Luk. 15. Empfangen vom Herrn durch J. L. B., am 18. Juni. 1882
Liebe Kinder! Ich sage euch, es wird Freude sein (vor den Engel Gottes) über einen Sünder, der Buße tut, u.s.w. – ferner: dein Bruder ist heimgekommen ec.
Diese Verse bezeichnen den Grad göttlicher Liebe, zuerst bei den Engeln Gottes, welche sich freuen, wenn eine Seele den rechten Weg zu Mir findet, und diese Freude ist das Einverständnis mit Mir, weil Meine Freude hauptsächlich groß ist, wenn eine Seele wieder zu Mir umkehrt; denn es ist ein Gewinn für Mein Vaterherz.
Darum lasse Ich solche verlorene (und wiederkehrende) Söhne Meine Liebe doppelt fühlen, wie es im Gleichnis heißt: „der Vater schlachtete ein gemästetes Kalb und hielt ein Fest, weil sein Sohn wieder heimkehrte und gesund war.“
Wie weit aber diese Liebe bei Manchem von Denen sich findet, die sich „Meine Kinder“ nennen, das könnet ihr an dem andern Sohne sehen, der neidisch darüber war, dass die Freudenbezeugung über die Umkehr seines Bruders bei Mir so groß war, und der darüber murrte, weil er den Bruder bevorzugt glaubte. Er wollte in seiner Blindheit – statt die reine Freude über den Wiedergewinn seines Bruders mit Mir zu teilen – erst wieder mit demselben die Anziehungsmittel genießen, die Ich da anwende, wenn eine Seele umkehren will; denn da muss Ich sie ja mit allerlei Verheißungen locken, die den Übergang von der Welt zu Mir bilden, weil sie zu schwach und oft zu weit heruntergekommen ist, um Mich noch rein geistig auffassen zu können.
Oft muss Ich solchen Seelen ihr Gebet um äußere Dinge sogleich erhören, oft können sich dieselben besonderer Ahnungen rühmen, die dann zu ihrer Freude sich verwirklichen, so dass sie dankbar zu Mir aufschauen als Bevorzugte; diese Seelen sind sozusagen nicht „Kinder“ in solchem Zustande, sondern „Kindlein“, die mit Nachsicht und Liebe großgezogen werden müssen; während oft Andere, die schon lange Zeit vorher sich in Meinen Dienst begeben und durch schweren Kampf das Kindesrecht sich erworben haben, nicht viel von solchen Liebkosungen wissen, sondern mehr die schwere Arbeit fühlen, wenn sie Mir treu bleiben wollen, was daher kommt, weil Ich diese als reifere Seelen und größere Kinder, würdige, einen Teil von Meinem großen Haushalte zu übernehmen, und daher ihr Genuss mehr geistig sein soll, und frei von Neid und Überhebung gegen die Brüder.
Je näher eine Seele mit Mir in Verkehr kommt, desto mehr Selbst-Verleugnung muss sie anstreben, und zwar auf geistige Art; sie muss sich freuen können über die Gnadengaben ihrer Mitmenschen, und anstatt darüber – sei es auch nur im Stillen – zu murren, soll sie dankend zu Mir kommen, und Allem aufbieten, dieselben zu unterstützen, anstatt berechnend zu erwägen, ob dieser oder jener Bruder es wohl besser verdiene, als er selbst. Diese neidische Überhebung sitzt gar fein auch Meinen Kindern noch im Herzen, und Ich sage euch deshalb: prüfet euch genau, damit ihr Meine Liebe nicht betrübet, die entschlossen ist, denen nachzugehen, die euch am Unwürdigsten oft vorkommen, damit (wir) Alle zusammen ein wahres Freudenmahl einst feiern können.
Euer Vater.
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