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Wenn Gott mit mir – wer ist gegen mich! (Aus einem Briefe an Brd. Salabsky)

Empfangen durch G. Mayerhofer, am 12. Februar 1871

Nachdem du, Mein lieber Schreiber, so tüchtig Mir vorgearbeitet hast, so will Ich nun deinem Wünsche Folge leisten, und Meinem Sohne S. Frieden, Trost und Stärke durch Meine Worte zukommen lassen. –
So höre, Mein lieber Sohn, du beklagst dich wegen deinen Verhältnissen, die dich so in die Enge treiben, dass du – gehst du den weltlichen Ideen nach – keinen Ausweg findest.
Du führst die Stelle an, wo Ich vor Kurzem dir sagte, du sollst Alles tun, um dir eine sorgenfreie Stellung zu verschaffen, um deine Verpflichtungen gegen deine Familie erfüllen zu können.
Siehe, Mein liebes Kind, als Ich dir dieses sagen lies, da wusste Ich wohl, wie es um deine materiellen Verhältnisse steht; Ich weiß aber auch, wie es mit deinen geistigen ist; und wenn Ich dir anriet, für das Weltliche zu sorgen, so wollte Ich dich bloß dadurch anspornen, die Abhilfe nicht wieder bei der Welt, sondern bei Mir zu suchen!
Teilweise durch deinen letzten Brief und auch teilweise durch dein emsiges Flehen im stillen Gebete hast du es getan. Nun soll dir auch Trost und Frieden werden, aber vorerst muss Ich dich erinnern, dass dein Vertrauen zu Mir unerschütterlich sein muss; sei eines Sprichwortes auf eurer Erde eingedenk, welches heißt: „Wer sich auf Menschen verlässt, der ist verlassen!“ Was will das sagen? Denn siehe, solche Sprichwörter – meist von schlichten einfachen Natur-Menschen erfunden – haben oft tiefere Wahrheiten zum Grunde, als mancher ausgehegte philosophische Unsinn eurer sogenannten Gelehrten.
Nun dieses Sprichwort will sagen mit anderen Worten: Vertraue auf Den, Der auch die Spatzen auf dem Dache nicht vergisst! und das sollst du auch tun; lass nur Mich sorgen, dir deine Ausstände einzutreiben, du kannst keinen besseren Verwalter finden, als Mich. –
Horche Meiner Stimme in deinem Innern, und bei jedem Schritte, den du tun willst, weil es dein eigenes Interesse und der Trieb der Selbsterhaltung fordert, wirst du von Mir erfahren, ob Ich dein Gebaren billige oder nicht. –
Habe Vertrauen in Mich, und du wirst ein anderes Sprichwort dann auch erfüllt sehen, welches heißt: „Wenn die Not am größten, ist Gott am nächsten“. So wird es auch sein; bis jetzt habe Ich dich geführt, dich geleitet, durch verschiedene Wege, aber doch stets nach Einem Ziele, d.h. zur (wachsenden) Vereinigung mit Mir. Wie oft – denke ernstlich nach – wie oft hast du Meine Hand sichtlich gefühlt, die in dein Schicksal eingriff, und dich wohl manchmal gegen deinen Willen und Erwarten dahin brachte, wo auch du diese Hand segnen musstest.
Nun, wenn du diese Führungen in deinem Lebenslaufe nachweisen kannst, warum zweifelst du jetzt, als ob Ich dich im Stiche lassen werde? – Siehst du, wie wenig Vertrauen du doch eigentlich besitzest, du willst es zwar Andern und dir selbst weiß machen, als hättest du unbegrenztes Vertrauen zu Mir, und doch – dein letzter Brief mit der Bitte an Mich, wo du den Welthimmel so schwarz siehst, zeigt deutlich, ja deutlicher als du es selbst willst, dass dieses Vertrauen, was dir die Ruhe und den Trost geben könnte, doch noch nicht in deiner Brust sich fest eingenistet hat.
Mut, Mein Kind! Ich bin ja dein Vater, dein Beschützer, Der dich liebt, Der eine große Freude an deinen geistigen Fortschritten hat. Mut! – rufe auch du aus: „Wenn Gott mit mir, wer mag da gegen mich sein!“
Lasse die Welt ihre Schleichwege gehen, getrieben von schlechter Selbstsucht; fliehe zu Mir, in Meinen Armen erhältst du Trost und Ruhe; wenn Gott dich beschützt, was fürchtest du der Menschen Treiben! –
Sei versichert, je mehr du dich Mir näherst, desto mehr wird die Welt zwar feindlich sich dir entgegenstellen, allein der Sieger werde doch am Ende Ich bleiben! –
Bei Mir suche deinen Frieden, – und deine Sorgen lege in Meinen Schoß, dann wirst du aller Zweifel los!
Amen.

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