Es kann als widersinnig erscheinen, ist aber dennoch ganz gewiss wahr, dass die Engel besser und völliger den inneren Sinn des Wortes verstehen, wenn kindliche Knaben und Mädchen es lesen, als wenn Erwachsene, die nicht im Glauben der Liebtätigkeit stehen. Als Grund hiervon wurde mir gesagt, weil die kindlichen Knaben und Mädchen im Stande der gegenseitigen Liebe und der Unschuld, somit ihre sehr zarten Gefäße beinahe himmlisch, und nur Fähigkeiten sind, aufzunehmen, die so vom Herrn gehörig geordnet werden können, obwohl dies nicht zu ihrem Bewusstsein gelangt, außer durch einen gewissen ihren Sinnesarten angemessenen Lustreiz.
Von den Engeln wurde gesagt, dass das Wort des Herrn ein toter Buchstabe sei, dass es aber im Leser vom Herrn lebendig gemacht werde gemäß der Fähigkeit eines jeden, und dass es lebendig werde, gemäß dem Zustand seiner Liebtätigkeit und Unschuld, und zwar mit unzähliger Mannigfaltigkeit. <HG 1776>
“Und Gott öffnete ihre Augen”, 1. Mose 21/19, dass dies Einsicht bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Öffnen und dass Gott öffnete; dann aus der Bedeutung der Augen, sofern dies ist Einsicht geben.
Es wird gesagt, dass Gott die Augen öffnet, wenn das innere Gesicht oder der Verstand, und das geschieht durch Einfluss in das Vernünftige des Menschen, oder vielmehr in das Geistige seines Vernünftigen, und zwar durch einen Seelenoder inwendigen, dem Menschen unbekannten Weg; dieser Einfluss ist der Stand seiner Erleuchtung, in dem ihm die Wahrheiten, die er hört, oder die er liest, durch ein Innewerden inwendig in seinem Verständigen bestätigt werden: der Mensch glaubt, dies sei ihm eingepflanzt, und komme von der eigenen Verstandestätigkeit her. Aber er täuscht sich gewaltig: es ist ein Einfluss durch den Himmel vom Herrn in das Dunkle, Trügerische und Scheinbare, das der Mensch hat, und durch das darin befindliche Gute macht er das, was er glaubt, zu etwas, das dem Wahren nach artet Aber mit der Erleuchtung in den geistigen Dingen des Glaubens werden allein diejenigen beglückt, die geistig sind.
Dieses ist es, was bezeichnet wird durch: dass Gott die Augen öffne. Das Auge bedeutet den Verstand, darum, weil das Gesicht des Leibes dem Gesicht seines Geistes, das der Verstand ist, entspricht, und weil es entspricht, wird durch das Auge im Wort beinahe überall, wo es genannt wird, der Verstand bezeichnet, auch wo man anders meint. <HG 2701>
“Und er stieg von dannen hinauf nach Beerscheba”, 1.Mose 26/23, dass dies bedeutet daher die göttliche Lehre des Glaubens, erhellt aus der Bedeutung von Beerscheba, das die göttliche Lehre des Glaubens ist.
Die Lehre des Glaubens, die hier durch Beerscheba bezeichnet wird, ist der buchstäbliche Sinn des Wortes selbst, denn das Wort ist die Lehre selbst; und obwohl das Wort in Ansehung des Buchstabensinnes so beschaffen ist, dass Wahrheiten daraus geschöpft werden können, ist es auch so beschaffen, dass Nicht-Wahres daraus begründet werden kann, wie bekannt ist aus den Irrlehren. Aber wer in der Absicht weise zu werden, d.h. das Gute zu tun und das Wahre zu verstehen, das Wort liest, der wird gemäß seiner Absicht und Neigung belehrt, denn ohne dass er es weiß, fließt der Herr ein und erleuchtet das Gemüt, und wo er keinen Bescheid weiß, gibt Er ihm Verständnis aus anderen Stellen. Außerdem wird der, welcher im einfältig Guten ist, und dem Wort nach seinem Buchstabensinn einfältig glaubt, mit der Fähigkeit begabt, die Wahrheiten inne zu werden, wenn er im anderen Leben von den Engeln belehrt wird. Unterdessen aber wird das wenige Wahre, das er hat, durch Liebtätigkeit und Unschuld belebt, und wenn dieses darin ist, dann schadet das Falsche, das sich im Schatten seiner Unwissenheit auch eingedrängt hat, nicht, denn es wird dem Guten nicht beigesellt, sondern davon abgehalten gleichsam in den Umkreisen, und kann so leicht entfernt werden.
