Da kommen wieder frische Ankömmlinge, geführt von dem Wirt, und suchen einen bequemen Platz. Da sieht der eine den Jakobus an und spricht: „Beim Zeus, ich muss dich doch kennen, bist du nicht einer von denen, die mit dem Wundermann herumgezogen sind?“ Spricht Jakobus:“ Ja Herr, du hast recht, ich aber habe dich noch nicht gesehen. Unser Meister ist nicht mehr im Fleische, aber in Seinem Geiste wirke ich in Seinem Auftrage“. „Setzen wir uns hierher“, sagte er zu seinen Begleitern, „der Mann ist mir jetzt das Wichtigste“. Während sich die drei platzierten, schaute Jakobus den Mann an, dann kam die Erleuchtung. Nach dem Abendmahl bestellten die Anderen Wein, auch für Andree und Jakobus. Dann sagte der Mann: „ Ich bin Darius, ein römischer Kommissar, und habe einmal im Gefolge des Statthalters ganz Judäa bereist, aber nur ein einziges Mal den Heiland und Meister gesehen, am See Genezareth. Leider rief die Pflicht, da war es nicht möglich, mich ganz zu orientieren, aber was ich hörte, war groß! Leider war der Abschluss dieses seltenen Mannes nicht erfreulich. Aber diese Gerüchte hören nicht auf, was geht denn in Judäa vor?“ Spricht Jakobus: „Herr, große Dinge haben sich ereignet. Es ist in Wirklichkeit wahr, unser Meister starb am Fluchholz, aber Er ist wahrhaftig nicht im Tode verblieben und hat uns zu Sendlingen Seiner Lebenslehre gemacht“. Spricht Darius: „Man sagt, dies sei der größte Volksbetrug, darum liegt mir daran, Licht und Klarheit zu erhalten. Habe ich mit Juden gesprochen, wurde der Meister als Volksbetrüger hingestellt, redete ich aber mit meinen Stammesgenossen, klang es ganz anders. Bist du aber, nach deinen Worten, ein Sendling deines Meisters, musst du dieses auch belegen können. Siehe, hier ist meine Beglaubigung meines Kaisers mit allen erdenklichen Vollmachten, was kannst du aufweisen? Es ist mein Recht, dich danach zu fragen, obwohl ich den Nazarenern gut gesinnt bin“. Spricht Jakobus: „Herr, ich kann nichts aufweisen als nur das, was mein Meister, Herr und Gott in mich legte, obwohl dasselbe auch in dir liegt. Es ist auch schwer zu beweisen, da ja der Glaube an den Meister und Seine Lebenslehre sich nicht auf Beweise stützen soll, anderseits ist es kaum möglich, den Gegner zu gewinnen. Wir, als die Sendboten Seiner Lebenslehre, handeln nur auf Geheiß des Meisters, Herrn und Gott, der uns jederzeit Anweisungen gibt, die ich in mir vernehme“. Spricht Darius: „Das ist mir neu, in dieser Art habe ich noch von niemanden etwas gehört. Du aber hast mich recht neugierig gemacht und hätte gerne gewusst, welche Anweisungen dein Meister für mich gibt?“ Jakobus: „Herr, es ist wenig und doch viel. In deiner Macht liegt es, den 19 Gefangenen die Freiheit wieder zu geben, die ein gewinnsüchtiger Händler hier verkaufen will“. Darius: „Was sagst du, es kann unmöglich wahr sein“. Jakobus: „Herr, noch nie hat mir mein Meister etwas gesagt, was nicht zugetroffen wäre. Dort links, am dritten Tisch, sitzen die Händler“. Darius: „Kannst du mir auch sagen, wo die Gefangenen sind, hast du sie gesprochen?“ Jakobus: „Ich habe sie weder gesehen, noch gesprochen, aber die Wagen sind es, die bewacht werden“. Darius: „Wenn deine Angaben stimmen, soll auch dein Meister zufrieden sein. Nun sage mir noch deinen Namen, deinen Worten bringe ich keinen Zweifel entgegen“. Jakobus: „Ich bin Jakobus, der Bruder des Menschensohnes Jesu, ein Jünger aber des Gottessohnes Jesu!“ Darius: „Es genügt mir. Bleibet ruhig am Tisch sitzen. Du Fabian, gehe hinaus ins Zelt, alle Mann haben sich sofort ohne Pferd zur Verfügung bereit zu halten“. Darius geht hin zu dem bezeichneten Tisch, reicht den beiden Händlern die Vollmachten und bittet um ihre Ausweise. Die beiden erschrecken, aber sofort fassen sie sich und holen ihre Ausweise hervor. Darius, als er die Ausweise längere Zeit studiert hat: „Es ist aber nicht zu ersehen, welcher Art euer Handel ist. Habt ihr noch andere Schriftstücke bei euch?“ Levi, ein jüdischer Händler: „Herr, in meinem Wagen befindet sich alles Wünschenswerte, ich werde es gleich holen gehen“. Darius: „Nein, bleibe hier, meine Soldaten werden schon alles besorgen. Und, was wirst du sagen, Arnaut?“ – „Nichts“, erwiderte Arnaut, „ich kann dich bloß bitten, sei nicht allzu streng mit uns, denn für meine Ladung habe ich keinerlei Ausweise“. Darius: „Welcher Art ist dein Handelsgut?“ Arnaut: „Herr, persische Teppiche, Stoffe und 19 junge Menschen, denen ich eine Heimat und einen gütigen Herrn versprochen habe“. Darius: „Ich werde deine Angaben prüfen. Ehe ich mit euch weiter verhandle, wollen wir erst einmal die 19 Menschen herein holen“. Arnaut: „Herr, dein Wille geschehe, aber die Menschen sind in fast nacktem Zustand, Sklaven werden nicht anders transportiert“. Darius: „Ganz gleich, sofort herein holen. Aber du, Arnaut und du, Levi, ihr bleibet hier und verlasset das Zimmer nicht. Bitte, Fabian, rufe unsere Leute herein“. Welch eine Aufregung in diesem großen Gastzimmer, zusammengedrückt sitzen die Anderen da. Der Wirt hätte etwas unternommen, aber es war zu spät. Es kommen an 20 Soldaten herein, da spricht Darius zu seinem Unterführer: „Niemand verlässt dieses Zimmer. Mit zehn Mann sicherst du die Wächter und bringst dann die Gefangenen herein, aber in dem Zustand, wie du sie antriffst. Behandle sie als Menschen, es sind unschuldig Gefangene“. Der Unterführer gab einige Anweisungen, teilte seine Leute ein, ließ sich Fackeln geben und eilte mit den anderen hinaus. Es dauerte keine Viertelstunde, da kommt der Unterführer und spricht: „Herr, bestehst du darauf, die gefesselten Menschen herein zu bringen, sie sehen erbärmlich aus. Wir haben noch ein Zelt, darin könnte ich sie menschlich unterbringen“. Darius: „Du hast recht Humbert, tue, was dich dünkt, ich werde sie dann morgen in der Frühe vernehmen. Was hast du mit den Wächtern erzielt?“ Humbert: „Herr, sie sind froh, von uns abgelöst zu werden, denn sie hätten in jüdischen Tempeldiensten weiter verbleiben müssen, so sei es vereinbart“. Darius winkt Arnaut zu sich und fragt: „Bist du bereit, die Wächter in deinen Diensten zu behalten, denn sie sind froh, nicht länger Wächter zu sein?“ Arnaut: „Herr, was du anordnest wird geschehen, ich habe nun keine Verwendung mehr für sie“.
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