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Bestimmung

Empfangen durch G. Mayerhofer, am 14. Februar 1875

Ein Freund und Bruder von dir fragt dich um Aufklärung über dieses Wort: „gibt es eine Bestimmung, Schicksal bei euch genannt, welchem kein Mensch entgehen kann, – oder nicht?“
Damit nun das rechte Wort an den rechten Mann kommt und auch bei manchen von euch noch die letzten Zweifel darüber gehoben werden, so will Ich statt deiner auf die Anfrage deines Bruders antworten, zumal es auch Stellen in der Bibel gibt, welche in diesem Sinne zweideutig ausgelegt werden können.
Damit also auch hier „Licht werde,“ so schreib denn, was Ich dir ins Herz legen werde. –
„Bestimmung“ (Schicksal) gibt es keine, außer dieser, zu welcher ihr alle geschaffen seid, d.h. Meine Kinder zu werden, oder zu Mir zurückzukehren von wannen ihr ausgegangen seid!
Alles andere ist falsch, denn mit „Bestimmung“ und fixierter Lebensbahn hörte oder müsste der freie Wille aufhören und der Mensch sänke zu einer Maschine herab, die aber auch für ihre Taten, gut oder schlecht, nicht mehr verantwortlich wäre, weil kein „Wollen“, sondern ein „Müssen“ sie zum Handeln zwänge, wo nicht mehr die Rede sein könnte von wirklichem Tatenleben oder freiem Unterlassen.
Wenn in der Bibel steht: „Alle eure Haare sind gezählt, und kein Sperling fällt vom Dache ohne den Willen des Herrn oder Meines Vaters“ – wie Ich dort sagte, so ist damit nicht gemeint, dass Ich es (direkt) so wollte, sondern dass Ich solches nur zuließ und Mir den (geistigen) Nutzen für Meine Sache daraus zu ziehen vorbehalte.
Es gibt (wohl) eine göttliche Vorsehung, wo Ich voraussehe, dass nach diesem oder jenem Handeln oder Gebaren dieses oder jenes folgen muss, – eine Voraussicht, die bei Mir allumfassend und bei euch beschränkt ist; bei Mir heißt sie wohl Allwissenheit und würdet ihr bei allen euren Handlungen, Gedanken und Ideen aufmerksam zu Werke gehen, so könntet auch ihr in manchen Dingen voraussehen, was kommen muss als Folge des Vorhergehenden, aber statt „vorsichtig“ zu sein, um die Eigenschaft der Voraussehung auch nur im beschränktesten Maße zu erlangen, seid ihr unvorsichtig oder gar meistenteils stockblind, tappet im Finstern herum, und wenns nicht geht, wie ihr glaubt oder wollt, so wird es dem guten Herrgott in die Schuhe geschoben, „Der hat es so gewollt, und so nehme Er auch die Verantwortung auf Sich.“ –
So ist euer philosophischer Schluss abgetan, und ihr werdet nach keinem Unglücksfalle gescheiter, ihr bleibet wie früher unmündige Kinder, die man am Gängelbande führen sollte.
„Bestimmung“ gibt es wohl noch in einem Falle, wo Geister aus anderen Welten als Erdenkinder eingekleidet werden, da es sich um den Prüfungs- und Läuterungsweg handelt, welchen ein jeder Geist zu seinem geistigen Vorwärtsschreiten bedarf; allein der ganze Lebensgang, ob er seine Mission zu seinem eigenen Besten erfüllt oder nicht, muss ihm, als freiem Geist und freiem Menschen, allein anheimgestellt werden.
Die verschiedenen Verkettungen menschlicher Schicksale, die nicht in eurer aber in Meiner Hand liegen, wo oft eure Pläne durchkreuzt, aber auch manchesmal begünstigt werden, dieses ist keine bindende Bestimmung für euch, denn ihr habt den freien Willen, und könnet tun, was ihr wollt, das Benützen eures Gebahrens zu Meinen Zwecken ist und bleibt aber stets Meine Sache.
