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Der äußere Mensch soll dem inneren Menschen entsprechen

Der äußere Mensch soll dem inneren Menschen entsprechen

Der Mensch, solange er im Körper lebt, kann wenig davon fühlen und inne werden, denn das Himmlische und Geistige bei ihm fällt in das Natürliche, das in seinem äußeren Menschen, und hier verliert er die Empfindung und das Innewerden derselben. Das Vorbildliche und Entsprechende, das in seinem äußeren Menschen, ist auch der Art, dass es nicht dem gleich erscheint, dem es im inneren Menschen entspricht und welches es vorbildet, daher können sie nicht zu seiner Kenntnis gelangen, bevor er entkleidet ist von jenen Äußerlichkeiten. Selig dann, wer in Entsprechung ist, d.h. dessen äußerer Mensch dem Inneren entspricht.
<HG 2994>
Es gibt zweierlei Licht, wodurch der Mensch erleuchtet wird: das Weltlicht und das Himmelslicht. Das Weltlicht ist von der Sonne, das Himmelslicht ist vom Herrn.
Das Weltlicht ist für den natürlichen oder äußeren Menschen und für diejenigen Dinge, die in der Welt sind; die Dinge, die dort sich befinden, obwohl es nicht scheint, dass sie jenem Lichte angehören, gehören ihm dennoch an, denn vom natürlichen Menschen kann nichts begriffen werden, wenn nicht durch solches, was in der Sonnenwelt existiert und erscheint, und so wenn es nicht vom dortigen Licht und Schatten eine Gestaltung hat. Alle Vorstellungen von Zeit und Raum, die im natürlichen Menschen soviel ausmachen, dass er ohne sie nicht denken kann, gehören ebenfalls dem Weltlicht an.
Das Himmelslicht aber ist für den geistigen oder inneren Menschen; das inwendigere Gemüt des Menschen, worin seine verstandesmäßigen Vorstellungen, die immaterielle genannt werden, sich befinden, ist in jenem Licht. Dies weiß der Mensch nicht, obwohl er seinen Verstand ein Sehen nennt und ihm Licht zuschreibt. Die Ursache ist, weil solange er in Weltlichem und Leiblichem ist, er nur ein Gefühl von solchem hat, was dem Weltlicht angehört, nicht aber von solchem, was dem Himmelslicht angehört.
Das Himmelslicht ist vom Herrn allein; der ganze Himmel ist in diesem Licht. Dieses, nämlich das Himmelslicht, ist unermesslich vollkommener als das Weltlicht; was im Weltlicht einen einzigen Strahl macht, das macht im Himmelslicht deren viele tausend; im Himmelslicht ist Einsicht und Weisheit. Jenes Licht ist es, das einfließt in das Weltlicht, das im äußeren oder natürlichen Menschen, und macht, dass er die Gegenstände sinnlich wahrnimmt. Würde jenes Licht nicht einfließen, so hätte der Mensch durchaus keine Wahrnehmung, denn das was dem Weltlicht angehört, hat sein Leben von da her.
Zwischen diesen zweierlei Lichtern, oder zwischen dem was im Himmelslicht und im Weltlicht ist, findet eine Entsprechung statt, wann der äußere oder natürliche Mensch eins macht mit dem inneren oder geistigen (Menschen), d.h., wenn jener diesem dient, und was alsdann vorhanden ist im Weltlicht, sind Vorbilder von solchem, was im Himmelslicht. <HG 3223>
Was Entsprechungen und was Vorbildungen sind, kann aus demjenigen erhellen, was früher gesagt und gezeigt wurde, dass nämlich zwischen demjenigen, was dem Himmelslicht und Weltlicht angehört, Entsprechungen sind, und was in jenem, was dem Weltlicht angehört, sich findet, Vorbildungen seien. Aber was und wie beschaffen das Himmelslicht, kann dem Menschen nicht so bekannt sein, weil der Mensch im Gebiet des Weltlichts ist; und in dem Maß, als er in diesem, erscheint ihm das was im Himmelslicht ist, als Finsternis, ja als nichts. Diese zwei Lichter sind es, die alle Einsicht des Menschen machen, sofern Leben einfließt. Die Einbildung des Menschen ist nichts anderes als Formen und Gestalten solcher Dinge, die er mit dem leiblichen Gesicht aufgefasst hatte, wunderbar verändert, und sozusagen modifiziert. Die inwendigere Einbildung aber, oder sein Denken ist nichts anderes als Formen und Gestalten solcher Dinge, die er mit dem Gesicht des Gemüts aufgefasst hatte, noch wunderbarer verändert, und sozusagen modifiziert. Das, was davon entsteht, ist an sich unbeseelt, wird aber durch den Einfluss des Lebens vom Herrn beseelt.