Aber anders verhält es sich mit denjenigen, die nicht im Guten des Lebens sind, bei denen nimmt das Falsche, das sie durch eine unrichtige Auslegung aus dem Wort ausgebreitet haben, die Mitte oder gleichsam das Zentrum ein, und das Wahre die Umgebungen oder Umkreise, daher ist es das Falsche, das dem Bösen ihres Lebens beigesellt wird, und das Wahre wird zerstoben. <HG 3436>
“Und ein großer Stein war auf der Öffnung des Brunnens”, 1.Mose 29/2, bedeutet, es war verschlossen. Dies kann erhellen ohne Erklärung.
Das Wort heißt verschlossen, solange es bloß nach dem Buchstabensinn verstanden, und alles das, was darin steht, für eine Lehre angenommen wird; und noch mehr verschlossen, wenn als Lehre anerkannt wird, was die Begierden der Selbst-und Weltliebe begünstigt; denn dieses hauptsächlich wälzt einen großen Stein auf die Öffnung des Brunnens, d.h. verschließt das Wort, und wie man dann nicht weiß, so will man auch nicht wissen, dass ein inwendigerer Sinn im Worte ist, obwohl man es doch aus mehreren Stellen sehen kann, wo der Buchstabensinn nach dem inwendigeren Sinn erklärt wird; und auch aus den in der Kirche angenommenen Lehren, auf die man allen Buchstabensinn des Wortes durch verschiedene Auslegungen bezieht.
Was es heißt, dass das Wort verschlossen sei, kann man hauptsächlich an den Juden sehen, die alles und jedes nach dem Buchstaben erklären, und daher glauben, dass sie vor allen im ganzen Weltkreis auserwählt seien, und dass der Messias kommen werde, der sie ins Land Kanaan einführen, und sie über alle Nationen und Völker der Länder zu Herren machen werde; denn sie sind in irdischen, körperlichen Liebestrieben, die von der Art sind, dass sie das Wort in Betreff des inwendigeren Gehalts ganz verschließen. Deswegen wissen sie auch noch nicht, ob es ein himmlisches Reich gebe, ob sie nach dem Tode leben werden, was der inwendige Mensch sei, nicht einmal, dass es etwas Geistiges gibt, geschweige, dass der Messias gekommen ist, die Seelen selig zu machen.
Dass das Wort für sie verschlossen ist, kann auch genugsam daraus erhellen, dass sie, obwohl sie unter den Christen leben, dennoch gar nichts von ihren Lehren annehmen; gemäß den Worten bei Jes.6/9-11; Matth.13/14,15; Joh.12/40,41: “Sagen sollst du diesem Volk: Höret hörend und verstehet nicht, und sehet sehend und erkennet nicht; mache fett das Herz dieses Volkes, und seine Ohren mache schwer, und sein Augen verklebe; und ich sprach: wie lange, Herr; und Er sprach: bis dass verwüstet sind die Städte, und kein Bewohner darin, und die Häuser, und kein Mensch darin, und der Boden verwüstet ist zur Einöde”.
Denn in dem Maß, als der Mensch in den Trieben der Selbst- und Weltliebe und in deren Begierden ist, wird ihm das Wort verschlossen; denn jene Triebe haben das Ich zum Zweck, und dieser Zweck zündet das natürliche Licht an, löscht aber das himmlische Licht aus, so dass sie scharf sehen, was dem eigenen Ich und der Welt angehört, und gar nichts, was dem Herrn und Seinem Reich angehört; und da es so ist, können sie zwar das Wort lesen, aber in der Absicht, Ehren und Vermögen zu gewinnen, oder in der Absicht zu scheinen, oder aus Liebe und daher angenommener Gewohnheit, oder aus Frömmigkeit, und gleichwohl nicht in der Absicht, das Leben zu bessern.
Solchen ist das Wort auf verschiedene Art verschlossen, einigen so, dass sie gar nichts anderes wissen wollen, als was ihre Lehren aussagen, von welcher Art diese auch sein mögen; z.B. wenn man sagt, dass dem Petrus nicht die Macht gegeben worden sei, den Himmel zu öffnen und ihn zu verschließen, sondern dem Glauben der Liebe, der durch die Schlüssel Petri bezeichnet wird, so erkennen sie das gar nicht an, weil die Selbst- und Weltliebe es hindert; und wenn man sagt, dass die Heiligen nicht verehrt werden sollen, sondern einzig der Herr, so nehmen sie das auch nicht an; wenn man sagt, dass unter Brot und Wein im heiligen Abendmahl verstanden wird die Liebe des Herrn gegen das ganze Menschengeschlecht, und die Gegenliebe des Menschen zum Herrn, glauben sie dieses auch nicht; und wenn man sagt, dass der Glaube nichts macht, wenn er nicht das Gute des Glaubens, d.h. die Liebtätigkeit ist, so erklären sie dieses verkehrt, und so weiter.