Sehet einmal den unruhigen Geist eines Menschen an, der mit Nichts zufrieden stets höher und höher, oder mächtiger und mächtiger, oder reicher und reicher werden möchte; wo ist das Ziel, das ihm einen Stillstand in seinen Wünschen, seinen Forderungen brächte? – Seid versichert, wenn Ich den Menschen machen ließe, was er will, so hätte er, wenn es solchem möglich wäre, Mich schon längst von Meinem Platze als Alleinherrscher verjagt und sich auf denselben geschwungen; wie aber dann sein Regieren ausfallen würde, das ist noch eine große Frage? Und ob er – auch an Meinem Platze – erst zufrieden wäre!?
Sehet eure Eroberer, eure Krösuse, eure Gelehrten an! Wäre nicht Ich, Der ihnen einen Hemmschuh anlegte, ihnen ein „bis hierher und nicht weiter“ zurufen würde, sie hätten schon längst wenigstens diese kleine Erde ganz anders gestaltet und verändert.
Ihr hättet schon längst eine ganz andere „Bestimmung“ oder „Schicksal“, als wie ihr als freie Menschen und freie Geister sie erhalten habt, ihr wäret schon längst Knechte und Sklaven einzelner herrschsüchtiger Menschen geworden, die euch, wenn es möglich, selbst das freie Denken verboten hätten; sie hätten euch eine „Bestimmung“ oder ein „Schicksal“ gegeben, wie ihr es im Allgemeinen der ganzen Tierwelt auferlegt habt, wo keines euer Freund, sondern jedes (?) nur euer Knecht sein muss.
So ist also „Bestimmung“ und „Zulassung“, oder Meine Vorsehung und Allwissenheit wohl von einander zu unterscheiden.
In den speziellen Fällen, die dir dein Bruder und Freund schreibt, wissen die Fragenden nicht, wie oft vielleicht eine innere Stimme diesen verunglückten Mann gewarnt, nicht so leichtsinnig an Maschinen, wenn sie in Bewegung sind, heranzutreten; diese warnende Stimme wusste sehr wohl, dass ein oder das andere Mal die Folge der Unachtsamkeit das Resultat sein wird, welches ihr jetzt erlebt habt.57
Die Gedanken des Verunglückten konntet ihr nicht wissen, und er selbst beachtete sie ebensowenig, wie die Folge zeigte, und so geschah, was durch andere Zufälligkeiten herbeigeführt, einmal in der Möglichkeit des unvorsichtigen Handelns lag. –
Ich habe euch in einem andern Worte von den Geistern gesprochen, welche sich zur Aufgabe gemacht haben, während eures Lebenslaufes eure steten Begleiter und Führer zu sein; Ich habe euch auch wo anders gesagt, dass ihr nie allein, sondern stets von Geistern umgeben, bald von guten, bald von schlechten beeinflusst werdet, weil die Geister, obwohl dem Auge geschieden von euch, doch unsichtbar das immer sind, was sie zu Lebzeiten waren, d.h. „Menschen“, nur in andern Verhältnissen und mit anderer Umkleidung angetan.
Diese Geister nun, ein jeder nach seiner individuellen Ansicht, suchen euch dahin zu leiten, wo sie es für am Besten glauben, oder wo sie am liebsten während ihres Lebens selbst hingingen.
Diese Geister beeinflussen euch, die Guten warnen, die Bösen beschwichtigen; allein euch bleibt es doch selbst überlassen, zu wählen, was ihr wollt; es ist auch hier nur ein Wink gegeben, nicht Befehlen, was euer Gewissen euch oft sagt, und sodann die Befolgung euch davon selbst überlässt.
Allein, was tut ihr denn alle meistens? Ihr ignoriert meist eure innere Stimme, sobald sie nicht so spricht, wie ihr es gerne höret, – und dem folgt das Resultat eigener Handlung, welche ihr dann natürlich nur selbst verantworten müsst!
Es fehlt keinem Menschen diese innere Stimme, aber es fehlt meistens Allen der Wille, ihren Einflüsterungen zu rechter Zeit zu gehorchen, und nur wenn das Unglück und herbe Schicksale eintreten, wo diese Stimme lauter und dringender wird, nur dann wird ihr Gehör geschenkt, aber oft leider zu spät.
Das meiste Unglück auf der Welt kommt immer vom Eigenwillen der Menschen selbst her, so auch Krankheiten und Todesfälle; weil die Menschen, mehr den Bedürfnissen ihres Gaumens nachgehend – den Naturgesetzen entgegenhandeln, und so, da die Gesetze sich nicht ändern, der Gesundheits-Zustand in Unwohlsein und Krankheit übergehen muss.