Nebst jenen Lichtern gibt es auch Wärmen, die ebenfalls aus zweierlei Quellen sind: die Wärme des Himmels aus seiner Sonne, die der Herr ist, und die Wärme der Welt aus ihrer Sonne, die das unseren Augen sichtbare Tagesgestirn ist. Die Himmelswärme äußert sich beim inneren Menschen durch geistige Liebestriebe und Neigungen, die Weltwärme aber äußert sich beim äußeren Menschen durch natürliche Liebestriebe und Neigungen. Jene Wärme macht das Leben des inneren Menschen, diese aber das Leben des äußeren; denn ohne eine Liebe und Neigung kann der Mensch ganz und gar nicht leben. Zwischen jenen zwei Wärmen sind auch Entsprechungen; jene Wärmen werden Liebestriebe und Neigungen durch den Einfluss des Lebens des Herrn, und daher kommt es dem Menschen vor, als ob es keine Wärmen wären, aber dennoch sind sie es, denn wenn der Mensch daher keine Wärme hätte, sowohl in Betreff des inneren, als in Betreff des äußeren Menschen, so würde er im Augenblick ganz tot hinsinken; dies leuchtet einem jeden daraus ein, dass der Mensch, je mehr er von Liebe entzündet wird, umso mehr auch erwärmt, und je mehr die Liebe zurücktritt, er umso mehr erstarrt. Diese Wärme ist es, durch die des Menschen Wille lebt, durch das Licht aber, von dem oben die Rede war, sein Verstand. <HG 3337, 3338>
Der äußere Mensch empfängt sein Leben hauptsächlich vom inneren, d.h. von seinem Geist oder seiner Seele; daher kommt sein eigentliches Leben im allgemeinen, und dieses Leben kann nicht für sich besonders oder deutlich vom äußeren Mensch angenommen werden, wenn nicht dessen organische Gefäße geöffnet werden, die Aufnehmende des Besonderen und Einzelnen des inneren Menschen sein müssen. Diese organischen Gefäße, die das Aufnehmende sein sollen, werden nur mittels der Sinne geöffnet, welche vornehmlich sind das Gehör und das Gesicht, und je wie diese geöffnet werden, kann auch der innere Mensch mit dem Besonderen und Einzelnen einfließen. Jene Gefäße werden aber mittelst der Sinne geöffnet durch Wisstümliches und durch Erkenntnisse, sodann durch Vergnügungen und Lustreize, durch erstere, die dem Verstande, durch letztere, die dem Willen angehören: hieraus kann erhellen, dass gar nicht anders geschehen kann, als dass bei dem äußeren Menschen sich auch einschleichen Wissensdinge und Erkenntnisse, die nicht übereinstimmen können mit den geistigen Wahrheiten, und dass sich einschleichen Vergnügungen und Lustreize, die nicht übereinstimmen können mit dem himmlisch Guten, als da ist alles das, was auf leibliche, weltliche und irdische Dinge als Endzwecke abzielt; und wenn diese als Endzweck bezielt werden, dann ziehen sie den äußeren Menschen auswärts und abwärts, und ent­fernen ihn vom inneren; daher denn, wenn dergleichen nicht zerstreut wird, der innere Mensch durchaus nicht mit dem äußeren übereinstimmen kann: darum ist, ehe der innere Mensch mit dem äußeren übereinstimmen kann, solches zu entfernen. Dass nun dieses entfernt und ausgeschieden worden ist beim Herrn, wird vorgebildet und bezeichnet durch die Trennung Lots von Abraham <HG 1563>
Im äußeren Menschen ist vieles, mit dem der innere zusammenwohnen kann, als da sind die Gefühle des Guten, und die daraus entspringenden Lustreize und Vergnügungen, denn diese sind Wirkungen des Guten des inneren Menschen, und seiner Freuden und Seligkeiten, und da sie Wirkungen sind, so entsprechen sie ganz dem inneren Menschen, und gehören dann dem inneren Menschen an, nicht dem äußeren; denn die Wirkung gehört bekanntlich nicht der Wirkung an, sondern der wirkenden Ursache, wie z.B. die Liebtätigkeit, die aus dem Angesicht, hervor strahlt, gehört nicht dem Angesicht, sondern der Liebe an, die inwendig ist und das Angesicht so gestaltet, und so die Wirkung darstellt; oder wie die Unschuld bei den Kindern, die in ihrer Miene, in ihren Gebärden, und so in ihren Spielen miteinander sich zeigt, nicht der Miene oder den Gebärden angehört, sondern der Unschuld vom Herrn her, die durch ihre Seele einfließt. So verhält es sich mit den Wirkungen, und so bei allem übrigen. Hieraus erhellt, dass es vieles gibt beim äußeren Menschen, was mit dem inneren zusammenwohnen oder übereinstimmen kann.
