Empfangen durch Jakob Lorber, Graz, am 8. März 1850
Die Menschen haben sich seit langer Zeit her eine schlechte Ordnung zusammengestellt, die das Gepräge des ägyptischen Kastenwesens nur zu deutlich an sich trug. Die Menschheit aber fühlte sich, und ward inne, dass ihr Wert nicht in den Kastenstufen, die von den Regenten geschaffen wurden, sondern nur in der Ausbildung ihrer inneren geistigen Kräfte liege; und es fing die Menschheit darob über die Großen und Regenten zu murren an; aber die Großen und Regenten wollten dies gerechte Murren nicht verstehen, und stopften gewaltsam jedem den Mund, der es mit seinem Murren zu offen und zu laut trieb. Dies eigenmächtige Geschäft der Großen und Regenten benannte die Menschheit „Geistesdruck“, und ward sehr erbost über solche Eigenmächtigkeiten der Großen und der Regenten.
Da die Menschheit mit ihrem Murren nicht weiter kam, und sah, dass die Großen und Regenten gar nicht darauf achteten, so fing die Menschheit laut zu klagen an, und verwünschte tausendfältig die rücksichtslosen Eigenmächtigkeiten der Großen und Regenten; aber diese hatten ihre Ohren mit ihren vielen Soldaten verstopft, und achteten nicht darauf. Da ward grimmig die Menschheit, trat keck den Tod verachtend vor die Großen und Regenten hin, und forderten mit gewaltigster Stimme ihr ur-angestammtes Recht.
Da erbebten die Großen und dieselben Regenten am meisten, die sich’s zu einem Grundsatze gemacht hatten, die Menschheit bis auf’s Blut zu drücken und zu verdummen, durch jedes Mittel, dem sie nur irgend einen scheinbaren allgemeinen Zweck unterschieben konnten. Einige Großen und Regenten speisten ihre Völker mit eitlen Versprechungen ab, und
diese gaben sich halbwegs zufrieden; wieder andere wollten auch nichts versprechen, und die Folge davon war, dass sie von ihrem Volke von ihren goldenen Herrscherstühlen vertrieben wurden, und bis zur Stunde noch auf fremdem Boden herumirren müssen. Aber nun kommt es auf jene Großen und Regenten, die ihren Völkern allerlei beschwichtigende Versprechungen gemacht haben, von denen aber bis zur Stunde noch keine in der Art als erfüllt folgte, wie sie in der bedrängten Stunde gegeben ward.
Nun fängt allenthalben das Volk wieder zu fragen an, und sagt: „Was ist das wohl? Was hat man uns versprochen? und nun sehen wir, dass anstatt Weiß nur überall Schwarz gegeben wird! Man enthob uns zwar des lästigen Kastenwesens; aber dafür will man uns nun allgemein mit Sklavenketten belegen. Man gibt uns Religionsfreiheit ohne Religion. Also gibt man uns auch eine Menge hochgestellter und gutbesoldeter Beamten; aber ein weises Gesetz bleibt unterwegs; und das, was noch kommt, ist so gestellt wie ein delphischer Orakelspruch, den man so und so brauchen kann.“
Die Regierung besteht nun aus einem Kaiser, der den Stein der Weisen noch nicht gefunden hat, oder aus einem Könige, Großherzoge, Herzoge oder Fürsten. Diese gekrönten Häupter erwählen dann ein Ministerium, selten wie es sein solle, sondern lediglich nach ihrer Gunst nach dem alten Sprichworte: „Des Regenten Gunst macht den Philister zu einem Minister.“
Daraus folgt aber dann auch eine notwendig allgemeine Unzufriedenheit, weil in solch einer Verfassung die gröbsten Ungereimtheiten an’s Tageslicht gefördert werden müssen, deren Durchführung beinahe ebenso wenig möglich ist, als so da Blinde den Sehenden Unterricht in der Farbenmischung und deren Effekte geben wollten. So lange solche Meister nicht stutzig werden, und den Sehenden auch etwas gelten lassen, so frettet (windet) sich die Sache noch so durch, als wie da Jemand in einem Bette schläft, das voll Flöhe und Wanzen ist, werden aber die Meister dann stutzig und behaupten auf Leben und Tod, davon nun an das Weiß schwarz ist und das Schwarz weiß, und dass der Arme nicht arm, und der Reiche nicht reich sei, und dergleichen allerevidenteste, widersinnigste Dinge mehr; – dann wird bei solch einer Regierung von A bis Z Alles unzufrieden, und am Ende verwegen, wild und toll. Was aber daraus in jüngster Zeit, so solchem Übelstande nicht ehesten abgeholfen wird, schon für Folgen entstehen müssen, kann ein Jeder sehr leicht auf den Fingern nachzählen. (NB von anno 50!)
Aufstände. allerlei Renitenzen bei Groß und Klein, Raub, Mord und Totschlag werden von Tag zu Tag allgemeiner; die Gewissenlosigkeit muss überhand nehmen; das Eigentum der Wohlhabenden wird stets mehr und mehr gefährdet. Die äußeren Mächte werden Kenntnis erhalten von solch üblen Zuständen eines so unklug bestellten Staates, und werden dessen Schwächen nur zu gut zu ihren Gunsten zu benützen verstehen; und ehe sichs noch Jemand recht versehen wird, da wird auch schon Alles darunter und darüber gehen, und Niemand wird da dem Andern raten können und sagen: Tue dies oder jenes, und es wird dir besser bekommen.
Darum ihr Wenigen, die ihr noch an Mir hanget, klammert euch künftig kräftiger an Mich, durch die Liebe zum Nächsten, durch Worte und Taten nach Meinem Worte; so sollt ihr zeitlich und ewig vor jedem Schaden verwahrt werden; und wo Tausendmal Tausende verlieren werden, sollt ihr gewinnen, und wo der schwarze Tod seine Ernte halten wird, sollt ihr verschont werden; und wo das Schwert rasen wird und die Kugeln sausen, werdet ihr mit heiler Haut durchkommen.
Aber das müsst ihr Alle getreu beobachten, und euch Meines Wohlgefallens würdig
bezeigen; dann solle euch auch Mein Schutz in der Fülle zu Teil werden. Amen.
In Meinem Namen.
Amen. Amen. Amen.
NEUOFFENBARUNG