Wenn ihr nur ein wenig nachdenket, so kann es euch unmöglich entgehen, dass das eigentliche Himmelreich des Herrn als das Grundleben des Geistes in sich unmöglich anders erreicht werden kann als so nur, wenn der Mensch in sich, das heißt in seinem Geiste, die vom Herrn vorgezeichneten Bedingungen zur Erlangung eben dieses Lebens werktätig erfüllt. Das heißt, er muß dieses Leben zuvor in sich finden, und hat er es gefunden, dann erst muss er es stärken und kräftigen nach der vorgeschriebenen Ordnung des Herrn, der allein nur es wissen kann, was zur Erreichung des reell bestimmten geistigen Lebens vonnöten ist.
Wenn nun aber jemand durch törichte, weltlich eigennützige, dazu noch allerschmutzigste und vollkommen tote Mittel sich das Himmelreich erkaufen will, welches, wie schon bemerkt, das eigentliche, vollkommen ausgebildete bestimmte Leben des Geistes ist, so ist solch eine Handlung ja doch bei weitem törichter und unsinniger, als so da jemand einen Acker, der überaus steinig ist, mit Weizenkorn besät hätte; da aber das Weizenkorn nicht aufgehen möchte, er dann noch mehr Steine auf den Acker führen würde, um dadurch das Weizenkorn aufgehen zu machen. Muss aber nicht der vernünftige Ackersmann seinen Acker vorher in ein gutes Erdreich verwandeln, dann dasselbe düngen und sodann erst das edle Weizenkorn in die Furchen legen, auf dass es dann bald erkeime und aufgehe und bringe viel Frucht? Solches muss doch ein jeder nur einigermaßen in der Landwirtschaft bewanderte Landmann zugestehen.
Wenn aber schon das Weizenkorn nur unter dieser allein wahren Bedingung fruchtbringend wird und auf keine andere Weise demselben der Segen abgewonnen werden kann, wie soll demnach der viel edlere Lebenssame des Geistes auf einem allerwidersinnigsten Acker zur lebendigen Frucht des ewigen Lebens erwachsen?
Geistige Sonne, Band 1, Kap.79, 1-3
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