Aber es gibt auch vieles, das nicht übereinstimmt, oder mit dem der innere Mensch nicht zusammenwohnen kann, als da ist alles, was aus der Selbstliebe und aus der Weltliebe entspringt, denn alles, was daher stammt, hat das eigene Ich als Endzweck, und hat die Welt als den Endzweck im Auge. Mit diesem kann das Himmlische, das der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten angehört, nicht zusammenstimmen. Dieses nämlich hat den Herrn als Endzweck, und hat Sein Reich, und alles, was Ihm und Seinem Reiche angehört, als Endzweck im Auge. Die Zwecke der Selbstliebe und der Weltliebe sehen nach außen oder nach unten; die Zwecke der Liebe zum Herrn aber, und die der Liebe gegen den Nächsten, sehen nach innen oder nach oben; woraus erhellen kann, dass sie so sehr voneinander abweichen, dass sie gar nicht beisammen sein können.
Damit man wisse, was die Entsprechung und Zusammenstimmung des äußeren Menschen mit dem inneren macht, und was die Nicht-Zusammenstimmung macht, so gebe man nur acht auf die Zwecke, die herrschen, oder, was dasselbe ist, auf die Neigungen, die herrschen, denn die Neigungen sind Zwecke, da man alles, was man liebt, als Zweck im Auge hat. So wird dann alles klar werden, wie das Leben beschaffen ist, und wie es beschaffen sein wird nach dem Tod, denn aus den Zwecken, oder, was dasselbe ist, aus den Neigungen, die herrschen, bildet sich das Leben. Das Leben eines jeden Menschen ist nichts anderes. Wenn das, was nicht zusammenstimmt mit dem ewigen Leben, (das ist, mit dem geistigen und himmlischen Leben, welches das ewige Leben ist) nicht entfernt wird bei Leibesleben, so muss es im anderen Leben entfernt werden, und wenn es nicht entfernt werden kann, so kann der Mensch nicht anders als unglückselig sein in Ewigkeit.
Dies ist nun gesagt worden, damit man wisse, dass im äußeren Menschen Dinge sind, die mit dem inneren übereinstimmen, und solche, die nicht übereinstimmen, und dass diejenigen, die übereinstimmen, durchaus nicht zusammen sein können mit denjenigen, die nicht übereinstimmen. Sodann dass dasjenige, was im äußeren Menschen übereinstimmt, vom inneren Menschen, das ist durch den inneren Menschen vom Herrn herstammt, z.B. das Angesicht, das von Liebtätigkeit strahlt, oder das Angesicht der Liebtätigkeit, oder auch die Unschuld in der Miene und den Gebärden der Kinder, wie gesagt worden, wogegen was nicht übereinstimmt, dem Menschen und seinem Eigenen angehört. Hieraus kann man erkennen, was es bedeutet, dass das Land sie nicht trug, zu wohnen beieinander.
Es wird hier im inneren Sinne vom Herrn gehandelt, und weil vom Herrn, auch von allem, was Ihm ähnlich und ebenbildlich ist, nämlich von Seinem Reich, von der Kirche, von jedem Menschen des Reiches oder der Kirche, daher hier solches dargestellt wird, was beim Menschen ist. Was beim Herrn war, bevor Er aus eigener Macht das Böse, das ist den Teufel und die Hölle überwunden hatte, und Er so himmlisch, göttlich und Jehova auch dem menschlichen Wesen nach geworden war, verhält sich gemäß dem Zustand, in dem Er Sich befand.
