← Zurück zu „Heilung und Gesundheit“

Alter, Sterben, Tod – 3. Zum Selbstmord

GrEv VI/162(11)/163(2) — DER HERR: "Was nützte es dem Menschen, so er mit diesem Erdenleben die ganze Welt gewönne, aber Schaden litte an seiner Seele?! Was kann ein solcher Mensch dann geben, seine Seele zu lösen?! Darum muß der Mensch dieses Leibesleben ja allein nur dazu benützen, daß er dadurch das ewige Leben der Seele gewinnt. Benützt ein Mensch sein Leibesleben nicht vor allem dazu, so ist er selbst schuld daran, wenn er das Leben seiner Seele verwirkt oder es mindestens so weit schwächt, daß sie hernach jenseits oft eine überaus lange Zeit zu tun hat, um sich so weit zu sammeln, daß sie dann in ein nur etwas helleres und besseres Geistleben überzugehen imstande ist."

Ein Ältester: "Herr, ich habe viel darüber nachgedacht, wie man des Leibes Leben gar nicht lieben, sondern vielmehr verachten und fliehen sollte, um dadurch das Leben der Seele zu gewinnen und zu erhalten. Das ist mir nun so ziemlich klar geworden. Aber es ist da dennoch ein Punkt, der mir noch nicht so recht einleuchten will. Es gibt unter den Menschen auch solche, die da wahre Erzfeinde ihres eigenen Lebens sind, und wenn sie dessen aus irgendeiner Veranlassung überdrüssig werden, so entleiben sie sich selbst. Diese müßten doch da vor allem das Leben der Seele gewinnen! — Was ist da Deine Meinung?

DER HERR: "Hat ihnen Gott denn das Leibesleben darum gegeben, daß sie es vernichten sollen?! Das Leben des Leibes ist das dem Menschen von Gott gegebene Mittel, durch welches er das Leben der Seele für ewig gewinnen kann und soll. Nun, so er aber das Mittel zuvor vernichtet, womit sollte er dann das Leben der Seele erhalten und eigentlich zuvor gewinnen?! Ich sage dir: Die Selbstmörder — so sie nicht Irrsinnige sind — werden schwerlich je oder auch gar nie das Reich des ewigen Lebens besitzen!

Denn wer einmal ein solcher Feind seines Lebens ist, in dem ist keine Liebe zum Leben; ein Leben ohne Liebe aber ist kein Leben, sondern der Tod."

GrEv IV/152(1-12) — DER HERR: "So jemand aus dem Grunde, weil durch jemand anders sein großer Hochmut zu sehr gedemütigt wurde und ihm keine Möglichkeit zu einer Rachenehmung offensteht, sich das Leibesleben nimmt, so ist das eine böseste Art des vorsätzlichen Selbstmordes. Eine solche Art des Selbstmordes kann an einer Seele nimmer völlig gutgemacht werden. Tausendmal Tausende von Jahren werden erfordert, um eine solche Seele nur zum wenigsten zu einer Umhäutung ihrer dürren, aller Liebe baren Scheinknochen zu bringen, geschweige zu einer Inkarnierung* ihres ganzen Wesens; denn die Inkarnierung ist ja eben ein Produkt der Liebe und erweckt auch wieder Liebe. (* hier in der Bedeutung von: Umhüllung des Seelenskeletts mit geistigem "Fleisch")

Daneben gibt es Selbstmörder um einer Jungfrau willen; auch solche Selbstmörder werden einst höchst schwer nur zu einiger Vollendung des Lebens gelangen.

Dann gibt es Selbstmörder, die geheim ein großes Verbrechen begangen haben, auf das, ihnen bewußt, eine schimpflichste und schmerzlichste Todesstrafe gesetzt ist. Sie wissen, daß ihr Verbrechen offenbar werden muß. Was geschieht da gewöhnlich? Ein solch geheimer Verbrecher geht aus größter Furcht und aus seiner gerechten Gewissensqual in die vollste und finsterste Verzweiflung über und erwürgt sich selbst. Eine solche Seele erscheint jenseits im Skelett ihrer Vorkreaturen. Kurz, wenn eine Seele einmal meist auf Grund einer schlechten Erziehung, aller Liebe, auch der zu sich selbst, bar geworden ist, dann ist von der ganzen Hölle, als des Lebens ärgstem Feinde, auch die ganze Seele durchdrungen und wird dadurch in sich selbst ein Feind des eigenen Lebens und Seins und trachtet stets, auf irgendeine schmerzlose Art dasselbe zu vernichten! Bei solch einer totalen Lebensfeindschaft muß am Ende ja alles aus den Lebensfugen gehen, und eine solche Seele kann dann jenseits doch unmöglich anders als ganz in ihre Urlebenssonderformen aufgelöst erscheinen, und da nur in deren fleischlosen Skeletten, die bloß das notwendige Gericht in sich tragen.

Wenn jenseits dann ein Selbstmörder in der vorbeschriebenen Art erscheint, so könnet ihr es euch nun schon vorstellen, wie schwer und wie lange es gehen wird, bis eine solche Seele nur einmal dahin kommt, in ein menschliches Gerippe überzugehen und dann eine Haut und gar ein Fleisch aus sich selbst bekommt.

Aber es entsteht in euch nun die Frage, ob eine solche Seele auch irgendwelche Schmerzen leide. Und Ich sage es euch: zuzeiten die größten und brennendsten, zuzeiten auch wieder gar keine! Wird sie ihrer noch immer möglichen Wiederbelebung halber von den sich zu dem Behufe nahenden Geistern gewisserart aufgerührt, so empfindet sie in ihren Teilen einen brennendsten Schmerz; kommt sie aber dann wieder zur Ruhe, dann ist in ihr weder ein Gefühl, ein Bewußtsein, noch somit irgendein Schmerz vorhanden.

Es gibt aber noch weiter eine Menge Arten des Selbstmordes, die aber in ihren Folgen nicht so bösartig auf die Seele einwirken wie die beiden soeben beschriebenen; aber von irgend guten Folgen für die Seele gibt es keinen Selbstmord."

← Zurück zu „Heilung und Gesundheit“