GrEv 111/12 (5) — Es wird viel gejammert und geklagt, und ein halbgläubiger Mensch um den andern sagt: "Was kann denn aber Gott doch für ein Vergnügen haben, so Er die Menschen in einem fort mit allerlei Plagen heimsucht?!" Da schaue entweder gar kein Gott heraus, oder Gott sei zu erhaben und kümmere sich ums Gewürm einer Erde nimmer. Oder Gott sei opferhungrig und weihrauchlüstern geworden, man müsse Ihn wieder besänftigen durch reiche Opfer, magische Sprüche und Weihrauch. Oder Gott sei erzürnt worden und räche sich nun an der harmlosen, schwachen Menschheit; man müsse in Sack und Asche Buße tun und zum wenigsten zwölf Sündenböcke in den Jordan werfen!
Aber daran denkt niemand, daß all das Leiden, alle Krankheiten, alle Kriege, alle Teuerung, Hunger und Pest lediglich daher rühren, weil die Menschen, anstatt für ihre Seele und ihren Geist nach der Ordnung Gottes alles zu tun, nur alles für ihren Leib tun.
GrEv IX/35 — DER HERR: "Mangel, Not und allerlei Elend lasse Ich nur dann unter die Menschen kommen, wenn sie von Mir ganz abgefallen und zum Teil finstere Götzendiener, zum Teil nur selbstsüchtige und gottlose Weltlinge geworden sind. Denn Not und Mangel nötigen die Menschen zum Denken über die Ursachen ihres Elends, machen sie erfinderisch und scharfsichtig, und es werden auf diese Art bald kluge und weise Männer aus dem Volke aufstehen, die ihren Mitmenschen die Augen öffnen und ihnen die Quellen des allgemeinen Elends zeigen.
Würden die Menschen sich nie von Gott abwenden, so würden sie auch nie in Not und Elend verfallen. Wenn sonach ihr und eure Nachkommen stets im Glauben und in der Tat nach Meiner Lehre verbleibet, so werdet ihr auch nie ein Elend zu bestehen haben. Auch des Leibes Krankheiten werden eure Seelen nicht ängstlich und kleinmütig machen. Denn des Leibes Krankheiten sind allezeit nur die bitteren Folgen der Nichtbefolgung der von Mir den Menschen klar ausgesprochenen Gebote.
Wer diese Gebote schon von seiner Jugend an treu zu halten sich bestrebt, der wird bis in sein hohes Alter keines Arztes bedürfen und seine Nachkommen werden nicht an den Sünden ihrer Eltern zu leiden haben. … Aber wenn die Menschen auszuarten anfangen, dann kommen auch bald schwere Körperleiden über sie und lehren sie die Folgen der Gering- oder Garnichtachtung der Gebote Gottes kennen.
Wenn der sachkundige Verfertiger einer Maschine dem, der sie ihm zum Gebrauche abgekauft hat, sagt und zeigt, was er zu beachten hat, um von der Maschine einen dauerhaft nützlichen Gebrauch machen zu können, so muß der Käufer das auch genau beachten, was ihm der Maschinenmeister sagt. So aber der Käufer mit der Weile das Gesagte aus Eigen- oder Leichtsinn nicht mehr beachtet, so muß er es sich selbst zuschreiben, wenn die Maschine verdorben und somit für den guten Gebrauch ganz oder doch zum Teil untauglich wird.
Gott aber ist der große Maschinenmeister des menschlichen Leibes, den Er zum nützlichen Gebrauche für die Menschen als eine gar kunstvollste Maschine wohl eingerichtet hat. Gebraucht die Seele diese belebte Maschine nach dem ihr klar erteilten Rat, der in den Geboten Gottes besteht, so wird der Leib auch in seiner stets wohl brauchbaren Gesundheit verbleiben. Mißachtet aber mit der Zeit die träg und sinnlich gewordene Seele diese Gebote des ewig großen Maschinenmeisters, so muß sie es sich denn auch selbst zuschreiben, so ihr Leib in allerlei Elend verfällt."
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