Sieh, die Menschen haben sich schon bedeutend ihre eigene Lebenszeit verkürzt; Tausende sterben hin, ehe sie noch wissen, warum sie eigentlich auf die Welt gekommen sind; andere Tausende schleppen sich krank herum, siechen langsam hin, sind nicht tot, nicht lebendig, sich und Anderen zur Last; Andere wieder, schon von Geburt aus mir schlechtem Blut und Säften, wer weist, in welchem Momente der Geistesabwesenheit gezeugt, tragen den Keim des Todes als Erbteil im Mutterleibe schon in sich, setzen dann unbewusst dieses gesetzwidrige Leben fort, ohne zu wissen, was sie eigentlich tun, und sterben bald, manchmal Kinder hinterlassend, die zum angeerbten Krankheitsstoffe (der Voreltern auf diese Eltern) nun wieder neuen von ihrem eigenen Vater oder Mutter dazu erhalten, und dann wohl selbst wieder noch während ihres Weiterlebens welchen dazu fügen.
So würde die Menschheit langsam der Auflösung entgegengehen, wenn nicht Ich ins Mittel greifen und mitten unter dem irdischen Treiben den geistigen funken im Menschen erwecken würde, der selben weit über seine irdische Hülle hinaustragend ihm beweisen soll, dass die Seele Herr des Leibes, und nicht der Leib mit feinen Gelüsten die Macht der Seele unterdrücken soll, damit die Menschen begreifen lernen, dass sie essen, um zu leben, aber nicht leben, um zu essen; weil eben durch Speise und Trank die meisten (Leibes- und oft auch Seelen-) Übel erwachsen, wenn auf diesem Wege Elemente in Masse eingeführt werden, die den Gesetzen zuwider, der menschlichen Natur nicht anpassend sind.
So verstehe die Klagen oder die Vorwürfe, welche die beiden Ehegatten deines Bruders machen, da sie gerne den Verlust ihrer Kinder als „Bestimmung“ ansehen, und selben Mir zur Last legen möchten! –
Damit sie aber begreifen, was sie eigentlich noch nicht wissen, so will Ich ihnen vorerst erklären, was denn eigentlich die „Blattern“ oder „Pocken“ sind, und dann ihnen sagen, wie weit sie an dem Tode ihres Kindes schuld sind oder nicht.
Wenn nämlich angenommen werden muss, dass es in der Natur Gesetze gibt, die keine Abänderung erleiden, und gegen welche niemand ungestraft fehlen kann und darf, so müsst ihr auch annehmen, dass als Ich den Menschen erschuf, Ich ihn auch so baute, dass seine Organe mit den Produkten seinem Erdballes, voll denen er sich die Nahrung holen muss, in Harmonie standen.
Diese Gesetze wurden aber nach und nach stets mehr vernachlässigt und unterdrückt, und man sündigte dagegen, weil eben meistens keine plötzliche Strafe gegen die Versündiger eintrat, und die Menschen sich so selbst einschläferten, mit der Ausrede: „ich habe Dieses oder Jenes schon oft gegessen oder getrunken, oder getan, und es hat mir nie Etwas gemacht!“
Mit dieser kurzen Ausrede beschwichtigen sich wohl Viele, aber Keiner von ihnen entfernte damit das Übel, welches nach und nach anwachsend, endlich eine ganze Revolution in allen Organen, oder Krankheit, oder selbst den Tod herbeiführte.
So wurde das Verfehlen gegen Meine Gesetze in der unmündigen Jugend oder im
reifen Alter erst bestraft, wenn die Organe ihrer Tatkraft entblößt, im Alter dem Übel nicht mehr steuern konnten, und der alternde Mensch früher ins Grab steigen musste, als es seiner Lebensbahn eigentlich angewiesen war. –
In manchen Fällen tritt der Umstand ein, dass eben gesetzwidrige Elemente sich im Blute oder in den Organen abgelagert haben, wodurch ein weiteres Fortarbeiten der Seele nicht mehr möglich ist, – und sie nun den letzten Anstrengungs-Versuch macht, alles Gesetzwidrige mittelst der Haut auszuscheiden, welchen Prozess, wo er auf der Haut sodann auftritt, ihr die „Blattern“ oder „Pocken“ nennt! (Aussatzart?)