Die, welche von solcher Art sind, können gar nichts sehen und wollen auch keine Wahrheit im Wort sehen, sondern bleiben hartnäckig in ihrer Glaubensmeinung; und wollen nicht einmal hören, dass ein innerer Sinn und in diesem die Heiligkeit und Herrlichkeit des Wortes ist; ja, wenn sie hören, dass es einen gibt, so empfinden sie schon beim Hören aus Widerwillen einen Ekel; so ist ihnen das Wort verschlossen, da doch das Wort so beschaffen ist, dass es bis in den Himmel und durch den Himmel zum Herrn offen ist, und bloß verschlossen in Rücksicht auf den Menschen, insofern derselbe in Bösem der Selbst- und Weltliebe ist in Betreff der Zwecke des Lebens und in den Grundsätzen des Falschen daher.
Hieraus kann erhellen, was es heißt, dass ein großer Stein auf der Öffnung des Brunnens liege. <HG 3769>
“Und sie legten den Stein wieder auf die Öffnung des Brunnens an seinen Ort”, 1.Mose 29/3, bedeutet, es war unterdessen verschlossen.
Damit, dass das Wort den Kirchen aufgeschlossen und hernach verschlossen ist, verhält es sich nämlich so: Im Anfang, wenn eine Kirche eingesetzt wird, ist ihnen das Wort zuerst verschlossen, aber hernach wird es aufgeschlossen, indem der Herr es so vorsieht, und sie lernen daraus, dass die ganze Lehre sich auf die zwei Gebote gründet, dass man den Herrn lieben soll über alles, und den Nächsten wie sich selbst. Wenn diese zwei Gebote der Endzweck sind, dann ist das Wort aufgeschlossen, denn das ganze Gesetz und alle Propheten, d.h. das ganze Wort, hängt von denselben ab, so dass alles von daher ausgeht, und so alles auf sie sich bezieht; und weil sie dann in den Hauptgrundsätzen des Wahren und Guten sind, werden sie erleuchtet im einzelnen, das sie im Wort sehen; denn der Herr ist dann mittelst der Engel bei ihnen, und lehrt sie, obwohl sie es nicht wissen, und führt sie auch ins Leben des Wahren und Guten.
Das kann man auch sehen an allen Kirchen, sofern sie in ihrer Kindheit von solcher Art gewesen sind, und den Herrn aus Liebe verehrt und den Nächsten von Herzen geliebt haben, aber im Fortgang der Zeit entfernen sich die Kirchen von diesen zwei Geboten, und lenken sich vom Guten der Liebe und Liebtätigkeit zu dem, was Glaubenssache genannt wird, somit vom Leben zur Lehre, und in dem Maß, als dies geschieht, wird das Wort verschlossen. <HG 3773>
“Und Joseph gab ihnen Wagen nach dem Befehl Pharaos”, 1.Mose 45/21, bedeutet, dass sie vom Inneren aus Lehrbestimmungen erhielten nach Gefallen.
Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der sie ihnen gab, insofern er das innere Gute bezeichnet; aus der Bedeutung der Wagen, insofern sie Lehrbestimmungen bezeichnen, und aus der Bedeutung von “nach dem Befehle Pharaos”, insofern es ausdrückt, wie es ihnen gefiel, nämlich den geistigen Wahrheiten, welches die Söhne Israels sind, weil diese Wahrheiten im Natürlichen sind, das durch Pharao vorgebildet wird, und die Wagen, durch welche die Lehrbestimmungen bezeichnet werden, ihnen zur Verfügung gestellt wurden.
Wie es ihnen gefiel, wird gesagt, weil die Lehrbestimmungen, die durch die Wagen Ägyptens bezeichnet werden, aus dem Buchstabensinn des Wortes genommen sind, der ohne den inneren Sinn sich mit jedem Guten verbinden kann, denn der Herr lehrt keinen die Wahrheiten ausdrücklich, sondern leitet durch das Gute zum Nachdenken darüber, was wahr sei, und Er flößt dem Menschen unbewusst das Innewerden ein, dass etwas wahr ist und dadurch die Erwählung desselben als Wahrheit, weil das Wort es so sagt und weil es zur Aufnahme passt So richtet der Herr die Wahrheiten ein, je nach der Aufnahme des Guten bei einem jeden, und weil dies gemäß der Neigung eines jeden geschieht und somit in Freiheit, wird hier gesagt, “wie es ihnen gefiel”. <HG 5952>
Was das Verständnis der Kirche und das Wollen der Kirche sei, soll nun gesagt werden: Das Verständnis der Kirche ist das Innewerden aus dem Worte, was das Wahre des Glaubens und was das Gute der Liebtätigkeit sei.
