Eine Reihe von Kennzeichen unserer Zeit wurden uns hier in diesem Heft vorgeführt, und zwar meist betrübender Art; so sollten denn auch einige erfreulichere folgen, und zwar als eins der denkwürdigsten Zeichen – einige Zeugnisse Neuer Gottesoffenbarung im Wort – wovon zwar die vorstehenden Abschnitte schon reden, aber auch das ganze Heft- und unsere Schriftsammlung sind ja Belege dafür; man prüfe wohl nach Johs. 7, 17.
Empfangen durch Hanne L. B. (Th. B.), am 4. Februar 1883
„Es kann Niemand zu Mir kommen, es sei denn, dass ihn ziehe der Vater, der Mich gesandt hat; und Ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Es steht in den Propheten: sie werden Alle von Gott gelehrt sein. Wer es nun hört vom Vater und lernt es, der kommt zu Mir.“
Joh. 6, 44 ff.
Liebe Kinder! Vor nahe 2000 Jahren schon war es dem Volke, das Mich hörte und sah, ein ganz besonderes Anliegen, ganz genau zu erforschen, wer Ich (Jesus) sei?
Wäre Ich mit äußerer Pracht und Ansehen erschienen, und hätte (diesbezüglich) Wunder getan, so würden gleich Viele an Mich als Gott geglaubt haben, weil solches ihren Begriffen (vom Auftreten eines Solchen) mehr entsprochen hätte; denn diese (ihre Begriffe) waren und sind, weil nur vom (menschlich beschränkten) Verstand ausgehend, heute noch verdunkelt, so dass sie in der Herrschsucht und Welt-Ehre das Bedeutendste und Beachtenswerteste erkennen, das aber Meiner Ordnung geradezu ganz entgegengesetzt ist; denn wo Ich wirke, da herrscht Demut und Selbstverleugnung; Ich zeige Mich groß im Kleinsten und Schwachen.
Schon Meine Geburt war für die äußere Wahrnehmung die größte Niedrigkeit, so wie auch Mein ganzes Erdenleben von Armut zeugte und Mein Tod eine Schmach war; aber nur vor den leiblichen (Welt-) Augen, während Solche, welche dessen Bedeutung und Tragweite mit den Geistesaugen erkennen durften, keinen Ausdruck für die Größe Meiner Liebe und Demut fanden; denn solches Innewerden und Erkennen beruht auf der Geistessprache, wodurch ihr ganzes Wesen beeindruckt und zu Mir hingezogen ist; es ist „der Vater“ (oder „die ewige Liebe“), die sie zieht.
Sowohl unter den Himmelsbewohnern, als auch schon unter Menschen gibt es Solche, doch gar Wenige, die den Vater in der Größe Seiner Liebe teilweise erkennen; denn es reicht die Ewigkeit nicht aus, dieselbe ganz zu ergründen, weil sie immerfort in neuen Schöpfungen ausströmt.
Es ist diese ewige Vaterliebe eine unversiegbare Quelle, die von Mir ausgeht, als dem Schöpfer Himmels und der Erde.
Alles habe Ich aber so geschaffen und eingerichtet, dass Meine Wesen und hauptsächlich die Menschen mehr an Meiner Liebe als an Meiner Macht und Gerechtigkeit sich erlaben sollen; und seht, die Meisten suchen gerade dagegen zu handeln, und wollen Meine Allmacht und Gerechtigkeit obenan setzen, wodurch für sie eine Annäherung an Mich mehr und mehr unmöglich wird, weil sie durch die Sünde (d. i. der Widerspruch gegen den göttlichen Willen und Seine Ordnung) immer ohnmächtiger werden, (ein wichtiger, so oft übersehener Wink).
Diese Annäherung wieder herzustellen, dazu zog Ich das Gewand der Demut (im Menschensohn als Hülle) aus der Liebe an durch den irdischen Fleischleib, welchen aber die Menschen Mir mit Hass abzogen.
Ich kam dann zu ihnen im Auferstehungsleibe, um also auch nur Einige wieder zu beglücken und Mein Friedensreich nach und nach zu gründen, was auch bis jetzt noch seinen Fortgang hat, aber nur ganz gemächlicher Art; und soll nicht abermals eine völlige Niederlage Meines Volkes eintreten, so muss Ich wiederum eine ganz einfache Hilfe Solchen bringen, die noch Willens sind, Meine Liebe anzunehmen.
Es geschieht dies durch den inneren Verkehr mit Mir, der dadurch wieder mehr angefacht wird, dass Ich einzelne Menschen berufe, um nun abermals Worte von Mir niederzuschreiben für alle Meine Kinder, und dadurch wieder mehr Liebe und Vertrauen in ihnen zu wecken und zu erhalten.
Sehet! welche abermalige Herablassung und Demut die ewige Liebe beweist, sie geht direkt Selbst aus, um Gegenliebe zu erbetteln, und wird darüber von den Weltkindern, (Meinungsbe-) Herrschern und Gelehrten (wie einst, wieder) verhöhnt und verspottet; denn diese beurteilen Mich nach ihrem eigenen stolzen Ich, und vergessen, sich nach dem Kreuze auf Golgatha zu wenden, wo die gemeinsten Menschen und Verbrecher Hand an Mich legen durften, weil Meine tiefe, unergründliche Liebe und Weisheit es so für gut fand.
Wiederum finden die Menschen nun dieses Vertrauen Einzelner auf Meine Liebe und Meine Annäherung lächerlich und zu unbequem, um sich auch nur bei dem Gedanken daran aufzuhalten, welches doch für Zeit und Ewigkeit den allergrößten Segen bringt.
Ihr aber, Meine lieben Kinder, fürchtet euch nicht! Die Worte, die Ich einst in diesem Kapitel aussprach, gelten auch euch; leset sie aus Liebe zu Mir, und Mein h. Geist wird euch deren wahren Sinn aufdecken.
Amen! Euer Vater in Jesus.
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