Gelingt es nun der Seele, auf diesem Wege ihren Körper von allen fremden Elementen zu befreien, welche sie bis jetzt an der Ausbildung ihres Körpers hinderten, so ist dann für längere Zeit der Gesundheitszustand gesichert, vorausgesetzt, wenn die Lebensweise, die nämliche (verkehrte) wie früher, nicht fortgesetzt wird; gelingt es ihr nicht, fehlt es an Energie der Organe, Alles im Innern auf die Haut-Oberfläche zu treiben, oder gehen unvorsichtige Fehler des Behandelnden eines solchen Kranken vor sich, wodurch die Seele auf halbem Wege aufgehalten wird, so erfolgt der Tod, als natürliche Folge, weil unter solchen Umständen kein weiteres Funktionieren des menschlichen Körpers mehr möglich war.
Dass dann diese auf die Haut getriebenen Gifte beim Abfallen von der Hautoberfläche, da sie Pilzen und anderen Schmarotzerpflanzen gleich – ebenfalls mit kleinen Haken und Dornen versehen, sich an Alles leicht anhängen, eingeatmet bei den Mitlebenden die nämliche Krankheit hervorrufen (wo sie Stoff dazu finden), und daher ansteckend sind, dieses könnet ihr bei jedem Auftreten solcher Krankheit aus Erfahrung wissen, wo sie von einem Hause zum andern getragen, oft ganze Dörfer und Ortschaften dezimieren.
Bei Kindern ist es meistens der Fall, dass die angeerbten Giftteile, die die Eltern meist – ohne es zu wissen – durch salzige oder halbverweste Speisen und starke Getränke vermehrt in sich getragen, nun die Seele (Lebenskraft – der Kinder) am Ausbilden ihres Organismus hindern, woher eben diese Krankheit bei Kindern mehr als bei Erwachsenen auftritt, weil die Organe des Kindes noch weniger Gifte vertragen können als die Ausgewachsener.
So haben auch deine Freunde teilweise Schuld daran, dass wenigstens das eine Kind die Blattern bekam, sie sodann dem zweiten mitteilte, weil sie – obwohl unbewusst – ihren eigenen Leib mit Elementen genärt haben und noch nähren, welche Meinen Gesetzen zuwiderlaufen.
Es ist umsonst, ich kann die Welt nicht abändern, denn sonst hätte Ich sie nicht vollkommen gemacht, sie wurde geschaffen im Großen wie im Kleinen perfekt, d.h. vollkommen, wenn aber die Menschen gegen Meine Natur- und Lebens-Ordnung sündigen, so ist es weder „Bestimmung“, „Schicksal“, noch „strafe Gottes“, sondern eine natürliche folge, wo das eine Gesetzwidrige stets wieder Unnatürliches herbeiführen muss.
So, eben weil die Menschen Mich, die Weit, ihre Erde, ihren eigenen Körper nicht kennen, so verkürzen sie sich das Leben, verbittern sich ihr Dasein, und kommen dann unreif und im Geistigen mangelhaft in einem Geister-Reiche an, wo ihnen Vieles nachzuholen übrig bleibt, und sie also erst das Versäumte und dann das Nötige sich aneignen müssen.
Dieses schreibe deinem Bruder mit dem Rate, er selbst, sowie seine Freunde und Brüder in K. sollen zu einem naturgesetzlichen Leben zurückkehren, sollen bedenken, dass nur in einem gesunden Körper eine gesunde Seele frei und tätig sein kann, und dass nur in einem gesunden Körper aber auch alle Mittel liegen, sein Probeleben so lange zu fristen, als es für dieses Prüfungsleben nötig ist, um, so wie es Meine Gesetze erheischen, langsam und sanft vom Irdischen ins Geisterleben überzugehen, und dort weiter auszuführen das, zu was
hier auf Erden die Grundbasis gelegt wurde!
Amen!

57 ein junger tüchtiger Fabrikbesitzer ward von einer Welle erfasst und in 11/2 Minuten 150mal umgedreht, infolge dessen er verstarb. D. Hsg.

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