Es ist bekannt, dass der Buchstabensinn derart ist, dass der Mensch jede beliebige Lehre (oder Dogma) aus diesem Sinn begründen kann. Die Ursache ist, weil das, was dem Buchstabensinn des Wortes angehört, die allgemeinen Gefäße bildet, welche die Wahrheiten aufnehmen, und weil die Beschaffenheit dieser Gefäße nur dann gleichsam vermittelst eines Durchscheinens erkannt werden kann, wenn sie das Wahre aufgenommen haben, somit enthalten sie nur das Allgemeine, das vom Menschen zuerst daraus geschöpft werden muss, damit er das Besondere und Einzelne auf die rechte Weise aufnehmen kann. Dass der Buchstabensinn des Wortes von der Art ist, dass der Mensch jedes Dogma, welches er immer ergreift, aus diesem Sinn begründen kann, geht deutlich aus den vielen Ketzereien hervor, die in der Kirche bestanden und noch bestehen, und von denen jede von den Sektierern aus dem Buchstabensinn des Wortes begründet wird, und zwar so sehr, dass man völlig glaubt, es sei so; und wenn sie das Wahre selbst aus dem Himmel hörten, würden sie dann doch nichts davon annehmen. Die Ursache ist, weil ihnen das Verständnis der Kirche fehlt.
Das Verständnis der Kirche bildet sich, wenn der Mensch das Wort liest, und eines mit dem anderen fleißig vergleicht, und dadurch inne wird, was man glauben und was man tun muss Das geschieht nur bei denen, die vom Herrn erleuchtet und auch wirklich in der christlichen Welt Erleuchtete genannt werden, und diese Erleuchtung wird nur denen zuteil, die sich sehnen, die Wahrheit zu erkennen, nicht um des Ruhmes und der Ehre, sondern um des Lebens und des Nutzens willen.
Diese Erleuchtung selbst wird vom Verstande des Menschen aufgenommen, denn das Verstandesgebiet ist es, das erleuchtet wird. Dies geht deutlich daraus hervor, dass diejenigen, die wenig Verständnis haben, durchaus nicht solches aus dem Worte sehen können, sondern denen Glauben schenken, die sie für Erleuchtete halten. Außerdem muss man wissen, dass die, welche wiedergeboren sind, vom Herrn einen Verstand bekommen, der erleuchtet werden kann. Das Licht des Himmels vom Herrn ist es, das in ihren Verstand einfließt und ihn erleuchtet. Denn nicht anderswoher hat der Verstand sein Licht und seine Sehkraft, und daher sein Innewerden.
Aber das Verständnis, das der Kirche angehört, ist ein inwendigeres, als das Verständnis, das sich nur aus den wisstümlichen Kenntnissen bildet, denn es ist ein Innewerden, dass etwas sich so oder anders verhalte, nicht weil die Wissenschaft und die Philosophie, sondern weil das Wort in seinem geistigen Sinne so lehrt, so z.B. können diejenigen, die in dem Verständnis der Kirche sind, klar erkennen, dass das Wort im ganzen wie im einzelnen lehrt, die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten seien die wesentlichen Dinge der Kirche, und dass das Leben des Menschen nach dem Tode bleibe, wie auch, dass sein Leben aus den Trieben seiner Liebe hervorgehe. Ferner, dass der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube kein Glaube sei, und dass der Glaube nichts zum ewigen Leben beitrage, außer insoweit, als ihm das Gute der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten beigefügt wird; dass daher beide verbunden sein müssen, damit ein geistiges Leben entstehe. Dass dies Wahrheiten sind, können diejenigen deutlich erkennen, die einen erleuchteten Verstand haben. Die ihn aber nicht haben, können es durchaus nicht sehen.
Man glaubt, diejenigen hätten Einsicht in den kirchlichen Dingen, welche die Dogmen oder Lehrbestimmungen ihrer Kirche sehr zu begründen wissen, und zwar bis zu der Beredung, dass es sich wirklich so verhalte, und auch diejenigen, die viele Ketzereien geschickt zu widerlegen verstehen. Gleichwohl ist dies nicht das Verständnis der Kirche, denn ein Dogma begründen ist nicht Sache des Verständnisses, sondern des Scharfsinnes im Gebiete des Sinnlichen, und diese Gabe besitzen bisweilen die Schlimmsten, und auch diejenigen können es, die durchaus nichts glauben, und auch die, welche sich im Falschen selbst befinden. Diesen und jenen ist nichts leichter, als das zu begründen, was ihnen beliebt, und zwar bis zu dem Grade, dass die Einfältigen überzeugt werden.
