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Vater unser

729.  Vater unser

Mein Vater, der Du bist in meinem Himmel, Der Du selbst mein Himmel bist, den Du Dir in mir gebaut hast und hast darin Wohnung genommen mit Vater, Sohn und Geist. Du hast ihn herrlich ausgeschmückt mit Deiner Schönheit, Vollkommenheit und Göttlichkeit. Du hast in mein Herz Deinen Samen gelegt, Deine Ur-Idee von mir, wie Du mich sahst von Anbeginn. Du gabst mir und jedem Menschen den Schatz aller Schätze in sein Herz, nämlich die Möglichkeit der Entwicklung und Werdung eines Gottes-Kindes, Dein Kind, ebenbürtig.

Geheiligt werde Dein Name: Jesus, Jehova, Gott Zebaoth. In diesem heiligen Namen verbirgt sich alles, was ist, die Fülle der Gottheit und Du läßt Dich in diesem Namen rufen. Und im Namen Jesus, des Christus, beugen sich alle Knie in allen geistigen und materiellen Welten. Doch welch großes Wunder ist es, daß ich Dich Vater nennen darf. Darin liegt die ganze Fülle Deiner Liebesorge, darin Du über Deinem unmündigen  Kinde wachst und seine Entwicklung schützend und fördernd begleitest. Der Vater läßt uns die Hoheit und Allmacht des Gottes vergessen und gibt uns den Mut und das Recht, uns vertraulich Dir zu nähern und Deine Liebe zu erwidern. Mögen doch alle Menschen diesen liebenden Vater-Gott erkennen und in ihrem Herzen finden und Zwiesprache halten.

Dein Reich der Liebe und des Friedens komme. Es ist das geistige Reich, in dem die Fülle göttlicher Tugenden entfaltet sind, die Tugenden, die aus der reinen, heiligen Liebe zu Gott, also des Kindes zum Vater, sich entfalten und das Kind dem Vater immer ähnlicher werden lassen, bis zur Vollkraft eines dir ebenbürtigen Sohnes oder einer Tochter. Dieses Gottesreich ist verborgen und nur zu finden im Herzen eines Menschen, der Dir nachlebt und Dir dadurch immer ähnlicher wird.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Du willst immer und allüberall das Schönste, Beste und Heiligste, denn in Dir gibt es keine Unvollkommenheit, keine Trübung. Und wenn wir auf Dich schauen und Dir nachahmen wollen, klärt sich unsere Seele im reinen Kristall, der die Herrlichkeiten des Vaters zum Erstrahlen bringt, bis es nur noch ein Licht gibt im Himmel und auf Erden, das das Licht Gottes im Menschen ist.

Unser tägliches Brot gib uns heute. In diesem Strahlen und Widerstrahlen der Liebe zwischen Vater und Kind liegt auch die Versorgung des Kindes mit allem, was es irdisch, seelisch und geistig benötigt, und in diesem Liebeaustausch ertönt das Wort, die Frucht aus dem Geben und Nehmen als Lichtnahrung für die Gotteskinder, denen nichts mangelt. Diese Speise, das Brot des Himmels aus Deiner Hand gib uns täglich, Du überguter Heiliger Vater.

Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Vergib uns, guter Vater, unsere große Blindheit und Nachlässigkeit, die Herrlichkeit Deines Gottesgeschenkes nicht gebührend zu achten und Dir und Deinen Gaben den irdischen Tand der Welt vorzuziehen und Dich zu vergessen oder gar zu verachten und dadurch uns selbst am meisten zu schaden, indem wir unser irdisches Lebensziel vollständig verfehlen, indem wir Deinen Plan mit uns verachten und unseren egoistischen und nichtigen Wünschen und Plänen den Vorrang geben, und dadurch Deine Liebe zurückweisen und weiter in der Finsternis unserer eigenen Hölle herumirren und dabei nicht nur Dich, sondern auch unsere Mitgeschwister verachten und beleidigen, indem wir unseren Eigenwillen in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen, ohne Rücksicht auf die Schäden, die wir uns und unseren Mitmenschen, ja der ganzen Schöpfung,  dadurch antun.
Vergib uns Vater diese Blindheit und Torheit, und führe uns aus unserem Egoismus heraus und heile Du die Schäden und Schmerzen, die wir durch unser sündhaftes Leben Anderen zufügen. Öffne uns die Augen, damit wir die Wahrheit erkennen und hilf uns, dann umzukehren aus der Verkehrtheit unseres Lebens und hilf uns, das am Mitmenschen wieder gutzumachen, was wir noch gutmachen können. Hilf uns dabei und führe uns mit Deiner festen Hand, wenn die Gefahr besteht, daß wir in unsere alten Lebensgewohnheiten wieder zurückfallen.

Schenke uns die Erlösergnaden Deines Kreuzes, durch die Du uns vom Joch der Sünde und des ewigen Todes befreit hast und bewahre uns davor, daß wir die Knechtschaft unter die Sünde für uns freiwillig wieder ergreifen, statt in Dein Licht und Deine Herrlichkeit heimzukehren.

Denn bei Dir alleine ist alles Gute und Wahre. Bei Dir alleine ist alle Kraft, Macht und Herrlichkeit, heute schon hier und in alle Ewigkeit.
Amen

FG. 4.4./5.4.11,  23.00-0.40 Uhr

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