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4. Die Außenlebenssphäre des Menschen

GrEv VIII/102 u. IV/215 — Seht, ein jeder Mensch hat als ein geistig, seelisch und naturkörperlich lebendes Wesen ebenso eine Außenlebenssphäre um sich, wie solche ein jeder Weltkörper, jeder einzelne Stein wieder eigens für sich und so ein jeder Baum und jedes Gewächs nach seiner Art und also auch ein jedes Tier hat. Denn ohne eine Außenlebenssphäre könnte weder eine Erde noch ein Stein, noch ein anderes Mineral, noch ein Gewächs und ein tierisch lebendes Wesen bestehen.

Daß sich die Sache aber so verhält, könnt ihr einer von euch schon sicher oft erprobten Erfahrung entnehmen, daß ihr zum Beispiel in einem Eichenwald von einer ganz andern Empfindung bemeistert werdet als in einem Zedernwald. Ein ganz anderes Gefühl bemächtigt sich des Menschen, wenn er sich auf einem Kalkfelsen befindet, und ein anderes auf einem Granitfelsen. Ein anderes Empfinden hat der aufmerksame Mensch in einem Weinberge und ein anderes in einem Garten mit Feigenbäumen. Und dasselbe wandelbare Gefühl hat der Mensch bei der Annäherung verschiedener Tiere und noch mehr bei der Annäherung verschiedener Menschen. Ein sehr feinfühlender Mensch empfindet das oft schon auf eine beträchtliche Ferne und fühlt es, ob ihm ein guter oder ein böser Mensch begegnen wird.

Und sehet, das empfinden auch die Tiere, und manche um vieles schärfer als irgendein materieller und wenig über Gutes und Wahres nachdenkender Mensch.

Ist ein Mensch von einer vollendet guten Art und ist er in seiner Seele von göttlichem Geiste erfüllt, so wird seine Außenlebenssphäre auch stets kräftiger und in weite Fernen hin zu reichen anfangen. Wenn solch einem Menschen sich dann auch selbst die reißendsten Tiere nähern, so werden sie von seiner Außenlebenssphäre durchdrungen und gesänftet, werden sich ihm voller Freundlichkeit nähern und ihm nichts zuleide tun, und er wird ihnen sogar mit seinem Willen gebieten können, und sie werden sich ihm gehorsam erweisen.

Beispiele von der Wahrheit des Gesagten findet ihr bei den Urvätern der Erde, bei den Patriarchen und bei den Propheten; und in dieser Zeit habt ihr das schon selbst an Meiner Seite gar vielfach erprobt. Ich Selbst sicher am meisten und auch ihr mit Mir, wir haben wohl die am allerweitesten über uns selbst hinausreichende Außenlebenssphäre von höchster Kraft, Güte und Vollkommenheit!

Die im Gemüt vollkommene Seele ist persönlich zwar auch in der vollkommenen Menschenform im Leibe vorhanden; aber ihr Empfinden, Fühlen und Wollen geht, gleichwie die Lichtstrahlen der Sonne, nach allen denkbaren Seiten wirkend weit hinaus. Je näher an der Seele, desto intensiver und wirksamer ist dann dieser beständige Ausfluß des Denkens, Fühlens und Wollens.

Die Außenlichtsphäre der Sonne, in der sich diese Erde, der Mond und noch eine große Menge allerleiartiger anderer Weltkörper befinden, ist gewisserart die Außenlebenssphäre der Sonne, durch die alles, was in ihrem Bereich sich befindet, zu einem bestimmten Naturleben erweckt wird. Alles muß sich da mehr oder weniger in die Ordnung der Sonne fügen, und diese ist dann ein Gesetzgeber und ein Herr aller anderen Weltkörper, die sich nur irgendwo im Bereich ihrer Lichtausstrahlung befinden. Freilich kann man von der Sonne nicht sagen, daß sie denke und wolle; aber ihr Licht ist dennoch ein gar großer Gedanke und des Lichtes Wärme ein gar fester Wille — aber nicht von der Sonne, sondern von Mir ausgehend und wirkend durch das organische Wesen des Sonnenkörpers. Je näher denn ein Weltkörper der Sonne ist, desto mehr muß er auch die lebenwirkende Kraft der Außenlebenssphäre der Sonne in sich wirkend und bestimmend wahrnehmen und muß sich fügen in alles das, was das Licht und die Wärme der Sonne in und auf ihm zeugen will.

Wie aber die Sonne auf den Weltkörpern Wunderbares bloß durch ihre Außenlebens-sphäre wirkt, also auch eine unverdorbene und in ihrer ursprünglichen Art vollkommene Seele, die da ist voll des Lebens, also voll Liebe, voll Glaubens und voll des festen Willens! Eine solche Seele ist ganz Licht und Wärme und strahlt weithin aus, und diese Ausstrahlung bildet dann gleichfort ihre mächtige Außenlebenssphäre. Wie sich aber in der Außenlebenssphäre der Sonne Mein Wille als übervoll wunderbar wirkend ausspricht und keine Macht demselben widerstreben kann, ebenso spricht sich der Wille einer vollkommenen, unverdorbenen Seele, in der, weil in Meiner Ordnung, auch Mein Wille ist, als wunderbar wirkend aus.

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