Das Verständnis der Kirche aber besteht darin, dass man, ehe ein Dogma begründet wird, innerlich wahrnimmt und erkennt, ob es wahr sei oder nicht, und hernach es begründet; das ist das Verständnis, das durch Ephraim vorgebildet wird.
Das Gute der Kirche aber, was durch Menasche vorgebildet wird, ist das Gute der Liebtätigkeit, das vom Herrn dem Menschen der Kirche durch die Glaubenswahrheiten eingeflößt wird, denn diese fließen zugleich mit dem Guten der Liebtätigkeit in das Verstandesgebiet ein und erleuchten es, und bewirken, dass Verstand und Wille ein Gemüt bilden. Beide, nämlich das Verstehen und das Wollen, sind vom Inneren geboren, wie man deutlich aus dem ersehen kann, was früher schon öfter gesagt und gezeigt wurde, denn jede Neigung zum Guten und Wahren, durch die Erleuchtung entsteht, fließt nirgends anderswoher ein, und wird also durch nichts anderes geboren, als durch das Innere, d.h. durch das Innere vom Herrn. <HG 6222>
“Und Jehova sprach zu Mose”, 2.Mose 30/34, bedeutet abermals Erleuchtung und Innewerden durch das Wort vom Herrn.
Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es sich auf Jehova bezieht, sofern es Erleuchtung und Innewerden bezeichnet; ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er das Wort darstellt, und dass Jehova im Wort der Herr ist, in den angeführten Stellen.
Hieraus erhellt, dass durch “Jehova sprach zu Mose” bezeichnet wird Erleuchtung und Innewerden durch das Wort vom Herrn. Dass dies bezeichnet wird, kommt daher, weil der Herr mit dem Menschen der Kirche nicht anders redet, als durch das Wort, denn alsdann erleuchtet Er, so dass der Mensch das Wahre sieht, und gibt auch ein Innewerden, so dass er innerlich vernimmt, dass es so sei. Dieses geschieht aber nach der Beschaffenheit des Verlangens nach dem Wahren beim Menschen, und das Verlangen nach dem Wahren bei ihm verhält sich wie seine Liebe. Die, welche das Wahre lieben um des Wahren willen, sind in der Erleuchtung, und die das Wahre lieben um des Guten willen, die sind im Innewerden.
Der Herr hat aber mit Mose und den Propheten geredet mit lauter Stimme, aus dem Grund, damit das Wort veröffentlicht werden möchte, und dieses sollte so beschaffen sein, dass alles und das einzelne einen inneren Sinn hätte, daher auch diese Worte: Jehova sprach zu Mose. Die Engel, die im inneren Sinn sind, wissen nichts von Mose, weil die Personennamen nicht in den Himmel eingehen, sondern statt Mose werden sie das Wort inne, und der Ausdruck sprechen verwandelt sich bei ihnen in etwas, das dazu passt, so hier in “erleuchtet werden und innewerden”; auch ist sprechen und reden, wenn es vom Herrn durch das Wort geschieht, nichts anderes in der Vorstellung der Engel. <HG 10290>
Den echten Sinn des Wortes fassen keine anderen als die, welche erleuchtet sind, und erleuchtet werden nur diejenigen, die in der Liebe und im Glauben sind an den Herrn; denn ihr Inneres wird vom Herrn bis in das Licht des Himmels erhoben. <HG 10323>
Der Herr erklärt einigen über die Gestaltung der Seelen von Raubmördern und sagt anschließend:
Um das Geheimnis des Reiches Gottes zu fassen in aller Tiefe der Tiefen, müsst ihr zuvor im Geiste wiedergeboren sein, was für euch jetzt noch unmöglich ist. Erst wenn der Menschen Sohn wird dahin zurückgekehrt sein, von wo Er gekommen ist, so wird Er dann den Geist aller Wahrheit, der heilig ist, zu euch senden; der wird euch erst völlig erwecken, wird vollenden eure Herzen und erwecken den Geist aller Wahrheit in euch, d.h. im Herzen eurer Seele, und ihr werdet durch diesen Akt dann wiedergeboren sein im Geiste und im hellste Lichte alles sehen und verstehen, was die Himmel fassen in ihren Tiefen.
<JE IV,133/8>
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Der Herr gibt jedem das Verständnis des Wortes
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