<HG 1568>
“Wann es dir wohl geht”, 1.Mose 40/14, bedeutet, wann Entsprechung vorhanden ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von “dir wohl gehen,” wenn von der Wiedergeburt oder Neugebärung des auswendigen Natürlichen oder Sinnlichen gehandelt wird, sofern es die Entsprechung bezeichnet; denn es geht ihm nicht eher wohl, als wenn es entspricht.
Es gibt eine Entsprechung des Sinnlichen mit dem Natürlichen, und es gibt eine Entsprechung des Natürlichen mit dem Geistigen, wie auch eine Entsprechung des Geistigen mit dem Himmlischen, und endlich gibt es eine Entsprechung des Himmlischen mit dem Göttlichen des Herrn. Somit findet eine Aufeinanderfolge von Entsprechungen vom Göttlichen bis zum letzten Natürlichen statt.
Weil diejenigen, die vorher nicht über die Entsprechungen gedacht haben, sich nicht leicht eine Vorstellung davon machen können, von welcher Art sie sind, darum soll es mit wenigem gesagt werden:
Aus der Philosophie ist bekannt, dass der Zweck das erste der Ursache, und dass die Ursache das erste der Wirkung ist. Damit nun Zweck, Ursache und Wirkung aufeinanderfolgen und eins machen, ist erforderlich, dass die Wirkung entspreche der Ursache, und die Ursache entspreche dem Zweck. Aber dennoch erscheint der Zweck nicht wie die Ursache, und die Ursache nicht wie die Wirkung; denn damit der Zweck die Ursache hervorbringe, muss er aus der Region, wo die Ursache ist, sich dienende Mittel verschaffen, durch die der Zweck die Ursache bereitet, und damit die Ursache die Wirkung hervorbringe, muss sie ebenfalls aus der Region, wo die Wirkung ist, sich dienende Mittel verschaffen, damit die Ursache die Wirkung mache. Diese dienenden Mittel sind es, die entsprechen; und weil sie entsprechen, kann der Zweck in der Ursache sein und die Ursache betätigen, und die Ursache in der Wirkung sein und die Wirkung betätigen, folglich der Zweck durch die Ursache die Wirkung schaffen.
Anders aber, wenn keine Entsprechung vorhanden ist, dann hat der Zweck keine Ursache, in der er sein kann, noch weniger eine Wirkung, in der er sein kann, sondern der Zweck verändert und gestaltet sich um in der Ursache, und endlich in der Wirkung gemäß der Form, welche die dienenden Mittel bilden.
Alles und jedes im Menschen, ja alles und jedes in der Natur folgt aufeinander wie Zweck, Ursache und Wirkung, und wenn diese einander so entsprechen, dann machen sie eins aus, denn der Zweck ist alsdann alles in allem der Ursache, und durch die Ursache alles in allem der Wirkung. Wie z.B.: wenn die himmlische Liebe der Zweck, der Wille die Ursache und das Tun die Wirkung, dann fließt, wenn Entsprechung vorhanden ist, jene Liebe in den Willen ein, und der Wille ins Tun und machen eins aus, so dass das Tun durch Entsprechung gleichsam Liebe ist. Oder auch, wenn der Glaube der Liebtätigkeit der Zweck, das Denken die Ursache und die Rede die Wirkung ist, alsdann fließt, wenn Entsprechung vorhanden ist, der Glaube aus der Liebtätigkeit ein ins Denken und dieses in die Rede, und machen eins, so dass die Rede durch Entsprechung gleichsam der Zweck ist. Wenn aber der Zweck, der die Liebe oder der Glaube ist, die Ursache, die der Wille und das Denken ist, hervorbringen soll, muss er sich dienende Mittel im vernünftigen Gemüt verschaffen, die entsprechen; denn ohne dienende Mittel, die entsprechen, kann der Zweck, der die Liebe und der Glaube ist, mag er immerhin vom Herrn durch den Himmel einfließen, keine Aufnahme finden.
