642. Daher prüfe sich der Mensch, und dann erst esse er von diesem Brote und trinke aus diesem Kelch.
Denn wer unwürdig ißt und trinkt, der ißt und trinkt sich das Gericht, da er den Leib des Herrn nicht unterscheidet.
Meine Kinder, das falsche Verständnis dieses Satzes hat schon viel Mißverständnis ausgelöst und ist ein Hauptlehrsatz der christlichen Kirchen und wird in den verschiedensten Denominationen als Keule des Streites und der Zerwürfnisse untereinander benutzt und als zentraler Streitpunkt der unterschiedlichen Auslegung und zur Begründung der Trennung festgehalten. Das Essen Meines Fleisches und Trinken Meines Blutes war und ist bis heute ein Ärgernis geblieben und trieb damals, wie heute Meine Herde auseinander. Immer geht es um falsches Verständnis und Fehlinterpretation, da man den inneren Geistkern Meines Wortes vom äußeren Buchstaben nicht unterscheidet und die Entsprechungslehre verworfen hat, die aber notwendig ist, um die geistige Bedeutung von der materiellen zu unterscheiden, denn Mein Reich ist ein Reich des Geistes und nicht der Materie. So beißt man sich die Zähne an diesem Knochen aus und merkt nicht, daß dabei für keine Seite etwas an Nahrung zu gewinnen ist.
"Wer also unwürdig ißt und trinkt." – Wann ißt der Mensch unwürdig und wann ißt er würdig, und was nimmt er dabei zu sich? Hier handelt es sich um den Genuß Meiner Lehre, deren äußeres Wort ihr Schutzmantel ist, im Inneren aber reine Geistsprache, die für den Weltverstand nur Ungenießbares enthält, denn unwürdig ist der Weltverstand, wenn er die geistige Frucht nicht erkennt, und auch das Geistige nicht gelten lassen will, und das Leben aus der äußeren Schale gewinnen will. Wie töricht ist doch der, der eine Nuß als Ganze verzehrt, statt sie aufzuknacken und nur den inneren Kern als Nahrung zu sich zu nehmen. Daher prüfe sich der Mensch, und erst dann esse und trinke er, damit er sich keinen Schaden zufügt und sich die Zähne an der Frucht ausbeißt, solange seine geistigen Zähne noch nicht entwickelt sind, denn Ich spreche immer nur von geistigen Dingen, wenn es um Meine Lehre geht. Unwürdig ist und bleibt aber der Mensch, wenn er den Sinn Meiner geistigen Lehre nicht von der äußeren Schale des Wortes unterscheidet und nicht fähig oder gewillt ist, in den geistigen Inhalt vorzudringen. Denn in der äußeren Schale liegt das Gericht, wie ihr am Beispiel der Nuß leicht erkennt, wenn sich dabei die Zähne ausgebissen werden.
Wann aber ist der Mensch würdig und wann unwürdig und welches Gericht zieht er sich zu, wenn er sich im falschen Zustand ernährt? Auch das erkennet rasch im Bilde der Nuß. Wer sich von der äußeren harten Schale ernährt, fügt sich Schaden zu, und wer aber fähig ist, den inneren Kern freizulegen, wird sich an der Speise erfreuen und die Schädlichkeit der äußeren harten Schale oder den abgenagten leeren Knochen verwerfen. Daher laßt euch nicht, Meine Kinder, vorschnell auf die Beurteilung Meines Wortes ein, ob es wahr oder falsch ist, denn das kann euch nur euer innerer Geist sagen, der die geistige Sprache und deren Inhalt als ihm gemäß sofort erkennt, während der ungeweckte Mensch an der äußeren Schale Meiner Lehre Anstoß nimmt. Dies gilt für jedes Meiner Worte, gleich wo Mein Wort zu finden ist, ob in der Bibel oder anderswo. Daher sage Ich immer wieder: "Prüfet alles und behaltet das Gute." D.h. gebt euch nicht mit der Schale oder der Rinde Meiner Lehre ab, sondern sucht darin die geistige Botschaft. Wer dies nicht beachtet, ißt und trinkt sich das Gericht, da er die Schale vom Kern nicht unterscheidet und dadurch in das Gericht der Falschheit, des Irrtums und der Lüge kommt und in Haß, Streit und Zerwürfnis. Deshalb sage Ich auch: "Dem Heiligen ist alles heilig", da der entwickelte Geist in ihm, d.h. da Ich, euer Gott, wohnhaft in ihm seine Speise bin, da der Heilige immerfort auf Mein Antlitz schaut und sein Ohr nach innen richtet um Mich, seinen Geist zu hören und zu verstehen, denn ein Wort ohne den geistigen Blick nach innen ist eine schale, leere Hülle und gibt keine Nahrung für Seele und Geist her. Daher sei eure Speise jedes Wort, das aus dem Munde Gottes kommt und das innere Leben daraus und die Kraft sei euer Trank, der euch belebt und geistig inspiriert.
So sehet, Meine Kinder, ist eure erste und höchste Pflicht, zuerst euren Geist in euch zu befreien von den Fesseln der Materie und Verbindung mit Ihm in eurem inneren aufrechtzuerhalten, d.h. entwickelt euch zunächst selbst geistig und erst dann verkündet durch euer Vorbild den Menschen die Wahrheit, daß Ich, euer Gott, der einzige Weg, die Wahrheit und das Leben bin und die einzige Nahrung, die euer geistiges Fleisch und Blut werden muß, damit das geistige Wachstum in euch vorangetrieben werde.
Amen
FG. 06.05.2010, 3.30-4.30 Uhr
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