, 5 „Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, zu geben einem jeglichen, wie seine Werke sein werden. Ich bin das A und O, der Anfang und das Ende, der Erste und der Letzte. Selig sind, die seine Gebote halten, auf daß sie Macht haben an dem Holz des Lebens und zu den Toren eingehen in die Stadt. Denn draußen bleiben die Hunde und die Zauberer und die Hurer und die Totschläger und die Abgöttischen und alle, die liebhaben und tun die Lüge." Offenbg. 22,12-15. Möge das Niedergeschriebene einem jeden Leser zum Segen und inneren Gewinn gereichen! Melodie: Ach, mich zieht’s nach jenen Höhen … "

Ach, mich sehnt’s nach jenen Orten,

wo der Vater ewig wohnt.

Wo, wie Er gesagt in Worten,

Seine Liebe uns belohnt.

Laßt mich laufen, laßt mich ringen,

nach der wahren Heiligung.

Will nun eilen und Ihm bringen

ganz mein Herz zur Reinigung.

Wie sich meine Arm` ausbreiten,

wenn ich seh‘ nach jenen Höh’n,

und sich meine Augen weiten,

wenn sie uns’ren Heiland seh’n.

Laßt mich loben; Ihn dort droben,

in der Heimat Himmelsruh.

Mag der Feind auch noch so toben,

ich eil` meinem Heiland zu.

Seht, wie dort im weißen Kleide,

uns’re Lieben wohnen schön;

wo sie ruh’n von allem Streite,

selig auf uns niedersehn.

Laßt uns ehren froh in Chören:

Unsern Heiland Jesus Christ.

Und in Seinem Dienst verzehren,

der dafür gestorben ist.

Auch für uns hat Er bereitet:

Weiß das Kleid, und licht und schön,

Und Sein Herze ausgebreitet,

drum laßt froh uns auf Ihn seh’n.

Ja, Er wartet auf uns alle

dort, in jenen heil’gen Höh’n,

der erlöst uns von dem Falle:

Kommt; laßt uns all` zu Ihm geh’n!

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