Hieraus wird klar, dass das Innere und Äußere des Menschen, d.h. sein Vernünf­tiges, Natürliches und Sinnliches, in Entsprechung gebracht werden muss, damit er den göttlichen Einfluss aufnehme, folglich damit der Mensch wiedergeboren werden kann, und dass es ihm vorher nicht wohl geht. Daher nun kommt es, dass hier durch “wenn es dir wohl geht”, die Entsprechung bezeichnet wird. <HG 5131>
“Und nehme uns zu Knechten, und unsere Esel”, 1.Mose 43/18, bedeutet, so dass alles, was in beiden Natürlichen sich befindet, nichts gelte.
Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs, die dieses von sich reden, sofern sie die Wahrheiten im Natürlichen bezeichnen; aus der Bedeutung der Knechte, sofern sie etwas Unbedeutendes bezeichnen, hier das Unwerte, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung der Esel, sofern sie das bezeichnen, was im Natürlichen sich befindet, nämlich das Wisstümliche, hier im auswendigeren Natürlichen, weil die Wahrheiten, die durch die Söhne Jakobs bezeichnet werden, im inwendigeren Natürlichen sind.
Damit, dass alles in beiden Natürlichen Befindliche nichts gelte, verhält es sich auf folgende Weise: Wenn der Mensch geistig werden soll, muss sein Natürliches zunichte werden, d.h. so unterworfen werden, dass es gar nichts aus sich vermag, denn in dem Maß, als das Natürliche etwas aus sich vermag, ist das Geistige unvermögend. Das Natürliche hat nämlich von Kindheit an nichts anderes sich zu eigen gemacht, als was den selbstischen und weltlichen Begierden angehört, somit was der Liebtätigkeit entgegengesetzt ist. Dieses Böse macht, dass das Gute durch den inwendigen Menschen vom Herrn nicht einfließen kann, denn alles, was einfließt, wird im Natürlichen ins Böse verwandelt. Das Natürliche ist der Grund und Boden, in dem der Einfluss ausläuft. Wofern daher das Natürliche, d.h. das Böse und Falsche, welches das Natürliche gebildet hatte, nicht zunichte wird, kann das Gute durch den Himmel vom Herrn unmöglich einfließen; es hat keine Herberge, sondern es zerstiebt, denn im Bösen und Falschen kann es nicht verweilen. Daher kommt es, dass das Inwendige in dem Maß verschlossen wird, als nicht das Natürliche zunichte wird. Dies ist auch in der Kirche bekannt aus dem Lehrsatz, dass man den alten Menschen ausziehen müsse, um den neuen anzuziehen.
Die Wiedergeburt hat keinen anderen Zweck, als dass das Natürliche unterjocht werde, und das Geistige die Herrschaft erlange; und das Natürliche wird dann unterjocht, wenn es zur Entsprechung gebracht wird, und wenn das Natürliche zur Entsprechung gebracht ist, dann widerstrebt es nicht mehr, sondern tut, wie ihm befohlen wird, und folgt auf den Wink des Geistigen, kaum anders als die Handlungen des Leibes auf den Wink des Willens erfolgen, und die Rede samt dem Angesicht gemäß dem Einfluss des Denkens.
Hieraus wird klar, dass das Natürliche ganz zunichte werden muss in Betreff des Wollens, wenn der Mensch geistig werden soll. Aber man muss wissen, dass nur das alte Natürliche zunichte werden muss, denn dieses ist gebildet aus Bösem und Falschem, und wenn dasselbe zunichte geworden ist, dann wird dem Menschen ein neues Natürliches geschenkt, welches das geistig Natürliche genannt wird. Geistig darum, weil das Geistige es ist, das durch dasselbe wirkt, und sich durch dasselbe äußert, wie die Ursache durch die Wirkung. Es ist auch bekannt, dass die Ursache das Ganze der Wirkung ist. Daher ist das neue Natürliche in Betreff des Denkens, Wollens und Auswirkens eben nichts anderes als eine vorbildliche Darstellung des Geistigen.
Wenn dieses geschieht, dann empfängt der Mensch das Gute vom Herrn, und wenn er das Gute aufnimmt, wird er mit Wahrheiten beschenkt, und wenn er mit Wahrheiten beschenkt wird, wird er durch Einsicht und Weisheit vervollkomnnet, und wenn er durch Einsicht und Weisheit vervollkommnet wird, wird er glückselig in Ewigkeit. <HG 5651>

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